Garten mit Kind (Teil2): Alles Einmal Anders Bitte

Garten mit Kind Teil ZweiIm ersten Teil Garten mit Kind habe ich euch erzählt, wie wir zufällig und ziemlich kurzfristig Anfang März an einen Kleingarten gekommen sind: Ein ungepflegtes, verwildertes knapp 250m² großes Chaos und jede Menge Arbeit, die wir nach einiger Überlegung für unseren Garten mit Kind gerne in Kauf nahmen. Seitdem ist viel passiert.

»Wir hatten von Anfang an ziemlich genaue Vorstellungen von dem, was wir aus dem Garten machen wollten: Eine gemütliche Terrasse mit Palettenmöbeln. Stauraum und Sitzmöglichkeit in der Laube. Vorne vor der Laube ein Spielbereich für Nana und eine Erholungsfläche für uns. Dahinter auf der restlichen Fläche bis zum Gartentor: Gemüsebeete. Dazwischen ein paar Zierpflanzen, mal ein Blumenkübel oder etwas Deko.«

Der Plan stand.

Garten mit Kind: Alles Einmal Anders Bitte

Bevor es ans Gestalten des Gartens gehen konnte, musste aber erstmal einiges passieren. Das war ein Bisschen wie beim Ausmisten zuhause: Erstmal alles weg, irgendwo anders hin, damit es schön werden kann. Wir brauchten Platz. Es musste weg, was nicht hin sollte.

Die Frage war, wo wir anfingen. Beim ersten Blick in den neuen Garten gab es etliche Baustellen zu beseitigen, und man sah erstmal nur Erde, Wildwuchs oder Spinnenweben.

Wir entschieden uns, zuerst die nötigen Kleingartenauflagen umzusetzen. Das waren nicht viele, allerdings mussten wir uns nach dem Pächterwechsel darum kümmern, die Koniferen zu entfernen, die laut Kleingartengesetz gar nicht mehr stehen durften. — Außerdem musste im gleichen Zug der Lorbeerbusch weichen, der zu groß und nah am Nachbargarten gewachsen war. Damit fing mein Mann am ersten Tag unseres Laubenpieper Daseins an.

Übrigens bei knackigen -5°C.

Am nächsten Tag bekamen wir Hilfe von einem guten Freund, der noch seine Kettensäge mitbrachte. Inzwischen hatten wir entschieden, dass noch ein weiterer Baumstamm weichen musste. Der war groß, alt und sperrig und stand blöderweise nämlich genau vor der Laube, dort wo Wiese hinsollte und er uns absolut nicht gefiel. Oder zumindest MIR nicht.

An der Laube rechts – vorher

An der Laube rechts – nachher

Auf der linken Seite

Während mein Mann die Äste hier und dort zurückstutzte, bis von Lorbeerbusch und den ersten paar Koniferen nur noch die Stämme übrig waren, erkundete ich mit Nana die Laube. Um den Innenraum wollten wir uns erst etwas später kümmern, trotzdem fing ich schon mal an den groben Müll einzusammeln, Dekoration von den Wänden zu hängen und einmal mit einem Lappen wenigsten oberflächlich durchzuputzen. Da das Wasser noch nicht aufgedreht war, konnten wir die Toilette zwar nicht benutzen, aber sie zu säubern, war mir gleich zu Anfang besonders wichtig. — Nach dem ersten groben Durchgang, bei dem ich allerdings noch nicht in den Schränken ausmistete, hatte ich dann schon zwei blaue Säcke Müll zusammen, die erstmal auf die Terrasse wanderten. Noch ein kleinerer Sack mit Müll kam dazu, den wir außen im Garten bei einem ersten Durchgang einsammelten. Einen Mülleimer hatten die Vorpächter wohl nicht gekannt. Oder die Leute, die im Garten, solange er offen gestanden hatte, Party gemacht hatten. Wer weiß das schon.

Nana hilft bei der GartenarbeitNana half ein bisschen. Vor allem lief sie aber ziemlich aufgeregt hin und her, sammelte da mal einen Ast bei Papa ein und warf ihn auf den großen Haufen, kam dann wieder zu mir und kletterte zaghaft auf die alte Sitzbank. Durch das Fenster konnte man prima winken.

