Blogschnipsel

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#BLOGSCHNIPSEL „Erziehung Loslassen“ — Ich kann mich nicht beschweren, ich habe ein sehr entspanntes Kind. Aber manchmal ist es trotzdem richtig anstrengend.

Es gibt Tage, da reiht sich ein Moment an den nächsten, der mich zum „ver“atmen zwingt. Dann will es nicht so richtig laufen.

Das Zähneputzen wird plötzlich wieder verweigert, und grinsend im Kreis gelaufen. Das Frühstück nicht angerührt. Stattdessen werden die Frühstücksflocken über den Boden verteilt und der Bauklotz fliegt aus irgendeiner Laune auch nur knapp am Fernseher vorbei. Das Kind will raus, aber nichts anziehen. Und die Windel muss auch endlich ab. — Und dann stehe ich da, atmend, schnaufend, kurz davor, die Geduld zu verlieren. Wütend.

Ich merke dann, dass ich am liebsten Schimpfen will. Wie mir das erzieherische Wenn-Dann auf der Zunge kitzelt. Die Stimmlage dabei strenger wird. Manchmal spreche ich es sogar aus. „Wenn wir dich jetzt nicht anziehen, dann gehen wir gar nicht mehr raus“ Uff.

Obwohl ich weiß, dass es nicht hilft und uns nur gegeneinander aufspielen würde. Obwohl ich weiß, dass das gar nicht dem entspricht, wie ich sein will.

Aber es brodelt. Der Kessel ist voll. Aus irgendeinem Grund. Ich schaue Nana tadelnd an. Mein Blick verlangt Gehorsam, dieses eine mal. „Komm JETZT her. Lass dich anziehen.“

Nana klettert auf die Couch und hüpft. Sie denkt nicht daran, gehorsam zu sein.

Ich habe dann zwei Möglichkeiten: Die Wut raus lassen an meinem Kind, das für die Wut in mir nichts kann. Oder Verantwortung für meine Wut übernehmen. Mich fragen, WAS mich wütend macht. WARUM ich Dinge erwarte, die ich an anderen Tagen nicht erwarte. Und dann meine Wut loslassen, ohne dass sie jemandem schaden kann. — Ich entscheide mich fürs Loslassen. Ich schnappe mein Kind auf der Couch, kitzele sie und lache MIT ihr.

„Der Tag war doof bisher.“, sage ich danach leise zu ihr. Sie kuschelt sich an: „Mama jetzt wieder gut.“

Mein Kind hatte nie einen Fehler gemacht. Sie ist, wie sie ist. Sie trägt nicht die Verantwortung dafür, dass mich heute das Spielen mit dem Essen mehr stört, als sonst. Sie hat mich auch nicht provozieren wollen, sondern immer wieder nur reagiert. Reagiert: Auf mich. Auf den Druck. Auf die Wut. — Sie hatte keinen Fehler gemacht. Im Gegenteil: Ihr Widerwille ist mein Seismograph für die Erziehung IN mir. Für meinen Frust. Mein Verletztes inneres Kind. Da ist etwas am Brodeln, und mein Kind zeigt mir, wie ich die Erziehung loslassen kann. Xx Fiona

Mehr kurze Gedanken zu Elternschaft, Erziehungsfreiheit und Familienthemen findest du in der Kategorie #BLOGSCHNIPSEL

Zitat Unverbogen Kind Sein | Ich Erziehe Nicht

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