Wattliebe, Sandburgen, Meerluft – Unser Nordseeurlaub

[Unbezahlte Werbung*] Es ist Montagmorgen. Wir sind früh auf den Beinen und Nana ist schon vor dem Frühstück ganz aufgeregt. Die Taschen haben wir am Vorabend gepackt, Papa bringt sie ins Auto. Nana will endlich los, statt zu essen. Sie will »das Meer sehen« und »baden und im Sand spielen«, wiederholt sie ununterbrochen, also schmieren wir uns unsere Brote für die Fahrt, statt zuhause zu essen, und fahren mit zwei Pausen erstmal gerade hoch zur Küste. Unser erstes Ziel ist Schilling mit weitläufigem Sandstrand. Als wir Aussteigen, ist Nana ganz zappelig. »Wo ist denn das Meer? Ich sehe das hier gar nicht.«

Seit Wochen erzählt Nana, dass sie ans Meer will. Ich weiß gar nicht mehr genau, wie sie das erste Mal darauf kam. Eigentlich war für dieses Jahr gar kein Urlaub mehr geplant -Aber mit einer kleinen Finanzspritze von den Großeltern (DANKE!), konnten wir Nanas Wunsch spontan doch noch erfüllen, und eine Woche vor Abreise ein Hotelzimmer buchen.

Am Horizont nimmt Nana das Meer am ersten Tag noch gar nicht richtig wahr. Dass dort der Himmel auf DAS Meer trifft, scheint ihr noch zu abstrakt zu sein. Sie begeisterte sich stattdessen erstmal für die Muscheln im Sand, über den wir hinter den Dünen ein Stück laufen. Schließlich steht das Kind da: Zaghaft mit den Zehenspitzen im Meer, sie nimmt meine Hand und staunt über das viele Wasser. Und ich freue mich einfach, über ihre Freude. Den Zehenspitzen folgen schnell die ganzen Füße, und so laufen wir für den Anfang erstmal knöcheltief durch das Meer am Strand entlang. Eine obligatorische Sandburg bauen wir natürlich auch, dann spazieren wir über den Deich zurück zum Auto.

NordseeUrlaub - Nana am MeerWir fahren weiter nach Nordenham ins Hotel Butjadinger Tor und checken erstmal ein.

Hier haben wir ein Zimmer im Landhaus/Haupthaus. Es ist geräumig und sauber. Für unsere Tochter wurde vorausschauen sogar ein Schlafsessel als zusätzliches Bett hergerichtet, aber Nana schläft natürlich mit bei uns im Bett. Leider gibt es im Landhaus keine Balkone, da haben wir bei der Buchung nicht drauf geachtet. – Ansonsten gefällt uns das Zimmer aber sehr gut. Alles da. Etwas warm im Zimmer, aber bei dem Rekordsommer auch gar nicht vermeidbar. Wir richten und etwas ein und kommen gerade etwas zur Ruhe, aber Nana will schon wieder los. »Im Meer spielen!«, sagt sie. Wir ziehen also unsere Badesachen an, nehmen uns Wechselklamotten und Handtuch mit, und fahren los.

Nordseeurlaub Hotelzimmer Butjadinger TorMit dem Blick auf die Karte verschlägt es uns an ein Stückchen Strand in Butjading.

Es ist gerade Ebbe, und Nana ist schon wieder ganz erstaunt, diesmal darüber, wo das Meer denn hin ist. Ich erkläre ihr ein Bisschen die Gezeiten, während sie sich mit den Füßen vorsichtig ans Watt tastet. Es dauert nicht lange, dann ist das Meer erstmal total vergessen, und das Watt wird zu ihrem Highlight. Toben, rennen, hüpfen und mit dem Popo mitten in (Watt-)Pfützen springen. Einen Spielplatz am Strand gibt es zur absoluten Begeisterung dann auch noch, und zum Schluss: Pommes und Fischbrötchen zum Essen.Nordseeurlaub - Nana im Watt

Nordseeurlaub Watt

Als wir wieder ins Hotel kommen, ist es nach Neun Uhr. Wir werfen noch einen Blick in die große Gartenanlage des Hotels, bewundern das Insektenhotel und verschwinden dann auch ins Zimmer. Nana schläft schnell ein, platt von den vielen Eindrücken des Tages.

