Damals vor drei Jahren: Ein GeburtsTAGSbericht

Ein GeburtsTAGSBericht

21.12.2018 Heute vor drei Jahren hast du uns zu Eltern gemacht. Eine so unfassbar lange und gleichzeitig kurze Zeit liegt zwischen damals und heute. Spannung. Anstrengung. Glück. Bedingungslose Liebe. Ich kann mir nicht mehr vorstellen, dass es ein OHNE DICH jemals gab. Gleichzeitig kommt mir dieser Tag vor drei Jahren noch so nah vor. Wo ist die Zeit hin?

Ein Superbaby wird geboren! – Geburtsbericht

20.12.2015 | 20:00Uhr Ich bin in der 41. Schwangerschaftswoche und habe mich bereits damit abgefunden, dass ich über Weihnachten eingeleitet würde. Aber an diesem Abend passierte es- Ich bemerkte die erste richtige Wehe. Es tut weh, mehr als bei den Übungswehen, die ich schon kenne.

Ich notiere die Abstände der Wehen. Sie kommen alle 10 bis 15 Minute.

20.12.2015 | 22:00Uhr Die Wehen sind immer noch da.

Ich entscheide mich, in die Wanne zu gehen und zu schauen, ob die Wehen bleiben. Ich werde unruhig. Ich habe in den letzten Tagen zwar schon öfters fortschrittslos vor mich hin geweht, aber diesmal ist das Gefühl dabei ein völlig anderes. Diesmal habe ich das Gefühl, dass es wirklich ernst werden könnte. Mein Mann kommt drei Mal ins Bad und fragt mich, wie es aussieht. Als ich ihn beim dritten Mal immer noch zunicke, ruft er in der Klinik an. Die Hebammen sagen, wir sollen vorbei kommen, sobald ich mich zu Hause nicht mehr wohl fühle. Alles klar. Ich mache mir einen Tee und setze mich auf die Couch. Mein Mann ist offenbar nervöser als ich.

21.12.2015 | 00:00Uhr Nachdem ich die letzte Stunde nicht mehr still sitzen konnte und im Wohnzimmer auf und ab marschiert bin, gebe ich dem Bitten meines Mannes nach und wir machen uns nun auf den Weg in die Klinik. Ich fühle mich gut. Die Wehen kommen alle fünf bis zehn Minuten. Ein wenig muss ich schon veratmen. Die Autofahrt dauert keine fünfzehn Minuten, aber heute kommt mir die Strecke länger vor. Ich steige aus dem Auto. Wir überqueren die Straße und bei der nächsten Wehe muss ich kurz stehen bleiben. Es geht wirklich los, schießt es mir durch den Kopf. Wenn ich dieses Krankenhaus wieder verlasse, werde ich mein Baby im Arm halten. Im Moment bin ich mir noch nicht sicher, was größer ist – die grenzenlose Vorfreude auf unser Mädchen, oder die Angst vor der Geburt.

21.12.2015 | 00:30Uhr Die Ärztin macht einen Ultraschall, tastet nach dem Muttermund und teilt mir mit, dass wir bei einer ‘vielversprechenden‘ Öffnung von sage und schreibe zwei Zentimetern sind. Fruchtblase in Takt. Schleimpfropf noch in Teilen da. Es kann also noch dauern. Stunden.

Ewigkeiten.

Als Erstgebärende kann ich trotzdem schon in der Klinik bleiben, wenn ich mich damit besser fühle. Ich werde gefragt, ob ich ein Schmerzmittel haben möchte. Nein. Trotzdem bekomme ich ein Zäpfchen in die Hand gedrückt. Ich solle entscheiden. Es wäre besser, wenn ich schlafe.

Wie gesagt, es kann noch dauern.

Nach einigem Hin und Her kann auch mein Mann bleiben, anstatt nach Hause zu fahren und am Morgen zurückzukommen. Wie sich herausstellen wird, die richtige Entscheidung. Es wird ein Bett für ihn in den Kreißsaal geschoben. Wir können dort übernachten, weil gerade keine anderen Geburten stattfinden. Mein Mann schläft ein. Ich liege wach und texte ein paar Leute an. Das Zäpfchen, dass ich doch noch nehme, bringt nichts.

21.12.2015 | 3:00Uhr Geschlafen habe ich nicht. Die Wehen tun nun richtig weh. Sie kommen in drei Minuten Abständen und ich muss tief durchatmen. Mein Mann schläft noch. Ich schleiche auf die Toilette und stelle fest, dass ich blute. Tapse zurück ins Zimmer, wecke meinen Mann und klingele nach der Hebamme. Sie kommt, ruft die Ärztin dazu und es wird nach dem Muttermund getastet. Schleimpfropf vollständig weg. Muttermund acht Zentimeter geöffnet. Bäm! Von wegen „das dauert noch lange bis in den nächsten Nachmittag“.

