Bald zu Viert! Vom Kinderwunsch zum zweiten Wunschkind

Titelbild Babywunsch Wunschkind Kinderunsch

Meine Follower in den sozialen Netzwerken wissen es schon eine Weile, hier auf der Seite habe ich bisher nur die Beschreibung heimlich, still und leise angepasst. Dabei wollte ich längst darüber berichtet haben, aber wie es manchmal eben so ist, verfliegen die Wochen unbemerkt. Und dann kam auch noch die Coronakrise dazwischen und legte außen und innen alles etwas still. Jetzt will ich es hier aber ENDLICH auch offiziell machen; sonst krabbelt unser zweites Wunschkind, unser Wunschbaby bald durch Bilder, bevor es jemals erwähnt wurde.

Richtig gelesen. Baby.

Ich bin schwanger. N wird große Schwester. Wir nochmal Eltern. Und die Zeit rast.

Die Hälfte der Schwangerschaft ist bereits rum.

Manchmal laufe ich am Spiegel vorbei, bewundere die wachsende Murmel, spüre Tritte im Bauch, und bedauere ein wenig, dass diese Schwangerschaft so sehr an mir vorbeizieht.

Ich habe mir aber sagen lassen, das ist irgendwie normal beim zweiten Mal.

Um so irrer, dass diese Schwangerschaft schon wieder zur Hälfte rum ist, wenn ich dabei bedenke, wie lange wir darauf gewartet, und noch viel mehr darum gebangt haben, dass sie überhaupt passiert.

(Unerfüllter) Kinderwunsch – Unser Weg zum zweiten Wunschkind

Einen zweiten Kinderwunsch hatte ich quasi schon sofort nach Ns Geburt. Zwei Kinder minimum, das war schon immer MEIN Wunsch gewesen. Meinem Mann hätte auch eines gereicht, behauptet er jedenfalls, aber das ein zweites Kind irgendwann kommen würde, war trotzdem klar, ohne viel darüber reden zu müssen. Wir hatten auch rasch Vorstellungen davon, wann wir mit der Kinderplanung wieder starten wollten. Nur wie das Leben so spielt, verschob sich der Start nochmal eine Weile, bis es wirklich passte.

Ende 2018 setzte ich die Pille ab.

Ich war zu dem Zeitpunkt ganz naiv in der Erwartung und Vorfreude noch 2019 mein zweites Baby im Arm halten zu dürfen, spätestens aber Anfang 2020, schließlich hatte es bei N damals auch nicht lange gedauert mit dem positiven Test. Damals hatte sich das erste Wunschkind auf den Weg gemacht, kaum dass ich ergoogelt hatte, wann eigentlich der ideale Zeitpunkt im weiblichen Zyklus ist, um überhaupt schwanger zu werden. Getreu dem Motto: Zielen, Schuß und Treffer. Dabei kannte ich mich mit Zyklen und alldem kaum aus. Inzwischen tat ich das zwar bestens, aber diesmal war es anders. Diesmal machte ich Bekanntschaft mit unregelmäßigen Zyklen, verspäteten Eisprüngen und zu kurzen zweiten Zyklushälften. Mit Ovulationstests und Basaltemperatur und der Trauer, wenn die Periode trotzdem kam. Kram, mit dem ich mich bis dato nie beschäftigt hatte, bis es mit dem verflixten schwanger werden, einfach nicht klappte.

Was ich überall hörte: Mach dich nicht verrückt damit. Lass los! Entspann dich! Das ist aber nicht einfach; nein, das geht einfach überhaupt nicht, wenn der Kinderwunsch unerfüllt bleibt. N war es mittlerweile gewohnt, dass morgens das Basalthermometer piepte, dass ich Teststreifen ins Pipi hielt, Striche verglich und seufzend in die Ecke warf, wenn der Eisprung wieder auf sich warten ließ. Und auch, dass Mama weinte, wenn ihre Tage kamen. Das Aufklärungsthema jedenfalls haben wir auch durch, und N weiß mit vier Jahren schon jetzt mehr über den weiblichen Zyklus, als ich bis etwa 27.

ich werde 2020 große Schwester. N freut sich aufs Geschwisterchen
Glückliches Kind! N freut sich sehr, große Schwester zu werden

Und am Ende hatten trotzdem alle Recht. Was fehlte, war vielleicht doch Entspannung.

