Garten mit Kind (Teil3): Die Gartengestaltung

Garten mit Kind Gartengestaltung TitelNachdem wir im März an einen Kleingarten gekommen waren und das verwilderte Grundstück in den ersten zwei Wochen erstmal ordentlich umgegraben, von unerwünschtem Wuchs kahl geschlagen und Baumstumpfe ausgehebelt hatten, konnten wir uns bald endlich auch Gedanken zur Gartengestaltung machen. Einen groben Plan hatten wir bereits: Vorne vor die Laube sollte Wiesenfläche zum Spielen und Entspannen entstehen, und im vorderen Teil des Gartens bis zum Tor wollten wir verschiedene Beete anlegen.

Gartengestaltung: Das erste Beet

Einen Weg hatten wir bereits mit den vorhandenen Steinen gelegt, die wir im Garten gefunden hatten. Steine fanden wir noch einige mehr, sie lagen hier und da gestapelt, also entschieden wir uns, diese auch für die ersten Beetbegrenzungen zu benutzen – Das erste Beet gestalteten wir spontan direkt am Weg. In die Mitte bauten wir eine Kräuterspirale. Dafür benutzen wir dieselben Steinen, und machten uns kurz darauf auf ins Gartencenter.

Ein paar Pflanzen mussten her.

Drumherum herrschte zwar noch immer Chaos, aber dieses erste Beet war unheimlich wichtig für uns.

Wir kauften ein paar winterharte Kräuter und Stauden, die wir in das angelegte Beet und in das vorhandene Beet vor der Laubenterrasse pflanzten.

Kräuterspirale (04/2018)

Kräuterspirale (04/2018)

Wenn ich mir die Bilder heute ansehe, kann ich den Unterschied kaum glauben. Es hat sich inzwischen eine Menge getan, der Garten wächst und gedeiht. Im Beet blüht es. Die Stauden sind ineinander gewachsen und bedecken mittlerweile fast den ganzen Boden. In den übrigen Beeten wächst das Gemüse- Wir haben mehrere kleine und große Bereiche abgesteckt. Die Saison ist nun größtenteils vorbei. Aktuell wachsen der Grünkohl, Rosenkohl und Porree. Die letzten Tomaten reifen noch nach, ein paar Auberginen habe ich vor kurzem wieder gepflückt. Unsere späten Sonnenblumen blühen noch tapfer. An den Bäumen hängen noch einige Äpfel und Birnen. Die Kräuterspirale wuchert geradezu über.

Wahnsinn! Ich hatte damals wirklich nicht damit gerechnet, dass wir den Garten dieses Jahr schon so reich bepflanzen konnten.

Garten mit Kind: Erdbeerbeet und Sandkasten

Nana wollte natürlich auch ein eigenes Beet haben.

Die linke Seite vor der Laube sollte ihr eigenes kleines Gartenreich werden. Damals ahnten wir noch nicht, wie tüchtig sie im ganzen Garten mithelfen würde.

Als Nächstes jedenfalls wollten wir erstmal die Fläche für unsere Tochter gestalten. Als Erstes gruben wir dazu den Boden zu einer glatten Erdfläche um, und befreiten alles grob vom Unkraut. Zusammen mit Nana steckte ich dann ein kleines Beet am Rand ab, für das sie entscheiden sollte, was wir pflanzten. Sie wünschte sich später Erdbeeren, Kräuter und Blumen.

Nanas Erdbeerbeet (04/2018)

Nanas Erdbeerbeet (04/2018)

Nana bekam natürlich auch einen Sandkasten.

Sandkasten (im HG Nanas Beet)

Sandkasten (+ HG Nanas Beet)

Mit dem Sandkasten im Garten wurde Nana auch endlich wieder geduldiger. Die letzten Tage hatte ich nämlich immer häufiger mit ihr auf den Spielplatz in der Kleingartenanlage ausweichen müssen, weil sie keine Lust mehr hatte in der Erde zu stochern und Steine zu tragen. Das änderte sich später wieder, durchlebte aber einmal einen echten Tiefpunkt. Mit dem Sandkasten klappte es viel besser, am besten natürlich, wenn einer mitspielte. So kamen wir zwar insgesamt langsamer voran, ersparten und aber allen eine Menge Frust.