Von hier an habe ich kein Zeitgefühl mehr.

Ich tigere durch den Kreißsaal, hänge dabei an einem mobilen CTG. Laufen. Wehen veratmen. Weiter Laufen. Mein Mann sitzt da und beobachtet mich. Die Hebamme ebenfalls. Sie wechselt ein paar Worte mit mir, aber lässt mich in Ruhe. Niemand redet mir rein oder gibt mir ungewollte Ratschläge.

Ich fühle mich wohl.

Und ich weiß mittlerweile, ich habe damit als in der Klinik Gebärende wahnsinniges Glück.

Im Nebenraum wird Wasser in die Geburtswanne eingelassen. Ich habe mir eine Wassergeburt gewünscht, und darf diese auch erleben. Das warme Wasser tut mir gut. Es verändert zwar nicht wesentlich die Schmerzen, aber in den Wehenpausen kann ich gut entspannen und tratsche sogar noch fröhlich mit der Hebamme, die ganz begeistert ist, als ich ihre erzähle, dass ich keinen Geburtsvorbereitungskurs besucht habe.

Die Atmosphäre ist herzlich. Während ich da liege und wehe. Alles was ich tue, ist reine Intuition. Genauso wollte ich es. Ich wollte auf mich und meinen Körper hören. Und bekomme diese  Chance.  Das ist leider ungewöhnlich in Kliniken -Der Schmerz ist inzwischen heftig, ich veratme die Wehen hörbar. Jede Wehe bringt mich der Geburt näher.

Mein Mann hat sich zurückgezogen. Er ist außer Sichtweite. Sein Kreislauf spielt nicht mit. SEINER! Aber ich bin ihm nicht böse. Die Hebammen sind toll und geben mir ein sicheres Gefühl. Irgendwann ist Schichtwechsel. Die eine Hebamme verabschiedet sich, eine andere setzt sich zu mir. Eine Hebammenschülerin kommt dazu. Ich nicke, als ich gefragt werde, ob es für mich in Ordnung ist, dass sie zuschaut. Der Wechsel ist schade, aber ich habe ehrlichgesagt, gerade keine große Muße, darüber zu sinnieren.

Mittlerweile verspüre ich den Drang zu pressen. Ich werde nicht aufgehalten. Verdammt, tut das weh. Ich schwanke zwischen dem verzweifelten Versuch zu veratmen und irgendwie aus der Nummer wieder rauszukommen, drücken, in mich hinein schreien (Oder auch heraus, ich weiß es nicht!) und stumm sinnlose Lieder vor mich hin trällern. Ich spüre, wie mein Baby sich auf den Weg macht. Ich spüre sie vor und zurückrutschen, spüre ihre Beinchen noch unter meiner Bauchdecke trampeln. Es ist ein wahnsinniges Gefühl und ich bin glücklich, keine Betäubungsmittel genommen zu haben, alles zu spüren, was passiert..

Die Hebammen sprechen mir Mut zu, pfeifen jetzt auch wieder meinen Mann zu mir und sagen mir, dass ich weiter pressen soll. Pause. Nochmal pressen. Noch mal. Dann spüre ich, dass der Kopf da ist.

Mein Baby zappelt. Noch einmal pressen.

Noch einmal.

Und dann ist der Druck ganz plötzlich weg. Ich fühle mich wie in Watte gepackt. Erschöpft. Glücklich. Unwirklich. Den ersten Schrei meiner Tochter nehme ich nur ganz weit weg am Rand wahr.

Nana einen Tag nach der Geburt

21.12.2015 | 07:00Uhr Ich bin Mutter. Unsere Räubertochter wird mir in der Geburtswanne auf die Brust gelegt. Mein Mann hilft der Hebamme die Nabelschnur durchzutrennen. Ich bin glücklich. Ich sehe diesen kleinen kompletten Menschen und kann gar nicht glauben, dass sie eben wirklich noch in meinem Bauch war. Um mich herum nehme ich nicht viel wahr. Der Schmerz ist vergessen. Es gibt nur noch dieses kleine Wunder auf meinem Arm und das unfassbare Gefühl, es tatsächlich ganz alleine geschafft zu haben. Das Wasser wird aus der Wanne abgelassen, und ich werde irgendwann gebeten noch für die Nachgeburt zu pressen.

