Hausfrau und Mutter: Darf Man Das Heute Noch?

Hausfrau udn Mutter _ Titelbild

Ich habe lange überlegt, ob ich das hier schreiben soll, oder lieber nicht, weil es sehr persönlich ist, und ich glaube, dass ich darüber noch nie mit jemandem so offen geredet habe. Und weil ich nicht weiß, wie ich mit Kritik an dem Thema umgehen kann. Aber gerade piesackt es mich das Hausfrau und Mutter sein wieder sehr, und ich habe mehr denn je das Bedürfnis laut davon zu erzählen.

Vielleicht weil es gerade so präsent ist.

Weil es diese eine Frage gibt, die mir in letzter Zeit immer häufiger begegnet, gerade jetzt wo mein Studienabschluss praktisch auf September datiert ist. Nicht immer wird die Frage ausgesprochen, manchmal schwebt sie über den Köpfen, immer schwingt sie im Blick mit. Selbst beim Spielplatzplausch mit fremden Eltern, wenn wir irgendwie auf Beruf und Studium kommen, kreist die Frage um mich: »Und was machst du, wenn du fertig bist?«

Die Antwort ist einfach. Eigentlich.

Aber es ist nicht wirklich die Antwort, die von mir erwartet wird, und deswegen spreche ich nicht gerne davon. »Ich bleibe zuhause bei meinem Kind.« Ich bin diese Frau, die darin aufgeht, der die Decke zuhause nicht auf den Kopf fällt: Ich will Hausfrau und Mutter sein.

Wenn Ich Einmal Groß Bin

Ich erinnere mich daran, dass wir in der Schule, es muss noch in der Grundschule gewesen sein, einmal einen Text darüber schreiben sollten, was wir machen wollen, wenn wir mal Erwachsen sind. Ich schrieb, dass ich Kinder und einen Mann haben und vielleicht Bücher schreiben will. – Und ich weiß noch, ich merkte schon damals, dass diese Idee nicht so wirklich gut ankam, denn ich ergänzte immer häufiger, dass ich Lehrerin werden wollte.

Das war eine bessere Antwort, denn Bücher Schreiben reichte nicht.

Natürlich, ich war wie die meisten Kinder, viele Berufswünsche im Kopf, so dahergeredet.

Aber in meinem Kopf war immer schon dieses eine klare Bild, solange ich denken kann: Kinderfüße tippeln auf dem Laminatfußboden, Kinderlachend rufen sie nach mir. Ich sitze am Computer und Schreibe, ich nippe am Kaffee. ich stehe auf und kümmere mich um die Kinder. Ungezwungen. Wir leben in den Tag. Leben für uns. Erleben. Glücklich. Irgendwann kommt mein Mann nach Hause, er erzählt von seiner Arbeit, und ich von dem Tag mit den Kindern. Und dann noch das Bücherschreiben. DAS sollte mein Leben werden.

Es reichte aber nicht. Familie haben zu wollen, reichte nicht. Hausfrau und Mutter sein zu wollen, reichte nicht.

Nichtmal dann, wenn ich das Bücherschreiben als einen Beruf dazu dachte. Das sind Träume, sagte man mir mehr als einmal. Ich erinnere mich an viele Gespräche darüber. Ja, man unterstütze mich, freute sich über meine Liebe zum Schreiben. Von vielen Seiten. Aber niemand sagte: Mach es zum Beruf und werde glücklich. Schriftsteller sein ist in den Köpfen der meisten Leute eben kein richtiger Brotjob, und ehrlich gesagt kann ich ihnen das nicht übel nehmen. Ist es in meinem nämlich auch nicht, auch wenn ich weiß, dass Bücher Schreiben dazu werden kann. Es ist eine Erfüllung. Eine Berufung, weniger Beruf.

Arbeit in einem klassischen Sinn, routinierte Arbeitszeiten, jeden Morgen das Haus verlassen, das Kind in den Kindergarten bringen, gehorsam irgendeinem Chef gegenüber sein und nachmittags zurück zum Kind. Alles wegen Geld – Diese Vorstellung jedenfalls passt nicht zu mir. Nie. Obwohl ich mir sehr oft einredete, dass es so halt kommen müsse.

Und das ist neben der Idee, mein Kind nicht zu erziehen, vermutlich die zweite große Sache, mit der ich in dieser Gesellschaft irgendwie anecke. Irgendwie sogar die größere.

Und lange Zeit wollte ich das nicht: Anecken. Ich brauchte also eine Alternative, die ich erzählen konnte. Die ich mir selbst einreden und abkaufen – und umsetzen können würde.

Lehrerin also. Lange Zeit- Das lag nahe an meiner Wirklichkeit, denn ich mochte meine Lehrerin und es war einer der wenigen Berufe, mit denen ich  in Berührung gekommen war. Und Ferien hatte man ja auch, nachmittags frei, also doch viel zeit für die eigene Familie, dachte ich lange Zeit. Ist natürlich nicht so. Ich redete mir trotzdem noch eine Weile ein, dass ich das wollte.  Später lösten andere Berufe diese Vorstellung ab: Sozialarbeiterin. Irgendwas am Theater oder beim Radio. Journalistin. Verlagswesen. Lektorin. So richtig konnte mich nie festlegen, keinen Entwurf von meiner Zukunft präsentieren, der mir gefiel; schwankte, je nachdem, was mir gerade Spannendes begegnete.

