Was bleibt Eigentlich? Ein Jahresrückblick

Das nächste Jahr kommt, das alte Jahr geht. Es war turbulent. Aber was bleibt eigentlich davon? Oft schauen wir ziemlich missmutig auf das vergangene Jahr zurück, geloben uns Besserung unserer Fehltritte, und verlieren dabei vollkommen aus dem Blick, was alles S c h ö n e s passiert ist.

Dabei müssen wir eigentlich oft nur mal genauer hinsehen, den Missmut abschütteln und in uns hinein horchen, vielleicht ein paar alte Fotos dabei durchgucken. Und dann merken wir: Das Jahr war wertvoll. Es hat uns auf unserm Weg vorwärts gebracht.

Vielleicht nicht auf den ersten Blick.

Ich muss zugeben, wenn ich auf das Jahr zurückblicke, fallen mir zuerst viele unschöne Dinge ein- Aber ganz bestimmt dann, wenn wir es zulassen, auf die positiven Dinge zu sehen, sehen wir, dass das Jahr auch schön war.

Angelehnt an #meinschönsterMoment der Woche, habe ich mir gedacht, schaue ich heute mal positiv auf das Jahr 2017 zurück, und schreibe euch meine schönsten Erinnerungen an jeden Monat auf. Lust auf eine Zeitreise?

JANUAR Im Januar hat Nana ihr erstes paar Schuhe bekommen, nachdem sie schon fast sechs Wochen lief. Das machte aus meinem Baby gefühlt endgültig ein Kleinkind, das auf eigenen Füßen steht. Auch baute mein Mann ihr einen Lernturm, denn Nana wollte nicht mehr am Boden bleiben, sie wollte zuschauen; Dabeisein, bei wirklich allem, was wir taten. Wie ein richtiges Kleinkind eben! Und weil ein Kleinkind auch ein Kleinkindzimmer braucht, gestalteten wir im Januar Nanas Babyzimmer um, richteten ihr eine Kuschelecke ein, und verzierten die Wände thematisch mit Blumen- und Eulenmotiven. Heute sieht das Zimmer schon wieder etwas anders aus, aber das Umgestalten Anfang des Jahres machte uns viel Spaß. Damit Nana damit überrascht werden konnte, übernachtete sie damals das erste Mal ohne uns bei Oma und Opa. Entgegen vieler andersartiger Behauptungen konnten wir unsere erste kindfreie Nacht übrigens absolut genießen. Nana fühlte sich bei ihren Großeltern superwohl.

FEBRUAR Im Februar fiel Schnee. Nicht viel, es blieb eigentlich kaum liegen, aber es reichte aus, damit Nana die Flocken am Boden berühren und mit Schnee am Finger glucksend im Kreis rennen konnte. Wir besuchten in diesem Monat einen nostalgischen Indoor Jahrmarkt, der regelmäßig in unserer Stadt stattfindet. Zwei Jahre vorher waren wir ohne Kind dort. Dieses Jahr das erste Mal zusammen mit Nana, die vor lauter Eindrücken erst gar nicht wusste, wo sie hinschauen sollte, und dann lachend mit einem Schiebelaufrad umherstiefelte und die Fahrgeschäfte bestaunte. Die Sonne kam im Februar dann auch noch raus, und Nana machte ihre ersten schüchternen Spielplatzerfahrungen. Ich weiß noch, dass sie sich kaum ins Getümmel traute, und wir das Spielplatztreiben vom Sandkasten ansahen.

MÄRZ Der März brachte mehr Sonne und eröffnete die erste Spielplatzsaison meines Kindes endgültig. Allmählich traute sie sich auch auf Rutsche und Schaukel, und ließ sich von den vielen Kindern immer weniger abschrecken. Mitte März übernachtete Nana  das zweite Mal bei Oma und Opa, und mein Mann und ich gönnten uns einen ganz besonderen kindfreien Abend: Wir besuchten das Tarzan Musical in Oberhausen, zu dem wir von meinen Schwiegereltern Tickets geschenkt bekommen hatten.

APRIL Im April feierte ich meinen 25.Geburtstag. Nochmal  etwas größer, mit guten Freunden, Alkohol und einem für die Nacht ausquartierten Kind. Ich habe mir vorgenommen von nun an nicht mehr jedes Jahr groß zu feiern, mal sehen. Es folgte Ostern. Nana bekam ein Anfänger Laufrad, das sie die ersten paar Tage noch reichlich skeptisch betrachtete und auch den Helm nicht so richtig mochte. Die erste Zeit fuhr sie deswegen nur in der Wohnung damit, und freundete sich dort mit dem neuen Gefährt vorsichtig an.