Und war es wichtig, dass Nana Spaß am Garten behielt. Und das konnten wir gerade in der anstrengenden ersten Zeit nur gewährleisten, wenn wir sie nicht damit stressten. Wir schafften also einen Ort, an dem sie spielen konnte, und gingen so gut wir konnten auf sie ein. Wir machten Pausen und brachen ab. Manchmal lagen die Nerven natürlich auch blank.

Gerade an Tagen, an denen wir kaum voran kamen.

Schweiß und Freuden: Von Gartenarbeit bis Grillsaison

Vor eine erste Schwierigkeit stellte uns der Rasen. Es gab zwar Wiesenflächen im Garten, aber nur in der vorderen Hälfte, also dort wo wir die Beete hinsetzen wollten. Vorne vor der Laube hingegen nicht. Zuerst überlegten wir, Rasen zu sähen, entschieden uns aber dagegen, weil wir unsere Tochter niemals mehrere Wochen stressfrei davon abhalten konnten, den Bereich vor der Laube zu betreten – Zumal dort nun schon ihr Sandkasten stand. Es wäre trennend gewesen, Nana plötzlich vom neuen Lieblingsort fernzuhalten.

Das wollten wir, weder ihr noch uns antun.

Die zweite Idee war, Rollrasen zu verlegen, was aber deutlich teuerer geworden wäre. Schließlich kam mein Mann auf die Idee, die Wiese aus der vorderen Hälfte des Gartens abzutragen und in Stücken nach hinten vor die Laube zu verlegen. Ich war anfangs nicht wirklich begeistert davon, weil die Wiese ohnehin alles andere als makellos war. Drei Tage war mein Mann damit beschäftigt, die Wiese von vorne nach hinten um den Sandkasten zu verteilen. Nana half fleißig. Auf der anderen Seite vom Weg machten wir dasselbe, allerdings erst einige Wochen später, nachdem wir das Ergebnis für gut befunden hatten.

Die Wiese wuchs nämlich tatsächlich richtig schön zusammen, sogar ohne dass wir nachsähen mussten.

Gartengestaltung (06/2018)

Gartengestaltung (Blick von der Laube)

Ende März weihten wir den Garten mit dem ersten Mal Grillen ein. Ich glaube, dass war auch der erste Tag, an dem wir im Garten einfach mal nur saßen und entspannten. Bis Mai blieben diese Momente auch noch sehr selten. Es gab einfach zu viel zu tun.

Nana hatte inzwischen zum Glück auch wieder richtig Spaß beim Helfen. Sie bekam eine eigene Schubkarre, mit der sie wie Papa Steine oder Erde hin und her fahren konnte, oder Unkraut darin sammelte. Mit den eigenen kindgerechten Spaten, Hacke, Besen und Rechen aus dem Gartencenter buddelte und half sie ebenfalls bei jeder Gelegenheit mit. Zwischendurch hielt der Sandkasten her. Oder die Beetumrandungen zum Balancieren. Irgendwie bekamen wir die Zeit rum, und arbeiteten uns Stück für Stück vor.

Ich glaube, meine Tochter gefiel es auch, zu sehen wie der Garten sich veränderte.

Weg hinter der Laube

Weg hinter der Laube

Hinter der Laube entfernten wir als Nächstes ebenfalls den Wildwuchs, und machten uns die Abstellflächen dahinter etwas besser durch Steinplatten zugänglich, die wir als Weg legten.

Dabei tauchten auch noch einige Pflanzen auf, die wir retteten und in die Beete umpflanzten. Farne zum Beispiel. Und Wilderdbeeren, die mittlerweile ein ganzes Beet ausfüllen.  Auch Himbeerpflanzenableger kamen hier und da im Garten zum Vorschein, die wir ebenfalls in ein eigenes Beet umsetzten.

Die meisten anderen kleineren Blumenfunde rettete Nana in ihr eigenes Beet.

Wir tauschten nun auch endlich das provisorisch reparierte alte Gartentor gegen ein neues Tor aus.