Kein Wunder, jetzt wo mir selber immer deutlicher wird, dass ich nichts davon WIRKLICH wollte.

Ich näherte mich einfach immer näher dem Buch an. Irgendwie. Weil ich Bücher liebte.  Weil ich meinem Traum vom Bücherschreiben so nah wie möglich bleiben wollte. Und: Weil ich immer sehnlicher nach etwas suchte, was ich wenigstens von zuhause aus arbeiten könnte. Im Zweifel selbstständig. Jedenfalls in meiner Vorstellung von diesen Berufen – wirklich auseinander setzte ich mich damit nämlich nicht. Wirklich arbeiten wollte ich in den Berufen ja gar nicht. Es waren immer nur Antworten.

Aber: Ich hoffte aufs Familienleben. Auf einen Mann, der mich versteht. Oder darauf, niemals Erwachsen zu werden.

Hausfrau udn MutterMeine Studienfächer wählte ich nach Interesse, da hatte ich den Mann, der mich verstand, schon gefunden. Ohne Vorstellung, was ich mit den Abschluss genau machen würde.  No risk. No fun. Ich bereue das nicht. Ich bin stolz auf meine Leistung, will mein Studium beenden und bin sehr ehrgeizig dabei, habe viel mitgenommen. Erfahrungen gesammelt. Gelebt. Gelernt.

Im Studium kam dann noch so ein Einfall:

Ich wollte in die Literaturforschung einsteigen. Meinen Doktor machen. Fachliteratur schreiben und ein paar Kurse geben. — Das erste Mal setzte ich mich mit meiner Zukunft intensiver auseinander. Machte Pläne. Ich glaube von alle den Lebensentwürfen, konnte ich mich mit dieser Version am meisten anfreunden.

Ich sagte mir, DAS sei es jetzt.

Und dann kam wieder alles ganz anders. Hier stehe ich nun kurz vorm Abschluss, und will Hausfrau und Mutter sein. Mehr denn je. Und diesmal lasse ich mir auch nicht mehr reinreden.

Hausfrau und Mutter: Vom Wollen und (Ver)Zweifeln

Am Anfang war der Kinderwunsch. Dann kam meine Tochter.

Das setzte ganz viel in meinem Kopf in Bewegung.

Die Vorstellung, sie in den Kindergarten zu geben, damit ich arbeiten gehen konnte, wie es erst geplant war, gefiel mir bereits nicht, bevor ich mich mit dieser erziehungsfrei Sache auseinandersetzte. Ich versuchte mir noch einzureden, dass es müsste. Dass es ja so gehörte. Welche Alternative hatte ich schon, wollte ich alle diese Erwartungen erfüllen — Und dann kam zu diesem Gefühlschaos schließlich der Verzicht auf Erziehung dazu, der immer wieder auch die Frage nach meinen Bedürfnissen, meinen Wünschen, meinem Wollen und meiner Verantwortung aufwarf. Die Frage, was ICH eigentlich will, beschäftigte mich wieder mehr.

In den letzten Monaten grübele ich darüber eigentlich pausenlos, und erst seit Kurzem, und deswegen dieser Text hier, bin ich mir sicher und kann auch dahinter stehen: Ich WILL zuhause bleiben. Ich WILL Hausfrau und Mutter sein. Ich WILL die Familie zusammenhalten, im Backend stehen. Ich will Wäscheberge bekämpfen und Essen kochen, dass dann verschmäht wird, weil der Nachtisch viel besser schmeckt. Ich will mit meinem Kind spielen. täglich auf den Spielplatz pilgern. Die kleinen Dinge neu entdecken. Und: Ich will Schreiben – Bücher wieder. Im Moment vor allem diesen Blog, der mir so viel bedeutet.

Natürlich: Ich will auch mal ein paar Euro dazu verdienen, keine Frage. Mit dem Blog zum Beispiel. Daraus muss ich kein Geheimnis machen. So viel ARBEIT steckt schließlich darin. Oder mit dem Bücher Schreiben. Irgendwann. Bald. Hauptsache mit dem, was mit Freude macht. Ohne Korsett aus Arbeitszeiten, Stress und einem Kind, dass in die KiTa MUSS.

Das Leben ist bunt und manchmal überraschend. Mein erster Aushilfsjob damals kam auch unerwartet. Vielleicht stoße ich  doch noch auf DEN Job, der mein ganzes Denken wieder aus der Bahn wirft. Vielleicht in ein paar Jahren nerven mich die Wäscheberge auch wahnsinnig, mag ich unter Leute kommen, kann ich den Spielplatz nicht mehr sehen. Und was kommt, wenn die Schulzeit anfängt, kann heute doch ohnehin niemand sagen. –- Aber gerade jetzt will ich mich nicht bewerben, keinen geregelten Job, keine Karriere haben.

Ich will für mein Kind da sein. Ich will diese kostbaren Jahre mit ihr (er)leben. MICH erfüllt das. Ich will Hausfrau und Mutter sein und vielleicht Bücher schreiben. — Mein Mann sagt, er hätte auch gerne mehr Freizeit, aber er könnte sich nicht vorstellen zuhause zu sein. ich schon.

Warum ich euch davon erzähle? Weil es mich frustriert, dass es irgendwie nicht in Ordnung ist. Dass ich manchmal immer noch zweifle. Nicht, weil ICH es nicht wirklich wollte. Ich weiß sehr genau, was ich will.  – Ich spüre, wie sehr ich die Zeit mit meinem Kind genieße, mich fühle, ich selbst bin. – Und auch meine Angststörung wieder besser im Griff habe. Ausgeglichen bin und mich darauf freue, wenn das Studium abgeschlossen ist. Wenn ich meine Zeit ganz uns, und diesem Blog und vielleicht den Büchern widmen kann.