Mein Mann kann nun unsere Tochter das erste Mal halten. Mir wird aus der Wanne herausgeholfen und ein schicker Krankenhausdress übergeworfen. Während die Hebammen unser Baby wiegen (3095gramm), messen (49cm) und abtrocknen, werde ich im selben Raum mit Blick auf mein Baby genäht. Unser Mädchen wurde mit der Hand am Kopf zuerst geboren und hat sich im entscheidenden Moment auch noch genüsslich gereckt. Ein richtiges Superbaby eben. – Mir geht es gut. Ich bin wieder hellwach. Gut gelaunt. Voller Adrenalin und Liebe. Mein Baby wird mir noch im Kreißsaal wieder auf die Brust gelegt. Wir kuscheln und ich kann sie das erste Mal zum Stillen anlegen. Mein Mann ist bei uns.

So lässt man uns zu Dritt alleine. Eine Stunde können wir uns ungestört kennenlernen und die Dreisamkeit ganz in Ruhe genießen, ohne vom Krankenhaustrubel viel mitzubekommen. Dann erst kommt die Hebamme zurück, führt die erste Vorsorgeuntersuchung durch, und schiebt uns weiter auf die Station. Mein Mann ist auch hier die ganze Zeit bei uns. Wir haben ein Familienzimmer, und genießen die ersten Tage zusammen.

Einen Tag vor Weihnachten können wir die Klinik verlassen und nach Hause fahren.

Nana mit neun Monaten

Heute vor drei Jahren habe ich dich geboren.

Es war eine schöne Geburt, ich habe mich nicht übergangen oder gestört gefühlt. Völlig selbstverständlich war das damals für mich. In Wirklichkeit ein riesen Glück, wie ich heute weiß.

Liebes Geburtstagskind

Heute ist dein Geburtstag. Liebes Geburtstagskind, wir lieben dich. Wie schön, dass du bei uns bist. Jeder Tag ist besonders mit dir.

Ein Leben ohne dich kann sich hier niemand mehr vorstellen.

Mein Kind. Einzigartiger Mensch. Du bist gut und richtig, wie du bist.

Fröhlich.

Keck.

Wild.

Sensibel.

Clever.

Vorsichtig.

Frei.

Willensstark.

Kuschelig.

Ich bin nicht immer die Mutter, die ich sein will. Ich werde nicht immer meinen Vorstellungen gerecht. Ich mache Fehler. Ich werde manchmal lauter, als ich sein will. Ungerecht zu dir. Aber nichts erhellt meinen Tag mehr, als wenn du Frohnatur mich trotz meiner Fehler einfach in den Arm nimmst, mir ein Küsschen gibst und sagst, ich soll wieder glücklich sein.

Dann weiß ich, dass ich nicht alles falsch mache.

Oft schauen dein Papa und ich uns an, und wir bewundern, was für ein gutherziger kleiner Mensch du bist; und wir wissen, dass wir an dir NICHTS verändern wollen.

Sicher. An manchen Tagen treibst du mich in den Wahnsinn.

Ganz oft liegt das aber gar nicht wirklich an dir. Und dann ändere ich den Blickwinkel und sehe ein Mädchen, dass für sich und ihre Wünsche einsteht – und ich wünsche mir, dass du diesen Mut niemals verlierst.

Ich weiß: Du brauchst einen sicheren Hafen, tiefe Wurzeln, damit dir Flügel wachsen.

Kein kleines Fremdelbaby mehr. Du hast Freunde gefunden. Bist rücksichtsvoll und wahnsinnig verständig für dein Alter. Findest einfach selber Kompromisse, wenn dein bester Freund dein Lieblingsspielzeug haben will. Und du lernst unglaublich schnell Neues.

Viele haben gesagt, dieser Erziehungsverzicht kann nicht gut enden. Heute sehe ich dich an, und weiß, sie haben unrecht!

Ich sage euch: Meine Haltung endet nirgendwo, sie IST. Auch wenn ich es nicht immer schaffe; auch wenn manchmal mein erzogenes Ich vorschnell reagiert, niemals werde ich Erziehung FÜR UNS als Normalität verstehen. Immer werde ich mein bestes auf diesem Weg geben.

Heute feiert ein wundervolles kleines Mädchen ihren dritten Geburtstag, das von Familie und Freunden geliebt wird. WEIL SIE IST, WER SIE IST. Nicht weil irgendjemand sie zu irgendwem machen will.

Happy Birthday Nana. Wir lieben Dich. Xx Fiona


Anlässlich des Geburtstags meiner Tochter möchte ich Euch eine Kleinigkeit schenken. Auf Facebook findet ihr ein Gewinnspiel. Teilnahme vom 21.12.2018 12:00Uhr -23.12.2018 24:00Uhr. Auslosung am 27.12.2018. Schaut gleich mal auf der Facebookseite vorbei.

Viel Glück!

Ein Geburtstagsbericht zum dritten Geburtstag #Geburtsbericht #briefanskind #familie

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