Frühstücksbuffet Butjadinger TorAm nächsten Morgen freuen wir uns über das üppige Frühstücksbuffet und liebäugeln besonders mit dem frischen Orangensaft und der Pancakemaschine. Für Nana finden sich auch das geliebte Frühstücksei, Obst und Joghurt. Nach dem Frühstück fahren wir an den Strand in Nordenham, wo der Ort an die Weser grenzt. Nicht ganz das Meer, und das Watt darf hier nicht betreten werden, aber Nana ist für einen Strandspaziergang zu begeistern, sammelt Muscheln, Federn und Schilf und baut hier und da kleine Sandburgen. Einen Spielplatz gibt es hier auch. Als sich Nana davon lösen kann, fahren wir weiter hoch in den Norden. Wir wollen nach Cuxhaven, machen aber zuerst einen Zwischenstopp in Wremen.

Hier gibt es keinen Sandstrand, sondern Treppen führen ins Meer. Da noch Ebbe ist, fällt das erstmal kaum auf. Nana tobt schon wieder ausgelassen durch den Matsch, als uns auffällt, dass die Flut kommt. Das ist wahnsinnig spannend zu beobachten für uns alle. Das letzte Mal war ich selber als Kind an der Nordsee im Watt. In meiner Erinnerung durfte ich mich da allerdings nicht ganz so ausgelassen zum Matschen reinwerfen. Nana freut sich jedenfalls, das Meer gefällt ihr, bis die Flut so hochsteigt, dass sie bis knapp über die Knie im Wasser steht. Sie wird unsicher und wir schlagen ihr vor, Schwimmflügel zu tragen. Die nimmt sie zwar erst, fühlt sich aber sichtlich unwohl. Der Wasserball ist plötzlich vergessen, sie will raus aus dem Wasser. Wir entscheiden uns weiterzufahren, und uns an Sandstrände zu halten, da wir annehmen, dass ihr die Rückzugsmöglichkeiten einfach durch die steile Wand fehlten. Im Nachhinein war das wohl wirklich das Problem.

NordseeurlaubIn Cuxhaven gehen wir erstmal wieder an den Strand. Nana will diesmal nicht mit den Füßen ins Wasser, sondern im Sand laufen. Die Algen schrecken sie ab, und dann sind da auch noch Quallen, die sie mit Argwohn betrachtet. -Wir spazieren lieber zur Kugelbaake.

Cuxhaven KugelbaakeHier wird es plötzlich ziemlich windig, und während wir Nana noch beruhigend zureden, weil sie befürchtet, dass ihr Cappy und ihre Schuhe, und überhaupt alles vom Wind wegfliegt, zieht der Himmel sich zu. Wir laufen zurück zum Parkplatz, bestaunen noch die Windsurfer, die den Wetterwechsel mit irren Kunststücke begrüßen, und sitzen gerade im Auto, als es anfängt zu regnen. Wir entscheiden, in die Stadt zu fahren, der Regenschauer hält dann tatsächlich auch nur kurz an, und bringt nicht mal die gewünschte Abkühlung. Wir Essen etwas und bummeln dann durch die Stadt. Nana freut sich über die Möwen, und kauft sich in einem Laden eine Tüte mit Edelsteinen, die sie sich in selbst aussuchen kann. »Die kommen mit zu den Muscheln«, erklärt sie, und bezahlt ganz alleine an der Kasse.

Die Rückfahrt zum Hotel zieht sich leider länger. Nana wird unruhig, will noch auf einen Spielplatz und ist frustriert, weil wir keinen finden. Obwohl es schon spät ist, wollen wir mit ihr noch auf den Spielplatz in Nordenham, aber sie ist zu müde, schläft im Auto ein und wir entscheiden weiter ins Hotel zu fahren. Hier schläft sie dann auch direkt weiter.
Nordenham Spielplatz WeserNach dem Frühstück am nächsten Morgen fahren wir in den Ortskern von Nordenham und schauen uns hier die Fußgängerzone an. Einen kleinen Wasserspielplatz gibt es zur Abkühlung auch. Wir laufen runter bis zur Weser, wo noch ein anderer Spielplatz, ein Holzschiff, von Nana erkundet wird. Danach laufen wir auf den Pier, und danach zurück zum Auto. Heute wollen wir nach Wilhelmshaven. Auf dem Weg fahren wir durch den Ort Varel, wo wir am Hafen einen Zwischenstopp machen, bei einem kleinen Spaziergang die Fischkutter im Wasser, und die an Land ausgestellten Hubschrauber, Schiff und UBoot bestaunen, und uns noch fix mit ein paar Süßigkeiten dort im Bahlsen Outlet eindecken.
Unionpier Nordenham