Und trotzdem verdammt nochmal zweifle ich manchmal.

Ich zweifle, wegen der Reaktionen. Ich zweifle immer dann, wenn jemand wieder die Augenbrauen hochzieht.

Weil ich immer wieder das Gefühl bekomme, dass die Gesellschaft da draußen etwas ganz anderes von mir erwartet. Weil die Reaktion fast immer ein skeptisch fragend langgezogenes „Okay“ mit besagter hochgezogener Augenbraue ist. Weil diese Blicke, das Belächeln, das verwunderte »Achso« so viel Wirkung auf mich, und meine Angst nicht zu genügen, hat. Weil es mir manchmal vorkommt, als wenn ich irgendwie nicht richtig hinein passe in dieses Jahrhundert – und dabei würde ich gar nicht in einem anderen Jahrhundert leben wollen. Weil ICH zuhause sein möchte bei Kind und Kegel, will ich nicht auch meine Rechte, meine Stimme, meine Bildung abgeben. Ich will nicht im Damals leben. Im Gegenteil: Gleichstellung ist mir total wichtig. Und ich würde mir wünschen, dass unsere Gesellschaft die Karrieremöglichkeiten und Vereinbarkeit für Frauen, die das WOLLEN, noch sehr viel mehr ausbaut. Ich spreche immerzu von wollen, einige werden sagen, sie müssen, aber von diesem „ich muss“ habe ich mich inzwischen getrennt. Ich MUSS nicht. Ich kann immer einen anderen Weg gehen.

Und ich möchte eben lieber zuhause bleiben, Hausfrau und Mutter sein.

Und ich möchte nicht belächelt oder mit Verwunderung deswegen betrachtet werden.

Ich möchte mich nicht rechtfertigen müssen.

Ich möchte mir nicht tausendmal anhören, wie dumm das sei, glücklich werden zu wollen.

Hausfrau und Mutter Sein | Unverbogen Kind SeinDas macht mich wütend und traurig und mürbe, dass Mutter Sein irgendwie nicht ausreicht. Dass ich gleich belehrt werde, weil ich mich doch abhängig mache, und dass ich ja an die Rente denken muss. Ja. Ich weiß das. Ich bin nicht blöd. – Aber ich möchte mein Lebensglück heute nicht abhängig machen davon, wie hoch meine Rente ausfallen wird, wenn ich noch nicht einmal weiß, ob ich das Rentenalter überhaupt erleben werde, geschweige denn wie sich unsere Gesellschaft bis dahin entwickelt. – Und noch weniger will ich jetzt daran denken müssen, dass meine Ehe ja vielleicht doch mal scheitert. Echt nicht.

Nennt es blauäugig. Ich bin lieber blauäugig, glücklich und arm, als vorausschauend, unglücklich und dafür ein paar Münzen reicher. Altersarmut trifft auch die Arbeitenden oft.

Noch was: ich setze natürlich nicht unser Familienleben aufs Spiel für mein Glück. Mein Mann und ich reden miteinander. Das Tochterkind ist für den Notfall/Zufall im Kindergarten angemeldet (Aber einen Platz hätten wir dieses Jahr schonmal ohnehin nicht bekommen). Ich mache voraussichtlich einen Einserabschluss, und habe genug im Kopf einzuschätzen, wenn ein zweiter „richtiger“ Job die beste Lösung aus einem finanziellen Fiasko heraus sein würde. Das ist aber nicht der Fall, bloß weil wir nicht mehr jährlich in den Urlaub können.

Vom Staat leben will ich nicht. Ich habe auch nie BAföG beantragt, obwohl es mir sicher zugestanden hätte. Dieses Studium habe ich finanziert – und dafür gearbeitet. Hört, hört.

Ein Vorbild für meine Tochter?!

Was ist mit Nana? An manchen Abenden habe ich meine Tochter angeschaut, während sie schlief, mit all dem in meinem Kopf, und mir eingeredet, ich muss doch ein GUTES Vorbild für sie sein. Und dieses Vorbild als Frau im einundzwanzigsten Jahrhundert kann ja nur diese Karrierefrau sein. — Aber dann wurde mir klar, dass ich mich nur selbst betrügen würde, und dass ich dann überhaupt kein gutes Vorbild wäre. Dass ich nicht, tun will, was andere von mir wollen, damit ich den anderen genüge – sondern, dass ich nur mir genügen will. Dass ich glücklich sein will. Und das mein Glück jetzt gerade kein dieses Leben ist. Kein Beruf, den ich mir suche und aufzwinge, damit ich besser in diese Gesellschaft passe. – Ich weiß jetzt, dass ich nur dann ein gutes Vorbild sein kann, wenn ich mich nicht unterdrücken lasse, eben auch nicht durch diese moderne, superpowerwoman Bewegung, die alle Mädchen mitreißen will, arbeiten gehen zu MÜSSEN, weil plötzlich DAS es ist, was die Leute von einer Frau wollen: Familie UND Arbeit. Eine starke Karrierefrau mit Kind auf dem Arm. — By the way, natürlich gilt dasselbe auch für Jungen und Hausmänner. Ich glaube, Männer haben es da noch eine Ecke schwieriger! Wenn ich mich schon unverstanden fühle, wie fühlt sich der HausMANN?