Wenn ich ehrlich sein soll, hatte ich das Thema nämlich abgehakt. Zumindest für letztes Jahr. Dezember 2019. Die Weihnachtszeit schlich heran, der Geburtstag der Großen auch. Ich wollte um alles in der Welt nicht wieder weinen müssen, nicht an Weihnachten – Dorthin errechnete ich mir aus Erfahrungen nun ungefähr den Beginn meine Periode. Stattdessen nahm ich mir vor, nach Weihnachten einen Termin bei meiner Frauenärztin zu machen, und den unerfüllten Kinderwunsch medizinisch durchchecken zu lassen. Ohne Hilfe würde es nicht klappen, davon ging ich nach einem Jahr erfolglosem hoffen einfach aus.

Den Termin brauchte ich dann tatsächlich, allerdings nicht mehr zum Zyklus Check Up.

Ich machte den ersten Monat keine regelmäßigen Ovulationstests mehr, maß nur aus Gewohnheit weiter Temperatur. Ich trank sogar nach einem Jahr vorsorglicher Abstinenz wieder Alkohol, hie und da durfte es ein Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt sein. Mehr zufällig spürte ich in diesem Zyklus meinen Mittelschmerz, etwas früher als sonst.

Richtig Hoffnung machte mir das aber nicht.

Ich hatte eine Einnistungsblutung bei ES+8, ganz anders als bei N. Ich war mir aber zu dem Zeitpunkt sicher, wie erwartet, wie fast jeden Zyklus, bloß wieder meine Periode wieder um einiges zu früh zu bekommen, aber die leichte Blutung verschwand. An ihrer Stelle machte sich ein Gefühl in mir breit.

Dieses Gefühl, dass ich noch von N kannte.

Am Geburtstag der Großen war ich dann offiziell überfällig. Streichelte morgens halb bewusst, halb unbewusst über meinen Bauch und dachte mir „Deine Schwester hat Geburtstag“.

Ich glaube mit diesem Gedankenblitz, war mir endgültig klar, was los war.

Diesmal hoffte ich nicht nur. ich wusste es.

Am nächsten Morgen, einen Tag nach Ns viertem Geburtstag und zwei Tage vor Weihnachten, bestätigten mir zwei rosa Striche mein Gefühl. Ein schöneres Weihnachtsgeschenk konnte ich uns gar nicht machen.

Ich war schwanger. Endlich.

Endlich Schwanger

Achterbahn der Gefühle: Bangen ums zweite Wunschbaby

Die ersten Wochen waren allerdings neben der unendlich großen Freude auch geprägt von Sorgen.

Das hatte mehrere Gründe.

1) Ich hatte am Tag vor Weihnachten nochmal leichte Blutungen bekommen. Sie verschwanden wieder. Ich bekam vorsorglich Progesteron verschrieben, weil ich die Gelbkörperschwäche im Hinterkopf hatte, die ich eigentlich als Grund für die auf sich warten lassende Schwangerschaft vermutet hatte… Das beruhigte mich zwar etwas, aber natürlich bereitete mir die Blutung noch eine Weile endlose Gedanken. Denn 2) Wir hatten solange auf dieses Wunder gewartet, die Befürchtung es vielleicht wieder gehen lassen zu müssen, machte mich unfassbar unruhig. 3) für uns wäre es schon ein schmerzlicher Verlust gewesen, aber wie hätte N das begreifen sollen? Voll involviert wie sie in die Kinderplanung bereits war, erzählten wir ihr natürlich auch sofort vom positiven Test. Vorsorglich erzählte ich ihr zwar sowieso davon, dass nicht jede beginnende Schwangerschaft sich zu einem gesunden Baby entwickelt und manche Schwangerschaften enden, aber ich hoffte sehr, dass sie diese Erfahrung nicht erleben brauchte. Und doch wusste ich 4) bewusster, als damals bei N, DASS Schwangerschaften enden können, und dass das gar nicht so selten ist, wie wir wünschen würden. In der Schwangerschaft mit N ging ich noch naiv davon aus, dass, wer einen positiven Test in den Händen hält, nach neun Monaten auch ein Baby im Arm halten wird. Basta! Ich war damals noch überhaupt nicht mit Elternthemen vertraut, kannte den Begriff Sternenkind nicht. – Ob das Unwissen besser oder schlechter war, sei an dieser Stelle dahingestellt.

Aber: Die ersten bangen Wochen vergingen, und sie machten der Freude mehr und mehr Platz.

Aus einem Pünktchen wurde ein Wurm mit Herzschlag.

Bald war die zwölfte Woche geschafft. Natürlich weiß ich weiterhin, dass IMMER etwas passieren KANN. Aber das erste Trimester geschafft zu haben, machte trotzdem eine ganze Menge aus.

