Blogschnipsel

#BLOGSCHNIPSEL Muss beziehungsorientierte Elternschaft in Schubladen passen? Muss ich Kriterien erfüllen, bestimmten Haltungen neben der Unerzogenen folgen, um da“rein“ zu passen? Ich lese in letzter Zeit in meinen sozialen Netzwerken immer häufiger, dass Beziehungsorientierung erwartungsgemäß irgendwie mit Nachhaltigkeit und „ÖkoSchick“ zusammengedacht wird. Und irgendwie leben DIE ja alle auch vegan, benutzen ausschließlich Stoffwindeln, freilernen oder schicken das Kind allerwenigstens auf eine freie Schulform. So scheint zumindest irgendwie das nach außen verzerrte Bild, obwohl immer wieder auch ganz viele Stimmen klarstellen: Das MUSS nicht! Das ist nur EIN Weg. Für mich macht das Zusammendenken so unterschiedlicher Haltungen aus ganz verschiedenen Lebensbereichen gar keinen Sinn. Beziehungsorientierung hat keine Schubladen. Keine Schubladen, in die ich mein Kind stecke. Keine Schubladen, in die ich MICH stecke. Bei beziehungsorientierter Elternschaft, AP, Unerzogen – Wie auch immer du es nennen magst –  geht es um die Haltung zum Kind. Nicht mehr und nicht weniger! Ich kann achtsam und gewaltfrei, liebevoll und auf Augenhöhe mit meinem Kind umgehen unabhängig davon, ob ich Plastikspielzeug oder Holzbauklötze bevorzuge. Ich bin keine weniger beziehungsorientierte Mutter, wenn ich gerne Bratwurst esse und Wegwerfwindeln kaufe. Mal im ernst, ich erfülle kaum eine dieser Kriterien. Ich stehe total auf dieses Plastikkrachmachspielzeug, Nanas Kinderzimmer ist voll davon, und sie liebt es genauso, wie ihre Holzspielküche und das Holzschaukelpferd aus keine Ahnung welcher Generation. Ich kaufe auch keine BioBaumwollkleidung, jedenfalls nicht bewusst, weder für Nana noch für mich. Stoffwindeln sind mir zu anstrengend, ich werfe die volle Buchse eben lieber in den Müll. Vegan leben wir auch nicht, nicht mal vegetarisch, und haben keine Ambitionen das zu ändern. Wir leben schlicht und einfach, wie viele andere Familien da draußen auch, und wie wieder viele andere aus Überzeugung eben nicht. Und das ist okay. Jeder Weg ist gut. Ich will auch gar nicht behaupten, dass irgendeine dieser Haltungen verkehrt wäre, keine davon ist das, die meisten sind sogar ganz wundervoll und wichtig. Nur kann ICH mich mit öko und vegan einfach nicht identifizieren, so wie andere mit unerzogen nicht. Das macht mich aber nicht weniger Achtsam, wenn es um die Beziehung zu meiner Tochter geht. Jeder geht seinen Weg, nimmt sich mit, was er aus Überzeugung leben kann und will. Wir sind nicht diese „ÖkoSchick“ Familie, sondern die, mit singendem VTech Kram im Kinderzimmer. Ich habe kein Interesse daran, dass zu vertuschen, ein schickeres Bild von uns zu inszenieren, um – ja aus welchem Grund eigentlich? Um irgendjemandem besser zu gefallen? Um das Bild zu komplettieren? Für mehr Reichweite? Es ist ein bereichernder Mehrwert, wo Beziehungsorientierung und andere Haltungen tatsächlich zusammenfallen, ich selbst lese viel bei manchen dieser (Blogger)Familien mit und bewundere ihre Werte. Trotzdem bin ICH das nicht, und brauche das für ein beziehungsorientiertes Familienleben auch nicht sein. Xx Fiona

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