Frei bin ich nur, wenn ich wählen kann.

Emanzipation. Gleichwürdigkeit. Unabhängigkeit. Vereinbarkeit. Das sind alles ganz wichtige Themen, für die ich mich jederzeit stark machen würde.- Aber ich wünsche mir einfach auch, dass ich, die einfach Mutter sein, den Haushalt wuppen und nebenbei ein bisschen meinen Träumen nachhängen will, genauso akzeptiert bleibe. Dass ich kein so beklemmendes Gefühl im Bauch mehr haben muss, wenn mich wieder jemand fragt, was ich eigentlich mache, nach meinem Studium. Und wofür das denn bitte nun alles sei, wenn ich nicht arbeiten gehen will damit. Ich bilde mich gerne, schon immer, was ist verkehrt daran?

— Vielleicht lebe ich hier auch einfach in einer falschen Umgebung, so mitten in einer Studentenstadt, oder erlebe es viel härter, weil man mir gute Karrierechancen prophezeit, seit ich in der Grundschule das erste Mal überspringen sollte. Weil irgendwie diese Erwartung immer da war, dass ich groß raus komme, viel erreiche, Karriere mache. Eine Vorstellung, die nie zu mir gepasst hat. Weil nie jemand zu mir sagte, dass Muttersein ausreicht. – Oder doch: Zwei Dozenten vor einiger Zeit. Und ich danke ihnen dafür sehr.

Ich denke viel nach darüber. Natürlich mache ich mir Gedanken um die Zukunft.

Wenn der Preis für den jährlichen Urlaub ans Meer mein Lebensglück ist, dann will ich diesen Preis aber nicht zahlen. Und dann sind da wieder diese Blicke. Diese Zweifel. Vielleicht deswegen ist es mir so dringend, darüber hier zu schreiben, um meine Gedanken einfach mal zu ordnen, mir selbst nochmal Mut zu machen. Eines jedenfalls habe ich, was mich stärkt, egal was ist und kommt: Einen Mann an meiner Seite, der mich liebt, wie ich bin. Der überhaupt gar nicht nie in Frage stellt, dass ich  keine einzige Bewerbung schreibe. Der sich wie ich wünscht, dass unser Kind kindergartenfrei bleibt, und mich ermutigt, wo er kann, endlich meine Bücher zu schreiben und den Blog nicht aufzugeben. Ich liebe diesen Kerl. DANKE.

Ja- Im Grunde bin ich genau da, wo ich sein wollte. Ich höre die Schritte meiner Tochter auf dem Laminatfußboden, ihr Lachen, wenn sie sich versteckt und nach mir ruft. Ich nippe am (immerzu kalten) Kaffee, kümmere mich um sie. Und ja, ich schreibe auch. Und wenn mein Mann von der Arbeit kommt, erzähle ich ihm, was Nana und ich erlebt haben.

Was ich damals in der Grundschule aufschrieb, ist wahr geworden.

Ich freue mich schon so sehr darauf, wenn ich meine Masterarbeit im September abgegeben habe, mich wieder ganz dem Blog und endlich auch wieder meinem Bücherschreiben zu widmen. Davon erzähle ich euch bestimmt auch demnächst mal mehr. – Ich wünsche nur, dass es sich nicht mehr falsch anfühlt, anderen davon zu erzählen. Dass es okay ist, dass niemand verurteilt, Hausfrau und Mutter sein zu wollen. Xx Fiona

31 Kommentare

  • Hallo Fiona,

    da Du Dich getraut hast, ohne konkretes Ziel oder Aussichten das zu studieren, das Du wolltest, schaffst Du es ganz bestimmt auch, Dein Vorhaben „Hausfrau und Mutter“ umzusetzen. Beides bringt Unverständnis und schräge Blicke mit sich, so dass man in Erklärungs- und Rechtfertigungsnot geraten kann. Ich glaube, das hört leider auch nie so richtig auf. Aber: Denk in solchen Situationen immer daran, dass niemand durch Deine Lebensweise zu Schaden kommt – es gibt keinen rationalen Grund für Unverständnis und schräge Blicke. Lass Dich dadurch nicht entmutigen <3
    Ich wünsche Dir viel Erfolg für den Abschluss und eine tolle Zeit danach!

  • Claudi

    „Ohne Beruf“ so stand es im Paß.
    Mir wurden fast die Augen naß.
    „Ohne Beruf“ war da zu lesen.
    Und dabei ist sie doch ein fleißiges Wesen.

    Nur für andre zu sinnen und zu sorgen,
    ist ihr Beruf, vom frühen Morgen
    bis in die Tiefe der sinkenden Nacht,
    nur für der Ihren Wohl bedacht.

    Gattin, Mutter, Hausfrau zu sein,
    schließt das nicht alle Berufe ein?
    Als Köchin von allen Lieblingsspeisen,
    als Packer, wenn es geht auf Reisen,
    als Chirurg, wenn ein Dorn im Finger versplittert,
    Schiedsmann bei Kämpfen, erbost und erbittert,
    Färber von alten Mänteln und Röcken,
    Finanzgenie, wenn sich der Beutel soll strecken,
    als Lexikon, das schier alles soll wissen,
    als Flickfrau, wenn Strümpfe und Wäsche zerrissen,
    als Märchenerzählerin, ohne Ermüden,
    als Briefkorrespondentin nach Norden und Süden,
    als Puppendoktor, als Reparteur,
    als Gärtner, Konditor, als Friseur!