MAI Am 12.Mai setzte ich nach einigen Wochen Vorarbeit, und einigen mehr Wochen Überlegungen, meinen ersten Beitrag ‚Wir Stellen Uns Vor‘ auf Unverbogen Kind Sein online, und alles hier nahm seinen Anfang. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, wie wichtig mir das Unverbogen Projekt im Laufe des Jahres werden würde. Erst war es nur so eine Idee, dann fing ich an zu schreiben, und jetzt gehört der Blog zu mir einfach dazu. Ich saß aber nicht nur am Laptop. Der Mai war sonnig. Wir waren viel auf dem Spielplatz und in Zoos, waren immer häufiger kleine Strecken ums Haus mit Laufrad und Puppenbuggy unterwegs, und merkten schon, dass Nana nicht lange ein Buggykind bleiben würde. Ihre Füße wollten laufen. Besonders schön ist mir der Besuch in einem großen Affen- und Vogelpark in Erinnerung geblieben, mit supercoolem Indoorspielplatz und Matschspielplatz, und vielen betretbaren Gehegen, sodass ein Äffchen in Nanas Buggy sprang. Ansonsten verbrachten wir aber auch viel Zeit in der nahen Umgebung. Mehr zufällig landeten wir einen Tag so auf dem Sommerfester der naheliegenden Kleingartenanlage, und verbrachten dort bei Livemusik und Unterhaltungsprogramm im Kinderbereich einen schönen Nachmittag. Auf dem Balkon richteten wir Nana eine Sandkasten und einen Wassertisch ein, zum Matschen in den Sommermonaten.

JUNI Anfang Juni brauchten wir dringend einen Tapetenwechsel und machten einen Kurzurlaub. Wir verbrachten drei Tage in Erfurt und anschließend zwei weitere Tage in Frankfurt, gingen Geocachen und Spazieren, und sahen uns in den Städten und umliegenden Orten um. Mehr Urlaub war in diesem Jahr finanziell nicht möglich, aber diese fünf Tage machten wir uns aus Gründen schön. Nana äußerte zu diesem Zeitpunkt das erste Mal den selbstbestimmten Wunsch fernsehen zu dürfen. Was vorher nur sporadisch passierte, wurde von nun an Bestandteil ihres Alltags. Auch zuhause wollte sie nun vor allem am Abend fernsehen, kam damit runter und schlief kuschelnd auf der Couch ein. Daran hat sich bis heute nicht viel geändert. Doch: Sie schaut auch morgens bei Kakao gerne ein paar Folgen ihrer Lieblingsserien, bevor wir in den Tag richtig starten.

JULI Der Juli war geprägt vom frühen Brombeersammeln, Spielplatzbesuchen und vielen schönen Ausflugszielen. Wir besuchten einen Wildpark, wo Nana begeistert Rehe fütterte. Wir verbrachten lange Spaziergänge draußen, entdeckten die Natur. Und wir backten Brombeerkuchen. Im Juli feierte mein Mann außerdem seinen Geburtstag im Freundeskreis. Mitte Juli hatten wir unseren dritten Hochzeitstag. An solchen Tagen wird einem immer wieder bewusst, wie schnell die Zeit rast.

AUGUST im August erfüllten wir Nana einen Kinderzimmerwunsch: Sie bekam einen kleinen Tisch und zwei Stühle. Immer wenn sie irgendwo einen kleinen Stuhl fand, setzte sie sich darauf und kam kaum davon los. Ihr neues Möbelstück wurde heißgeliebt in Beschlag genommen, und ist seitdem nicht mehr wegzudenken. Heute ist es ihr Maltisch. Im August haben wir außerdem das erste Mal einen Erlebnisbauernhof besucht, wo Nana Stroh beklettern, mit uns im Maislabyrinth umherlaufen und staunen, und natürlich Ziegen füttern konnte. Wenn ich so darüber nachdenke, haben wir in diesem Jahr wirklich viele schöne Ausflüge gemacht. Auch wenn der Grund für die viele gemeinsame Zeit tatsächlich wenig schön ist, die Familienzeit konnten wir dieses Jahr für unser Kind voll ausschöpfen.

SEPTEMBER Im September gingen wir öfter als in den anderen Monaten Geocachen, denn unsere Tochter entdeckte endgültig ihre Freude daran. Auf Feldern, Wiese und in Wäldern nutzen wir im September sämtliche Sonnenstrahlen, die der Spätsommer hergab. In Nanas Kinderzimmer veränderte sich diesen Monat auch nochmal einiges. Sie bekam neue kindgerechte Kommoden für ihr Spielzeug, und wir montierten die Gitter (schon mit Schlupfloch) ganz von ihrem Bett ab. Der Schlafsack, den sie bis zu den Frühlingsmonaten noch getragen hatte, kam nicht wieder. Stattdessen bekam Nana ihre ersten eigenen Decke und Kissen. Alleine aufstehen, tut mein Kind übrigens trotzdem nicht. Herausgefallen ist sie bisher auch nur einmal, und da schlief sie einfach auf dem Boden weiter.