Bald zu Viert! Das lange Warten aufs Geschwisterchen

Mittlerweile bin ich in der 22. Schwangerschaftswoche. Der Bauch wächst, unser Baby darin strampelt fleißig. Wie mit N bin ich auch diesmal nahezu beschwerdefrei. Müde war ich anfangs, und Sodbrennen macht mir manchmal mehr, manchmal weniger zu schaffen, aber das lässt sich bisher noch aushalten. –

Anfang der Schwangerschaft. N und ich. Und der wachsende Bauch
14.Schwangerschaftswoche. Der Bauch wächst. Der Mut auch.

Eine Geschlechtstendenz haben wir auch schon.

Ganz anders übrigens als N damals, die sich erst in der 32.Woche zeigte, ließ das Wunschbaby sich schon eher zwischen die Beinchen blicken. Zwei mal konnten wir das Geschlecht etwas erkennen. Zu verbissen wollen wir aber nicht an die Tendenz herangehen. Überraschungen passieren schließlich immer wieder.

Einen potenziellen Namen gibt es daher für beide Geschlechter.

Mein Gefühl sprach aber von Anfang an dafür, und so scheint es nun auch: Vermutlich wird ein zweites Mädchen in unsere Familie kommen. N freut sich darüber besonders, sie wollte nämlich von Anfang an lieber eine Schwester. Durch den Clan hat sie ja schon drei Brüder, sagt sie. Wo sie Recht hat, hat sie Recht.

Ende August/Anfang September werden wir unser zweites Wunschkind kuscheln dürfen. Wir freuen uns sehr. Auch wenn die Stimmung ein wenig sehr Corona getrübt ist. Vor allem macht es mich traurig, dass wir die letzte Einzelkind Zeit nicht voll auskosten können. Unser letzter Urlaub zu Dritt etwa musste ausfallen, und wird wohl auch nicht mehr stattfinden können, bevor unser Wunschbaby geboren wird.

Allmählich mache ich mir Gedanken über Dinge, die wir noch besorgen müssen. Ein Beistellbett haben wir kürzlich (gebraucht) gekauft, und N hat gleich ein Babyspielzeug drangehangen, dass noch aus ihren Babytagen stammt und inzwischen ihren Puppen „gehörte“. Der Nestbautrieb setzt allmählich ein. Und bis August hoffe ich, die perfekte Lösung gefunden zu haben, wie wir N schnell bei Freunden unterbekommen und mein Mann im Leopardentempo von der Arbeit heimkommt, wenn die Wehen einsetzen. – Im Vergleich zu damals doch etwas komplizierter. Ich werde in der Klinik entbinden, wo auch N zur Welt gekommen ist und ich sehr schöne Erfahrungen machen durfte. Diesmal ambulant – So der Plan.

Wunschkind Ultraschallbild 19ssw
Ultraschallbild 19.Schwangerschaftswoche. Alles zeitgerecht entwickelt.

Und N? N freut sich. Und wartet. Will wissen, wie lange es noch dauert, bis unser Baby endlich da ist. Und wie groß es ist. Sie legt ihr Ohr an meinen Bauch, spricht mit dem Baby und sagt mir, dass sie es antworten hören kann. Meistens hat es demnach Hunger auf Kekse, sagt sie. N erzählt von Spielzeugen, die sie mit dem Baby teilen wird, und andere Dinge, die vor Niedlichkeit überlaufen. Dass sie eine großartige Schwester wird, weiß ich; ich brauche mir nur anschauen, wie herzlich sie mit Clanbaby L umgeht.

Ich mache mir aber nicht vor, dass immer nur heiter Sonnenschein sein wird.

Geschwister streiten. Geschwister lieben und hassen sich. Ich bin selber Einzelkind, aber vorstellen kann ich mir das trotzdem. Und ich kenne es lebhaft durch Ns Clanbrüder. Streit und Küsschen. Pusten und Treten. Ich fühle mich dadurch jedenfalls gestärkt. Konnte schon viele Erfahrungen sammeln im Alltag mit mehreren Kindern. Gebe Clanbaby L das Fläschchen, und N muss warten. Ein bisschen vorbereitet ist N durch den Clan vielleicht auch. Und auch vom Altersabstand (Viereinhalb Jahre) müsste es hier in der Theorie ja ideal harmonieren. – Aber wir wissen ja alle, dass Theorien am Ende eben nur Theorien sind.

Wir sind also bald zu viert. Im Familienclan dann zu neunt.

Eine spannende Zeit kommt auf uns zu. Erziehungsfrei mit bald Vorschulkind und Baby. Und den drei Buben des Clans. Und ich freue mich, wenn ihr uns weiterhin auf dieser Reise begleiten mögt. Xx Fiona

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