    Unzählige Titel könnt ich noch sagen,
    – doch soll sich der Setzer nicht länger plagen – 
    von Frauen, die Gott zum Segen erschuf.
    Und das nennt die Welt dann 
    „Ohne Beruf“!.

  • Jutta

    Liebe Fiona,

    vielen Dank für diesen wunderbaren Text und Deine Offenheit <3.
    Von mutigen Frauen wie Dir, die dazu stehen, GERNE mit Kind/ern zuhause zu bleiben und die Familie zu versorgen, braucht diese Welt noch viele mehr, denn es ist in meinen Augen eigentlich die wichtigste Arbeit die es zu leisten gibt – es ist die Grundlage für alles!
    Nur weil wir in einer Leistungsgesellschaft leben, in der uns von klein auf suggeriert wurde, "Mutter & Hausfrau sein" verdiene keine Wertschätzung und "nur eine berufstätige Frau sei eine gute Frau und das Kind gehöre möglichst schnell in Fremdbetreuung" (und dies vor allem politisch so gewollt ist), bedeutet dies ja nicht, dass es stimmt und es wird höchste Zeit, dass wir diese Programmierungen endlich wieder aus unserem Denken loslassen.
    "Du arbeitest nicht?", doch, das tust Du, 24/7! Ein Kind großzuziehen und einen Haushalt zu führen ist Arbeit (seltsamerweise wird sie immer nur als solche betrachtet, wenn sie outgesourct geleistet wird).
    Deine Tochter wird es Dir danken, dass Du sie beim Aufwachsen begleitest und ihr Deine Zeit und Aufmerksamkeit schenkst.

    Bleib mutig, folge Deinem Herzen & sei glücklich : )

  • Jana

    Hallöchen:)

    Ich bin als Scheidungskind aufgewachsen und kann somit null nachvollziehen, wie man sich so abhängig machen kann. Aber das soll weder Thema meines Kommentars sein, noch muss ich alles verstehen. Wenn das für dich so funktioniert, ist das ja schön für dich. Nur für mich wäre es undenkbar.

    Was mich aber tatsächlich richtig ärgert ist deine Aussage „wenn jemand sagt, er MUSS arbeiten…man muss nicht, es gibt immer einen Weg“…die Formulierung war nicht genau die, aber das war die Botschaft. Sorry aber das finde ich so weltfremd und unverschämt!
    Es hat nicht jeder einen Mann zuhause, der die ganze Familie allein finanzieren kann oder will! Mal von alleinerziehenden Müttern abgesehen, gibt es tatsächlich auch Männer, die nicht mega gut verdienen. Da hat die Familie dann die Wahl, dem Staat auf der Tasche zu liegen, oder die Frau geht eben auch arbeiten. So einfach ist es eben nicht, dass es eine reine Frage des „wollen oder nicht wollen“ ist. Ich bin mir sicher, viele Frauen würden auch gerne viel mehr Zeit mit ihren Kids verbringen, haben aber die Zeit einfach nicht, da sie sich sonst weder Miete noch Essen leisten können.

    Wenn du also Akzeptanz erwartest, solltest du vielleicht ein wenig realistischer über deinen eigenen Tellerrand hinausblicken

    Liebe Grüße Jana

    • Hallo Jana. Ich kann deinen Unmut nachvollziehen. Danke für deinen Kommentar. Weißt du: ICH (wortwörtlich, damit meine ich MICH, nicht man) habe mich vom müssen für mich in meinem Leben als Gedankengang getrennt. ICH kann immer einen anderen Weg gehen, ja und ich denke wenn wir den Mut haben können wir das alle -vorausgesetzt wir wollen. Und es ist okay, das nicht zu wollen. Es gibt ja auch nicht nur schwarz weiß, A und B. Es gibt viele Lösungen dazwischen, um eine Situation zu schaffen, mit der wir uns wohlfühlen können -denn darum geht es ja hier. Ich Frage mich einfach immer lieber, was ich will, was sinnvoll ist, was wichtig ist und warum, wäge das ab und tue auch mal was weniger liebsames,klar, aber ich löse mich von dem starren Gedanken, dass ich müsste. Muss ICH nicht. Ich kann mir eine Lösung überlegen. Vom alle Zelte abbrechen und einfach weg von hier, bis zum Homeoffice oder 50/50Modell. Ich will mich nicht auf dem Korsett „müssen“ ausruhen, sondern weiterdenken. Ich will WOLLEN. In meinem Fall zuhause bleiben. Wäre unsere Situation eine andere würde ich mich vielleicht mit einer anderen Lösung arrangieren, aber eine die ich auch will, die ich annehmen könnte, ohne mich schlecht zu fühlen. Wenn wir uns schlecht mit etwas fühlen, sollten wir es überdenken, statt zu sagen, dass wir müssen und uns dahinter quasi zu verstecken. So wie ich zB auch entschieden habe nicht erziehen zu müssen, was andere als muss betrachten und es vielleicht nach jedem Kampf bereuen. Es geht aber hier um mich, nicht um man. Meine Einstellung zum müssen. Über andere Mütter oder Situationen zu Urteilen, die von sich selber sagen sie müssen Arbeiten, war nicht mein Ziel an dieser Stelle. ICH mag so einfach nicht denken. Viele Grüße, Fiona.