Inzwischen war Mitte April. Wir grillten nun regelmäßig im Garten, spielten Ball oder legten uns mit einer Decke auf die Wiese. Der Garten lohnte sich. Er wurde bis zum Hochsommer zu einem unserer häufigsten Aufenthaltsorte, auch wenn er noch karg aussah. Im Vergleich zum Anfang hatte sich eine Menge getan, und wir hatten ja noch viele Pläne. Im Sommer stellten wir ein Planschbecken auf, oft war es tagsüber aber leider viel zu heiß dieses Jahr, um Stunden im Garten zu verbringen. Wir gingen dann oft lieber in den Wald.

Zwischendurch stand ein weiteres größeres Projekt an, dass nicht nur uns, sondern die gesamte Kleingartenanlage betraf: Wir bekamen neue Hauptwasserleitungen.

Das war ein ziemliches hin und her mit unklaren Absprachen und wir ärgerten uns etwas. Da ahnten wir noch nicht, dass die Wasserleitung uns später nochmal Sorgen bereiten würde.

Im Juni ging uns erst der Wasserhahn an der Laube kaputt, den wir noch schlicht austauschten. Im Juli leckte dann aber an mehreren Stellen das alte Kupferrohr an der Laube, dass wir ganz austauschen mussten. Wir bastelten im wahrsten Sinne des Wortes eine Lösung: Wir verlegten den Wasserhahn mit einer Steigleitung, und verbanden die Toilettenspülung in der Laube provisorisch mit einem Stück vom alten Gartenschlauch.

Wasserstelle im Garten

Wasserstelle im Garten

Nach und nach gruben wir anschließend weiter die Erde um und steckten in der vorderen Hälfte des Gartens nun endlich unsere Gemüsebeete ab.

Das passierte relativ diskontinuierlich über die nächsten Wochen nach Bedarf.Gemüsebeet mit Rankhilfe

Gemüsebeete (04/2018)

Gemüsebeete (04-05/2018)

In die ersten zwei Beete pflanzten wir Zwiebeln, Knoblauch und Karotten. Nana bekam natürlich ihr Erdbeerbeet. Nach und nach kamen viele Nutzpflanzen dazu – Wer mir auf Instagram folgt, weiß, dass wir dieses Jahr schon eine unglaublich üppige Ernte hatten.

Die Terrasse und die Laube entrümpelten wir anfangs nur grob.

Erst Ende April räumten wir die Laube innen bis auf die Küchenzeile leer und brachten alles zum Sperrmüll. Die Laube bekam eine frische Lackierung im selben Ton. Nana wollte dabei natürlich mithelfen: Die Kombination aus nicht kindgerechter Farbe und Kleinkind war zwar etwas anstrengend, aber die Pinselstriche, die sie machte, machten sie so unheimlich stolz. Die Terrasse entrümpelten wir komplett erst Anfang Juli, befreiten die Bodenplatten und Umzäunung vom Wildwuchs, und stellten eine Bierzeltgarnitur auf. – So richtig ist die Laubengestaltung noch nicht abgeschlossen, darein investieren wir bald aber nochmal.

Laube Innen Fensterseite

Laube Innen Küchenzeile

Laube Innenraum (04/2018)

Terrasse Garten Garnitur

Gartenterrasse Garnitur

Der (un)perfekter Gartentraum – Eine Jahresbilanz

Der Garten ist noch lange nicht perfekt, aber er gefällt uns.

Garten mit Kind Teil3 - Die Gartengestaltung #Garten #Familiengarten #Gartengestaltung

Nach der ersten Gartensaison sind wir inzwischen mit der Gestaltung fast fertig geworden und es fehlen nur noch Feinschliffe, die wir über die kälteren Tage und im nächsten Frühjahr angehen werden. Insgesamt hat sich der Garten schon wahnsinnig gelohnt.

Auch wenn es viel Arbeit war und wir wirklich enorm viel Zeit in die Gestaltung investieren mussten, wir hier und da Meinungsverschiedenheiten ausgesessen haben und die Wasserleitung nicht die einzige Sorge blieb – Es hat auch total Spaß gemacht, und ich freue mich jetzt sehr darauf, immer mehr Details zu verschönern.

Im nächsten Teil werde ich euch von Wespen und Schnecken erzählen, und davon, wie Nana bei der Gartenarbeit hilft, und wie es dieses Jahr mit der Ernte genau bei uns war. XX Fiona

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