Entspannen am Vareler HafenWir machen einen zweiten Stopp am Strand bei Dangast und ziehen hier erstmal wieder Badesachen an. Als wir in Dangast ankommen ist noch Ebbe, die Flut kommt aber gerade langsam wieder. Nana will nicht, dass das Wasser kommt, sie sagt, das Watt gefällt ihr besser, traut sich aber in die ankommende Flut schon etwas mehr hinein. Als wir im Watt nach einer Weile nicht mehr spielen können, fahren wir weiter. In Wilhelmshaven bummeln wir ein bisschen durchs Center, suchen und finden einen Anstands-Geocache, und Essen Fisch. – Soviel Fisch wie in dieser Woche esse ich sonst im ganzen Jahr nicht.

Zurück im Hotel machen wir Nana am Mittwochabend mit einer Urlaubstradition bekannt: Chips mit Zaziki. Das essen wir so wirklich NUR im Urlaub im Hotelzimmer. Nana mag das Zaziki nicht, aber vom Chipsessen im Bett lässt sie sich natürlich gerne überzeugen.

Am Donnerstag wird uns beim Frühstück schmerzlich bewusst, dass es schon der letzte volle Urlaubstag ist. Wir wollen eigentlich nach Bremen zu fahren, wenn wir schonmal im Norden sind, aber Nana boykottiert den Vorschlag, uns eine große Stadt anzuschauen, mit einem energischen «Nein! Ich will am Meer spielen, und am Hafen Schiffe gucken, da wo der Hubschrauber ist, und da will ich mir Salzstangen kaufen!«. Bei so durchdachten Plänen können wir natürlich nicht verneinen, also packen wir die Badetasche und Proviant ein und legen eine neue Route fest. Zuerst fahren wir nochmal nach Varel an den Hafen.

Als nächstes geht es nach Hooksiel, wo der Strand toll sein soll. Wir sind wirklich ziemlich begeistert und stärken uns vorort erstmal mit Eis und Fischbrötchen. Es ist ganz praktisch, dass wir immer zuerst auf Ebbe und Watt treffen, denn Nana liebt es darin zu spielen. Auch diesmal kommt gerade wieder die Flut schleichend zurück, aber Nana ist zu sehr ins Spiel vertieft um es als bedrohlich zu empfinden. Diesmal tobt sie weiter. Diesmal traut sie sich mit uns ins Meerwasser, rennt, planscht und legt sich sogar mit mir ins Wasser und »schwimmt«. – Auf Schwimmflügel verzichten wir diesmal, um ihr keine Angst zu machen.

Wir haben ganz viel Spaß und gehen erst zum Auto, als wir gesättigt sind von Watt und Meer. Mit dem Blick auf die Uhr fahren wir noch ein Stück weiter an der Küste hoch nach Harlesiel, spazieren dort ein bisschen am Hafen und am Strand entlang, essen nochmal etwas und Nana erobert den großen Spielplatz. Wir sind danach alle schon ziemlich müde, und wollen eigentlich schon zurück zum Hotel, als wir etwas weiter weg ein Riesenrad stehen sehen. -Kurzentschlossen fahren wir noch einen Ort weiter nach Neuharlingersiel, wo wir erfahren, dass die kleine Kirmes am Hafen erst am nächsten Tag öffnet. Es ist schon wieder Ebbe und wir laufen noch ein Stück über die künstlich angelegte Landzunge ins Meer hinein und wieder zurück, nochmal am Hafen an den tollen Fischkuttern vorbei und zurück zum Auto. Es ist spät und wir machen uns endgültig auf die Rückfahrt zum Hotel.
Brauhaus Butjadinger TorNana schläft im Auto. Als wir im Hotel ankommen, ist sie eigentlich noch ziemlich müde, aber eben erstmal wieder wach, also entscheiden wir uns den letzten Abend noch eine halbe Stunde ins Brauhaus des Hotels zu setzen, bevor es schließt. Wir gönnen uns ein Bier und eine Brotzeit mit Käseplatte, Nana nascht vom Käse mit und hält tapfer durch. Wir beeilen uns dann aber auch, wieder hoch ins Zimmer zu kommen, als sie schlafen will. Nicht nehmen lässt Nana es sich allerdings, im Bett erst noch ein paar Chips zu futtern.