  • Silke

    Ich finde das total in Ordnung wenn die Mama nicht Arbeit nd nur für die Kinder da ist
    Ich kenne selber auch Mütter wo das so ist und wenn man damit glücklich ist soll man das machen, das geht die anderen dann garnichts an
    Ob man sich das leisten kann ist in meinen Augen eher eine Einstellung Sache
    Wenn es natürlich immer das teuerste, neueste und beste sein muss und jedes Jahr ein Urlaub am Meer wird es eher schwierig
    Kann man haushalten und ist zufrieden mit dem was man hat würde das wohl fast jeder hinbekommen
    Für mich selber wäre das allerdings nichts
    Ich liebe meine zwei.. Bzw bald drei Kinder sehr aber ich bin auch froh wenn ich jeden monat ein paar Stündchen arbeiten gehen darf
    Und die kleine fühlt sich in ihrer Kita auch wohl
    Aber das ist meine Entscheidung und reinreden lassen würde ich mir da nicht
    LG
    Silke

  • Wow, wirklich ein Herzenstext! Ich selbst arbeite Teilzeit, mal mehr, mal weniger, bin aber als Freiberuflerin sehr flexibel – so kann ich auch viel Zeit mit meinen Kindern verbringen. Aber ich kann sowohl Mütter gut verstehen, die Karriere machen wollen – als auch die, die aus vollem Herzen bei ihren Kindern bleiben!

  • Sarah

    Ich finde das tatsächlich schwierig.
    Ich kann den Wunsch zuhause zu bleiben, durchaus verstehen.

    Allerdings: Familien kosten das Sozialsystem Geld. Kindergeld, Transferleistungen, Förderungen… das wird von den Familien gern (und mit Recht) angenommen.
    Das muss aber auch irgendwo herkommen.

    Wenn Frauen sich dann bewusst entscheiden, nicht arbeiten zu gehen, finde ich das ehrlich gesagt ziemlich unfair, weil sie die Last auf die kinderlosen Menschen und arbeitenden Väter abschieben, um ihr persönliches Glück zu leben.

    Nur die eigene finanzielle Situation zu betrachten (dann fahren wir halt nicht in den Urlaub/ dann ist meine Rente halt gering…) ist dabei zu kurz gedacht.

    Davon, dass du als gut ausgebildete („Elite“) Frau noch eine besondere Verantwortung hast, mal ganz abgesehen.

    Deswegen finde ich schon, dass es einen Beigeschmack hat, wenn jemand, der körperlich und geistig in der Lage ist, seinen Beitrag zu leisten, es nicht tun will.

    • Hallo Sarah, danke für deine Rückmeldung. Den Beigeschmack, den du meinst, kann ich nachvollziehen. Ich leiste ja aber auch etwas, nur eben familiär. Und ich finde, das sollte auch Anerkennung verdienen. Grüße, Fiona

    • Wirbelwind

      Als ich den Beitrag von Sarah gelesen habe „wenn jemand, der körperlich und geistig in der Lage ist, seinen Beitrag zu leisten, es nicht tun will.“ ist es mir richtig kalt den Rücken runter gelaufen. Aus welchem kommunistischen Buch stammt das denn? So kann eigentlich nur jemand denken, der sich noch nie rund um die Uhr um Kinder gekümmert hat. Ich habe 15 Jahre gearbeitet und Karriere gemacht – und mein persönliches Glück gelebt. Nun bin ich Mama und kümmere mich um die Kinder – ebenfalls persönliches Glück. Aber das ist anstrengender und härter als ins Büro zu gehen, da ich keine Unterstützung habe und die Kinder nicht gleich abgegeben habe. Als Mutter habe ich viel mehr Verantwortung als in jedem Job und kann einen viel größeren Beitrag leisten, indem ich sie darin begleite, zu verantwortungsvollen Menschen heranzuwachsen.
      Sorry, aber das hat mich gerade richtig geärgert, so einen Beitrag in der heutigen Zeit zu lesen.

    • Stephie

      Hallo,

      Die Aussage, dass „Nur-Mütter“ dem Staat auf der Tasche liegen, kann ich nicht nachvollziehen.
      Was ein funktionierendes Sozialsystem braucht, sind doch arbeitende Menschen und eine kommende Generation, die diese arbeitenden Menschen dann in der Zukunft ablöst und versorgt.
      Warum ist es dann in Ordnung und selbstbestimmt, wenn man zugunsten der Karriere auf Kinder verzichtet, andersherum aber nicht?
      Ja, die gewollt Kinderlosen haben ihr Leben lang in das Sozialsystem eingezahlt und vllt sogar noch eine tolle private Altersvorsorge.
      Aber wer kocht ihnen denn dann im Heim ihr Essen? Wer schraubt den Rollstor zusammen? Und wer fährt das Taxi zu welchem Arzt?
      Das sind die Kinder der anderen.

      Ich bin ein Fan von freien Entscheidungen. Und genauso, wie ich den Verzicht auf Kinder akzeptiere, möchte ich, dass der Verzicht auf Erwerbsarbeit akzeptiert wird.
      Beides ist nur in einem funktionierenden Sozialsystem möglich, denn für beides muss man sich auf die jeweilige Leistung der anderen verlassen.
      Ist doch eigentlich schön, dass wir in einem Land leben, in dem so etwas möglich ist, oder?

