Jetzt! Spricht Papa ..Über Selbstbestimmten Medienumgang

Heute will ich euch von meiner Sicht zum Thema selbstbestimmter Medienumgang erzählen. Das Thema Medien war anfänglich etwas bei dem Fiona und ich, ich will nicht sagen gegensätzliche, aber doch sehr unterschiedliche Meinungen hatten.

Fiona wollte anfangs, dass Nana bis zu einem gewissen Alter gar nicht mit TV in Berührung kommt. Auch ein Tablet oder eigener Fernseher mit DVD Player im Kinderimmer waren Dinge, die frühestens mit sechs oder sieben Jahren spruchreif werden sollten. Für mich stellte sich zu diesem Zeitpunkt die simple Frage: Wenn wir die Flimmerkiste immer ausgeschaltet haben,  wenn Nana wach ist, wann gucke ich meine Serien? Was ist morgens mit dem Frühstücksfernsehen vor der Arbeit? Kann ich überhaupt noch irgendetwas gucken?

Um euch die Frage zu beantworten. NEIN, so funktionierte es nicht.

Ich habe Rücksicht genommen, da Fiona es sich wünschte. Ich selbst hätte Nana wahrscheinlich von der ersten Minute an einfach mit gucken lassen. Natürlich nichts mit einer FSK Kennzeichnung, aber mal Nachrichten oder die ein oder andere Reportage hätte von Anfang an nebenbei im Fernseher laufen können.

Relativ schnell änderte sich Fionas Sicht. Meine Frau hatte sich Gedanken gemacht, über Selbstbestimmung im Umgang mit Medien gelesen und wurde offener. Mittlerweile geht unsere Tochter selbstbestimmt mit Medien um.

Endlich ein Schritt in MEINE Richtung.

Das wichtigste war und ist natürlich, dass über das Thema gesprochen wird. Medienumgang ist nicht unwichtig. Es ist klar, Nana kann jederzeit Fernsehen, aber nur für ihr Alter geeignete Sender.

Anfangs war das hier das ausschließlich Baby TV.

Wenn uns danach war, schalteten wir den TV ein. Bald immer auch dann, wenn Nana den Wunsch äußerte BamBam zu schauen. Da war Nana etwa anderthalb Jahre alt.

Es gab Zeiten, in denen fiel es uns doch schwer sie selbstbestimmt schauen zu lassen. Denn es gab Tage, da musste der Fernseher gefühlte fünf Stunden am Stück laufen und Beschäftigung mit anderem Spielzeug war ausgeschlossen. Oft machte ich dann den Fehler und wollte wieder regulieren. Ich schaltete das TV Gerät aus. Ja, ihr lest richtig: Ich, der anfänglich das Kind am liebsten noch vorm Fernseher geparkt hätte, wollte jetzt den TV ausmachen. Sei es, damit Nana sich anders beschäftigt, oder  weil ich den Inhalt der xten selben Folge des Senders nicht mehr sehen konnte. Das war dann meist auch der Punkt an dem Fiona und ich stritten. Immerhin war doch inzwischen klar, wir wollten sie selbst bestimmen lassen.

Das Nana tagsüber selbstbestimmt schaut, war okay. Aber so lange? Und sogar abends zum Einschlafen? Bis das Kind total übermüdet ist, weil sie die Augen nicht mehr offen halten kann? War es das, was wir wollten?

Ich hatte wirklich oft große Probleme damit meiner Frau zu vertrauen.

Zwischenzeitlich hatten wir auch angefangen, Nana zu zeigen, dass wir ihre Lieblingsserie auch mit dem Handy abspielen können. Ein großer Fehler, fand ich. Denn nun musste unser Handy unterwegs als Abspielgerät herhalten. Also von wegen ein Schritt in die richtige Richtung, zumindest nicht in die richtige Richtung aus MEINER Sicht. Wir hatten Tage, an denen wir morgens, mittags, abends und ja manchmal sogar mitten in der Nacht ein paar Folgen Lieblingsserien schauen mussten, weil Nana nichts anderes wollte.

Das klingt vielleicht etwas zu negativ. Selbstverständlich gab es immer auch Tage, an denen Nana den Fernseher kaum verlangte. -Aber da gab es eben auch diese anderen: Die Tage, gerade wenn das Wetter nicht mitspiele, an denen wir wirklich viel schauten.

Seit wann wir von dem vielen schauen weg sind, kann ich euch gar nicht schreiben. Aber es ist passiert. Wenn wir ihr mittlerweile vorschlagen, sich ein bisschen vor den Fernseher zu setzen, weil WIR einfach auch mal eine Pause vom vielen Ball spielen, von der Spielzeugküche und dem Versteckenspielen brauchen, verneint sie. Das ist heute, wie in den vergangenen Wochen immer wieder passiert. 

Der Fernseher ist völlig uninteressant geworden, sodass mir Fiona gegenüber auch schon der Satz „Alles richtig gemacht mit der Selbstbestimmung“ über die Lippen kam. Auch wenn es ums Funktionieren, gar nicht geht, wie sie immer sagt.

Ähnlich ist es übrigens auch mit dem Tablet passiert. Ihr müsst wissen, Nana hatte irgendwann ihre erste Spieleapp auf unseren Smartphone. Anfangs nur zum Wickeln gedacht, fand sie aber sehr schnell Freude daran und Fiona und ich konnten kaum mehr die Nachrichten am Handy prüfen, ohne dass Nana anschließend auch darauf spielen wollte. Das war an sich nicht tragisch, aber nervte. Also bekam Nana zu Weihnachten von Oma und Opa ein Amazon Fire HD Kids Edition. Geschützt mit einem Bumper vor Stürzen. Mit elterlicher Kontrolle und ohne bezahlbare Inhalte. Perfekt. Nana spielte, bzw. puzzelte und malte vor allem sehr gerne daran. Das macht sie natürlich immer noch sehr gerne, aber auch das ist sehr wenig geworden. Wenn überhaupt 20 Minuten am Tag geht sie daran, an vielen Tagen gar nicht, obwohl es immer auf der Couch liegt. Sie könnte also jederzeit spielen und bräuchte auch keine Hilfe beim Einschalten.

Es geht also: Ein Kind kann sich selbst regulieren, was den Umgang mit Medien betrifft. Meine Erfahrungen mit selbstbestimmtem Medienkosum sind also, dass anfänglich zwar viel geschaut und gespielt wird, es mit Sicherheit auch mal die ein oder andere schlaflose Nacht geben kann, weil das Kind selbst ausprobieren und erfahren muss, wie lange es gucken kann und vor allem was „am Ende“ passiert, aber auch, dass das Kind sich selbst regulieren lernt und wirklich nur dann an die entsprechenden Geräte geht, wenn es wirklich einen Drang dazu hat und sich damit beschäftigen WILL. Genauso wie bei anderen Dingen auch. Xx Dominik

Was meine Frau über den selbstbestimmten Medienumgang sagt, könnt ihr HIER lesen.

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