Ich fragte mich, ob sie realisierte, dass das nun unser Garten war.

Oder ob es für sie sowieso unser Garten war.

Ich fragte mich, ob sie verstand, dass wir es uns hier schön machen werden, ob sie wohl darüber nachdachte, oder ob hier alles so wie er war, für sie schon perfekt war: Ein Abenteuerspielplatz.

Ich freute mich, wenn ich sah, wie sie durch den Garten lief. Um die Ecken lugte. Sich ein paar Meter entfernte und schaute, was es zu finden gab. — Dabei entdeckte sie in der Laube auch einen ersten »Freund«. »Guck Mama. Hier ein Bäääfa!« »Da hast du aber eine große Spinne entdeckt«, antwortete ich und hielt etwas respektvollen Abstand, während meiner Tochter sich das achtbeinige Tierchen ganz genau ansah. Als es loskrabbelte, schreckte sie dann zwar doch etwas zurück, aber »Bäfa« blieb noch eine Zeit fester Bewohner der Laube, nach welchem regelmäßig Ausschau gehalten wurde. – Von Nana, weil sie ihren „Bäfa“ mochte. Und von mir, weil ich wissen wollte, wo der Feind sich aufhält.

»Bäfa«s Verwandtschaft fanden wir auch, und irgendwann hatte Nana genug von Spinnen, glaube ich. Jedenfalls sagt sie mittlerweile, dass sie sie nicht mag, und sie bitte alle weggehen sollen. Bin ich voll dafür!

Nach dem ersten Kahlschlag blieben von den Koniferen und dem Lorbeerbusch nur die Stämme, die wir nach dem Frost herausgraben konnten. An dem Baum vor der Laube verendete die Kettensäge des Freundes. Damit gaben wir uns dann nach den ersten erledigten Arbeiten im Garten auch erstmal geschlagen. — Dass der Garten jetzt nicht mehr unbelebt war, das zeigten die ersten Veränderungen schon deutlich, und zum Besiegeln wurde das kaputte Tor erstmal nochmal provisorisch fit gemacht und bekam ein Schloss.

Das war jetzt unserer. Und es war irgendwie noch gar nicht wirklich zu glauben.

Ein Garten voller Überraschungen

Das Wetter war Anfang März ziemlich durchwachsen. An dem einen Tag lag Schnee, am anderen konnten wir ohne Jacke werken. In den nächsten Tagen kümmerten wir uns jedenfalls darum, die Stämme so sorgfältig wie möglich auszugraben, ausgerüstet mit Spaten, Astschere und guter Laune. Ich glaube diese gute Laune und Motivation brauchten wir am meisten, wenn wir gefühlte Stunden buddelten. Nana half. Sie hatte totalen Spaß, während wir hier und da doch schon etwas fluchten, wenn sich nichts bewegte.

Zwischendurch gingen wir noch ein zweites Projekt an: Den Weg. Der Vorpächter hatte mit Betonschablonen Betonstücke gegossen und in einem Muster als Weg verlegt, der karoförmig vom Hauptweg aus zur Laube verlief. Eigentlich fand ich diese Idee auf den ersten Blick ganz schön, wir hatten aber einerseits nicht das Material den Weg so fortzuführen, und außerdem stellten wir nach etwas Graben fest, das mittig noch Beton unter der angehäuften Erde lag, wo der ursprüngliche Weg verlaufen war. Der Vorpächter hatte die Erde einfach darauf geworfen. Aus den Augen aus dem Sinn. Oder so ähnlich.

 

Wir klopften also die Betonstücke weg, stapelten sie erstmal an der Seite, gruben die Erde um und reaktivierten den ehemaligen Weg, den wir mit anderen Steinen neu auslegten, von denen ein ganzer Stapel auf der Terrasse lag.

vorherden neuen alten Weg legen

 

 

 

 

 

 

nachher

Überhaupt lagen auf der Terrasse und rund um die Laube eine Menge verschiedener Steine verteilt, und obwohl wir erst nicht wussten, wohin damit, haben wir inzwischen fast alle davon verbrauchen können. Das hat uns im Nachhinein tatsächlich nochmal eine Menge Ausgaben erspart. — Der Weg ist etwas schief geworden, daran hatte ich am Anfang zu knacken. Inzwischen stört es mich nicht mehr, es fällt mir auch gar nicht mehr wirklich auf.

