Blogschnipsel | Selbstbestimmt Schlafen

#BLOGSCHNIPSEL ‚Wenn mein Kind selbst entscheidet, wann es schläft, dann bleibt es bis 22Uhr wach und am nächsten morgen muss es doch raus‘

Kann ich nicht abstreiten. Will ich auch gar nicht.

Nana war phasenweise schon länger als das wach. Im Moment hat sie sich auf 21Uhr eingependelt. Manchmal schläft sie aber auch schon vor 20Uhr. Das kommt ganz auf den Tagesablauf an, den Tagschlaf, die Erlebnisse. Und so vieles mehr.

Wenn ein Kind selbstbestimmt, und damit meine ich wirklich richtig selbstbestimmt, schläft, dann reguliert es sein Schlafbedürfnis auf Dauer selbst, und ist durchaus dazu in der Lage auf lange Sicht frühes Aufstehen mit früherem Schlafen auszugleichen -WENN es den Schlaf denn braucht und wichtig findet, und sich nicht anders damit arrangiert.

Ich bin auch oft spät noch wach, obwohl ich müde bin, weil ich noch am Blog schreiben will. Das ist dumm, weil ich dann morgens müde bin, und das weiß ich auch selbst, aber niemand würde es mir deswegen verbieten.

Warum also sollte ich meinem Kind diese Selbstregulation verweigern?

Selbstbestimmt Schlafen bedeutet vollkommenes Vertrauen in die Sache. Ich vertraue meiner Tochter, dass sie spürt, was ihr gut tut und danach handelt -auch wenn das nicht MEINEN Vorstellungen entspricht. Darum geht es nämlich nicht. Selbstbestimmung hat kein ABER. Selbstbestimmung funktioniert für mich als Mutter nur dann, wenn ich meinem Kind darin Vertraue und meine ERWARTUNGEN an ihr Verhalten vollständig loslasse. Wenn ich nicht daneben sitze und abwäge, ob ich sie nun bis 21Uhr oder vielleicht noch bis 22Uhr Selbstbestimmen lasse, bevor ich dann doch eingreife. Das wäre völlig paradox.

Selbstbestimmung heißt Akzeptieren, dass mein Kind eine Nachteule ist.

Es bedeutet, nicht zu planen, wann mein Kind vielleicht schläft und ich ‚Feierabend‘ habe, sondern mein Kind in die Abendgestaltung zu integrieren, wenn es eben noch wach ist. Und ggf. Lösungen zu finden, die uns aneinander annähern, wenn ich Ruhe brauche oder Schreiben muss, aber Nana noch Aktion will. Ich sage ihr dann, dass ich jetzt nicht mehr spielen will, sie aber dieses oder jenes alleine machen kann, und begleite, wenn sie es braucht, ihren Frust darüber. Ich zwinge sie aber nicht deswegen ins Bett zu gehen!

Meistens genieße ich die abendliche Spielzeit sogar. Für UNS ist dieser Weg perfekt.

Es stört mich nicht, meine Tochter am Abend bei uns zu haben. -Die Bereitschaft muss da sein, bedingungslos.

Wenn das späte Schlafen des Kindes nicht in die Familie passt, dann bringt es wenig, Selbstbestimmtes Schlafen auf Teufel Komm Raus umsetzen zu wollen. Es trägt nicht zum Familienfrieden bei, wenn Mama zähneknirschend runterschluckt, dass sie endlich Ruhe haben mag, und alle zehn Minuten auf die Uhr schaut. Dann passen vielleicht feste Abendrituale besser zu Euch. Das ist auch nicht falsch. Es ist nur anders -und genauso okay, solange kein Kind schreien gelassen und ins Zimmer gesperrt werden muss. Xx Fiona

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