  • Petra

    Ich bin jetz 75 Jahre alt . Mit 19 habe ich nach einem guten Abitur beschlossen, Familienfrau zu werden. Mit 20 habe ich den Mann geheiratet, der schon ein paar Jahre auf mich gewartet hatte. -Mein Leben war wie auf
    meine Gaben zugeschnitten, so genau hätte KEIN anderer Beruf gepasst.
    Langweilig ist mir es heute noch nie geworden ( 3Kinder , dreimal Altenpflege
    im Haus, 3Enkelkinder, nun miteinander alt werden) Ehrenamt und einpaar
    Hobbys,und ich bin immernoch (oder wieder)gesund! Und ich weiß, wie viel ich für die Gesellschaft getan habe, und bin NICHT zu kurz gekommen!

  • Krissy

    Hi.

    Dein Beitrag spricht mir wirklich aus dem Herzen. Ich bin noch am studieren und mein Freund will das ich meinen Abschluss mache, bevor wir an die Familiengründung denken. Und das ist echt hart.
    Ich wünsche mir schon seit mehreren Jahren ein Kind und kann an fast gar nichts anderes mehr denken. Andererseits verstehe ich ihn auch und das ich einen Abschluss haben soll macht ja schon Sinn.
    Vor allem fühle ich mich nicht gut verstanden und verstecke das Verlangen nach einem Baby oder spiele es herunter. Ich habe auch Kommilitonen, die schon Kinder haben und wenn immer man sie darauf anspricht raten sie einem ab, jetzt ein Kind zu bekommen und lieber das Studium durch zu ziehen.
    Aber ich habe einfach keine Lust mehr. Ich kann mich auf nichts mehr richtig konzentrieren, es graut mir sehr vor den Prüfungen und lernen macht schon lange keinen Spaß mehr.
    Am liebsten würde ich einfach das machen was ich will: Eine Familie haben und mich um meinen Freund, den Haushalt und die Kinder kümmern.
    Wahrscheinlich wäre ich damit nicht für immer glücklich, aber wenn dadurch der Wissensdrang den ich früher immer verspürt habe zurück kommt, wäre es das doch wert.

    • Liebe Krissy, das schlimmste ist, sich unverstanden vorzukommen. Das ist kein schönes Gefühl. Vielleicht kannst du nochmal mit deinem Partner reden, was seine Ängste sind? Und einen guten Weg für euch finden. Das Wünsche ich dir sehr. Studieren mit Kind ist eine Herausforderung, aber keine unstemmbare. Viele Grüße, Fiona

  • Annika

    Das ist exakt meine Lebensstory. Wie schön, dass du sie aufschreibst <3

  • Sonja

    Liebe Fiona,
    danke für den Text. Was mich immer erstaunt hat, dass sich die Frauen untereinander so Druck machen, wieder arbeiten zu gehen. Am Spielplatz kam immer die Frage „und, wann gehst Du wieder arbeiten“? Ich sage dann immer „ich arbeite jetzt schon rund um die Uhr“. Und es ist ja wirklich so – der Mama-Job ist oft auch verdammt anstrengend. Du solltest also stolz auf Deinen Mama-Job sein und die Zeit genießen!
    Alles Gute weiterhin!!

  • Zwischen Karrierefrau und Hausfrau gibt es ja noch sehr viele Abstufungen… Ich finde das Hausfrauenmodell vor allem deshalb schwierig, weil die Frau das ganze finanzielle Risiko trägt und sie vom guten Willen des Mannes abhängt. Für mich ideal ist es, wenn beide Teilzeit arbeiten, so machen wir es hier. Aber ich finde es sehr interessant, auch einen Blog zu lesen, in dem es ganz anders ist! Danke für den Einblick!

  • Tami

    Liebe Fiona,

    ein toller Text.
    Für deine Gefühle und Vorstellungen solltest du dich niemals schlecht fühlen. Wenn es dir gut geht, geht es deinem Kind auch gut. Früher war es „normal“ Mutter und Hausfrau zu sein.

    Ich denke, dass viele Frauen wie du denken. Vielleicht trauen sie sich nicht es auszusprechen. Oder es ist ihnen nicht bewusst.
    Es ist heutzutage bei vielen so, dass sie arbeiten, obwohl sie es nicht wollen.
    Zu Hause zu bleiben ist für viele nicht vorstellbar oder sie denke , dass es unmöglich ist.

    Es kommt darauf an, wieviel Geld man zum Leben braucht.

    Ein Wohnungskauf oder sogar Hauskauf ist natürlich teuer. Viele Urlaube ebenfalls. Immerzu neue Kleidung auch. Ich denke dennoch, dass mehr Frauen Mutter und Hausfrau sein könnten.

    Gehe deinen Weg

    Glg Tami :)))

  • Michaela

    Hi Fiona,

    Du sprichst mir aus der Seele!!! Mein Sohn ist jetzt 4, und ich arbeite von 7:30 bis 16 Uhr (Mo – Fr) seit er 6 Monate alt ist. Damals wie heute faellt es mir schwer, nicht „nur“ Hausfrau und Mutter sein zu duerfen.
    Es versteht keiner das ich hier von Herzschmerz rede, und nicht von Faulheit. Denn keiner in meinem Familien und/oder Bekanntenkreis hat Verstaendnis fuer mich. Ich sehe meinen Sohn nur 2-3 Std am Tag. Er wird also von Fremden Leuten (im Kindergarten) erzogen. Das Wochenende geniessen wir gemeinsam sehr. Und die Zeit rennt, und er wird gross sein. Ich werde die Zeit nicht zurueck drehen koennen. Ich werde bereuen, dass ich mich nicht durchgesetzt habe……Ich bin nicht gut in Worten, aber ich hoffe Du verstehst was ich versuche zu erklaeren. Ich wuensche Dir viel Kraft fuer die Zukunft! Bleib so stark wie Du bist!