Das letzte Frühstück am Freitagmorgen genießen wir nochmal ausgiebig mit Brötchen, Ei und Pancakes, dann checken wir aus. Wir wollen den Tag noch nutzen. Das Fernweh stellt sich schon ein und Nana realisiert  nicht so richtig, dass wir abends wieder ganz nach Hause fahren werden. Zum Hotel hat sie nämlich inzwischen auch schon „zuhause“ gesagt.

Wir fahren nochmal nach Hooksiel, wo es uns am Vortag  so gut gefallen hat. Wir laufen durchs Watt bis zum Meerwasser, dass sich weit zurückgezogen hat, um nochmal darin zu toben. Wir matschen nochmal richtig mit dem Watt, rennen, hüpfen und beobachten Krebse. Ein paar Muscheln werden auch noch gesammelt. Dann stärken wir uns an der Fischbude. Nana will Pommes und ein Eis und nochmal auf dem kleinen Spielplatz spielen.
Wattliebe Symbolbild

Familienfoto an der Nordsee

Statt uns von Hooksiel direkt auf den Heimweg zu machen, fahren wir anschließend nochmal nach Neuharlingersiel auf die Kirmes. Hier gibt es noch ein SlushEis, und Papa gewinnt zwei Stofftiere, die Nana stolz in Empfang nimmt und links und rechts im Arm hält. Von der Kirmes aus laufen wir nochmal auf den Deich hoch. Unser Plan, zum Abschied kurz über das Meer zu schauen, gerät etwas durcheinander, als Nana wieder ins Wasser laufen will. Mit den Zehenspitzen steht sie da im Meer, baut eine Sandburg, wie am Montag. Nur, dass sie diesmal weint, als wir gehen wollen. Wir lassen ihr noch ein paar Minuten. Bauen noch eine zweite und eine dritte Sandburg; »eine Nana, eine Mama, eine Papa«. Zum Auto läuft sie schon wieder munter vor, aber sie ist traurig, das sehen wir.
Nordseeurlaub - Abschied vom MeerDie Rückfahrt ist entsprechend anstrengend. Unser Kind schläft die ganze Rückfahrt nicht, die sich mit Pausen über vier Stunden zieht. Sie schwankt zwischen überdreht guter Laune, Singsang, Kreischen und totalem Frust. Sie will zurück ans Meer, sie will Kühe und Schafe sehen, wie  an den Landstraßen im Norden, sie will nicht nach Hause, irgendwann aber zumindest »erstmal in den Garten gehen«. Zuerst landen wir dann auch tatsächlich im Garten, ernten und gehen schließlich nach Hause, wo Nana allmählich zur Ruhe kommt.

Unser Urlaub an der Nordsee war wirklich rundum schön. Das Hotel Butjadinger Tor hat uns gut gefallen, und Nordenham hat eine prima Lage, um an der Küste herumzufahren. Das Wetter war top, das Watt hat uns besonders begeistert. Nana hatte so viel Spaß. Sie hat »endlich« das Meer gesehen. Es wird sicher nicht das letzte Mal gewesen sein. Xx Fiona

Unser Nordseeurlaub | Unverbogen Kind Sein

 

 

 

 

 

 

 

*Die Unterkunft wurde selbst gebucht und bezahlt. Es handelt sich um einen unabhängigen Erfahrungsbericht. — Der Veröffentlichung von Bildern, die im und vom Hotel (Zimmer/ Buffet) entstanden sind, wurde vom Hotelpersonal zugestimmt.

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