Die letzten Baumstumpfe wichen. Der Stapel Laub, Äste und Wurzelwerk wuchs. Einen Teil davon konnten wir als Feuerholz verschenken.

Als nächstes kümmerten wir uns um vermeintlich kleine Betonteile, die im Boden als Begrenzungen steckten, was sich wieder als ziemliche Buddelaktion entpuppte. — Zu einer noch größeren Überraschung wurde es allerdings, »mal eben schnell« den selfmade Kompost »oder was auch immer« der Vorpächter zu entfernen. Was haben wir dabei geflucht!

Gartenarbeit

Wir buddelten die Erde aus einer Plastikwanne, die für die Gartenabfälle benutzt wurde. Dummerweise hatte diese Wanne keine Löcher, sodass die unterste Schicht muffiger Matsch geworden war. Schließlich ließ sich die Plastikwanne zwar hochnehmen, darunter kam jedoch nicht wie erwartet Erde, sondern wieder neue Betonplatten zum Vorschein. Gut, die sollten auch weg. Das entpuppte sich allerdings als tagfüllende Aufgabe, und wir stellten mit der Zeit fest, dass es sich dabei wohl um einen alten selbstgemachten Sandkasten handelte. Irgendwie bekamen wir die Betonplatten ausgegraben, obwohl wir zwischendurch wirklich daran zweifelten, und schon überlegten einfach Erde drüber zu kippen. Der Ehrgeiz siegte und ich bin froh, dass wir nicht so schnell aufgegeben haben.

Bei dieser Aktion wurde Nana übrigens das erste Mal ungeduldig.

Nana stellte sich in den Weg. Sie hüpfte Papa mehrfach vor den Spaten. Wir waren genervt. Papa meckerte schon, und wir erwarteten, dass sie bitte einfach mal gehorcht. Puh.

— Und bemerkten dann, wie kooperativ unser Kind eigentlich die ganzen Tage gewesen war. Sie hatte gespielt, sich beschäftigt, wo sie konnte, geholfen. Oft waren wir den ganzen Tag im Garten gewesen, hatten gebuddelt und gesägt, und Nana hatte sich Aufgaben gesucht, mitgemacht, irgendetwas getan und uns arbeiten lassen. Wow! Als wenn sie gespürt hat, dass Mama und Papa hier ganz viel zu tun haben. Sonst beschäftigte sie sich selten ausgiebig alleine, und in dem ganzen Stress, war uns das kaum aufgefallen.

Während mein Mann weiter buddelte und ächzte, schnappte ich mir das Kind und wir spielten. DAS war die einzige Lösung, die wir brauchten. Kein Gehorsam. Wir lachten, es folgte eine Kitzelattacke und dann rauf auf den Erdhügel klettern, der hinter Papa entstanden war. Das hatte gefehlt. Das hatte sie gebraucht. Und eigentlich nicht nur sie. — An diesem Abend fragten wir Nana auch, ob sie im Garten einen Sandkasten haben will und natürlich ein eigenes Blumenbeet. Und wie sie das wollte! Aber davon erzähle ich euch im nächsten Teil.

Nach einer Woche (in der mein Mann Urlaub hatte und wir dadurch jeden Tag Zeit), war alles einmal anders gemacht. Es sah schon nach einem anderen Garten aus. Immer noch wild, aber gebändigter und wir konnten uns nun noch viel besser vorstellen, wie es werden sollte. Mitte März bepflanzten wir die ersten Beete, und viele mehr sollten folgen. xX Fiona

Garten Mit Kind Teil Zwei. Alles Einmal Anders Bitte | Unverbogen Kind SeinDu hast auch einen Garten? Auf Pinterest sammele ich viele tolle Gartenideen. Schau doch mal rein!

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