OKTOBER Im Oktober kam Herbststimung auf. Wir gingen auch in diesem Monat noch viel Geocache und landeten dabei überwiegend in Wäldern. Häufig verbrachten wir den ganzen Tag draußen, ausgestattet mit Picknick, unserm Wandernavigationsgerät, Windeln und Matschhose. Ich erinnere mich gerne daran, wie Nana im Laub spielte, es sammelte, staunte und von Tag zu Tag sah, wie die Natur sich um uns herum veränderte. Ein schönes Foto ist dabei entstanden, das heute auf Alu gedruckt bei uns im Wohnzimmer über der Couch hängt. Der Spaß, den Nana beim Laubwerfen hatte, wird wohl der Grund sein, warum ich mich nächstes Jahr wieder auf den Herbst freuen werde. Eigentlich mag ich die kalte Jahreszeit nämlich gar nicht so gerne. Das nasskälter werdende Wetter treibt mich normalerweise eher mit Tee in eine kuschelige Wohnzimmerecke. Wenn wir zuhause waren haben wir viel gemalt und gebastelt, und Nanas Interesse an Farben ist damals zusammen mit ihrem Wortschatz regelrecht explodiert. Inzwischen kann sie die meisten Farben schon richtig zuordnen. Im Oktober fand im Bekanntenkreis außerdem eine Hochzeit statt, die meinen Mann und mich über unsere eigene Hochzeit und Zukunftswünsche sinnieren ließ.

NOVEMBER Im November entwickelte meine Tochter großes Interesse am UBahn fahren, also waren wir nun öfters mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, statt mit dem Auto oder zu Fuß unterwegs. Es wurde kälter, an manchen Tagen ziemlich verregnet, die wir dann mit Lego bauen, malen und Höhlen bauen verbrachten. Im November fand die FEBuB Familienkonferenz statt, die ich durch glückliche Umstände ganz spontan besuchen, viele liebe Menschen kennenlernen konnte, und über die ich hier für euch berichtet habe. Die FEBuB war besonders für mich. Die Konferenz hat mich bestärkt, weiterzumachen mit dem was ich tue, mich stark zu machen für Kinder und nicht wieder leise zu werden. Deswegen habe ich meinen Blog inzwischen zum Gewerbe angemeldet. Ich will mehr Menschen erreichen, und alle Zeit, die ich habe in dieses Projekt stecken. Klar, dass ich auch überlegen muss, wie sich das finanziell stemmen lässt.

DEZEMBER Der letzte Monat des Jahres brachte uns Schnee. Viel Schnee. Einen Schlitten und ein glückliches Kind, dass Schneemänner bauen konnte. Ansonsten steht der Dezember seit Nanas Geburt nicht mehr nur im Zeichen der Winter- und Weihnachtszeit. Kurz vor Weihnachten feierte meine Tochter ihren zweiten Geburtstag. Es war wirklich ein schöner Tag. Zwischendurch war Nana zwar einmal von den vielen Reizen überfordert, aber das legte sich nach einer Pause im Kinderzimmer schnell wieder, dann lief sie zurück ins Wohnzimmer zu Familie und Paten und bekochte alle fleißig an ihrer neuen Spielzeugküche. Ich freue mich so sehr, dass ihr die Küche gefällt, denn ich war lange Unsicher, ob es das richtige Geschenk ist. Im Dezember kommt immer dieses Gefühl von Spannung und Vorfreude auf, gemischt mit ein bisschen Wehmut, weil mir wieder bewusst wird, wie schnell die Zeit eigentlich vergeht. Nach Nanas Geburtstag kam Weihnachten. Die Feiertage verbrachten wir im Kreis der Familie.

Und nun steht das neue Jahr kurz bevor.

Wieder ist ein Jahr vergangen, und mir wird immer bewusster, dass der Ernst des Lebens sich nicht mehr verneinen lässt. Neben den schönen Momenten gab es auch Unschöne, und wir können derzeit nur hoffen, dass sich alle in gute Bahnen lenken lässt. Das neue Jahr wird uns wieder mit neuen Herausforderungen konfrontieren, und wenn ich ehrlich sein soll, weiß ich noch nicht, wohin der Weg uns führen wird. An die schönen Momente zurückzudenken, und mir am Ende des Jahres vor Augen zu führen, wie viel wertvolle Familienzeit wir 2017 hatten, färbt das Jahr im Rückblick in eine schöne Farbe. Das nächste Jahr kann nun kommen. Wir sind bereit. Xx Fiona

Ein Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.