    • Es tut mir so Leid, dass zu lesen. Danke für deine Offenheit. Ich merke in deinen Worten, wie traurig dich die Situation macht und wünsche dir von Herzen Kraft und Zuversicht. Alles Liebe, Fiona

  • Sandra

    Liebe Fiona,
    Ich glaube es gibt sehr viel mehr Menschen die so denken wie du als du glaubst – ich zum Beispiel.

    Ich habe mich nie damit auseinandergesetzt Hausfrau zu sein, habe an meiner Karriere gearbeitet und viel Verantwortung übernommen.

    Als unser Kind kam habe ich einen 45 Stunden Kita-Platz beantragt und hatte sogar den Plan nach weniger als einem Jahr wieder arbeiten zu gehen (was nicht ging).

    Und als dann der erste Arbeitstag immer näher rückte würde mir klar, dass ich das in Wirklichkeit gar nicht will. Ich will nicht weggehen. Ich will zuhause sein!

    Doch wir kaufen gerade ein Haus, ich habe vor einem Jahr ein neues Auto gekauft, fahren in den Urlaub und so weiter. Wir brauchen mein zweites Gehalt.

    Und wenn ich dann mal an einem freien Tag auf dem Spielplatz gehe und mir eine Mutter erzählt, dass sie zuhause ist, könnte ich heulen.
    Dann will ich lieber mit wenig Geld glücklich zuhause bei der Familie sein. Aber ich schaffe es auch nicht diese Bremse zu ziehen.

    Vielleicht geht es viel mehr Müttern genau wie mir, aber sie wollen es im Gespräch lieber nicht zugeben.

    • Ich danke dir für deine Offenheit. Ich wünschte von Herzen, es gäbe für jeden diese Chance frei zu entscheiden, mehr Anerkennung UND Unterstützung. Ich weiß, dass ich Glück habe. Ich wünschte, dieses Glück wäre Keines, sondern ganz selbstverständlich für jeden, der dieses Weg gehen will. — Liebe Grüße,und von Herzen Glück und Kraft, die Bremse vielleicht doch nochmal zu ziehen. Fiona

  • Liebe Fiona,
    Du sprichst mir aus der Seele! Was ein toller Text, danke für deine Offenheit, deine Ehrlichkeit. Es braucht mehr Frauen wie dich, ich bin noch nicht so weit, auf meinem Blog darüber zu schreiben. Einmal, weil ich nicht so toll schreiben kann bzw noch am Anfang stehe und weil ich den Mut noch nicht habe, so offen zu sein.
    Aber auch ich finde meine Erfüllung im Hausfrau sein, unseren Sohn zu betreuen und nicht in dieses sinnlose Hamsterrad der heutigen Wirtschaft zurück zu kehren. Das ist nicht mein Leben und ja, dafür nehme ich in Kauf, nicht in den Urlaub zu fahren. Die Prioritäten haben sich mit der Geburt verschoben, wie erziehen wir und wollen wir das überhaupt? Und ich bin froh, zu hinterfragen und unseren Weg finden zu können. Mein Mann unterstützt mich ebenso, anders kann ich mir das auch nicht vorstellen. Auch wenn mich viele nicht verstehen uns oft Fragen kommen, warum unser Sohn nicht in die Krippe oder Kita geht/gehen wird oder warum ich nicht zum so festen, achso toll bezahlten Job im Büro zurückkehre, das wäre doch die sicherste Variante, schließlich kostet das Leben doch so viel? Manche Tage wurmt mich das, dass ich und unser Lebensstil so wenig Akzeptanz findet, ander mal ists mir egal. Kommt wohl auch drauf an, wer da was besser wissen will.
    Wir brauchen viel mehr Wahlfreiheit, viel mehr individuelle Lebensentwürfe. Damit sich wieder eine sozialere Gesellschaft entwickelt, die mehr miteinander anstatt gegeneinander lebt.

    Ich danke dir für deinen Text und du bist nicht allein 🙂

    Liebe Grüße,
    Claudia

  • Liebe Fiona. Ein wirklicher Herzenstext, das merk ich beim lesen… Und ich kann dir verraten, Du bist nicht allein! Ich wollte auch lieber Mutter und Hausfrau sein, als jeden Tag „9 to 5“ einem Job nach zu gehen. Ich hab ihn gern gemacht, bis unser erster Sohn da war. Es ist großartig zu sich zu stehen und die Zeit der Lebenszeit zu widmen die JETZT einfach dran ist.
    Alles Liebe und viel Spaß zuhause 😉 Maria

  • Lene

    Hi, ich kann das sehr gut verstehen. Ich bin Hausfrau und Mutter und liebe es. Mein Mann und ich haben das auch ganz bewusst von vornherein so geplant, da wir recht ähnliche Vorstellungen von unserem Familienleben haben. Glücklicherweise arbeitet er mit 35 Stunden Woche und teilweise Homeoffice, so daß auch er viel Zeit für die Familie hat. Rechtfertigen muss ich mich bis jetzt nicht, aber das liegt sicher daran das es in unserer Umgebung noch recht normal ist bis das Kind 3 ist Zuhause zu bleiben. Meine Kinder sind 3 1/2 und 2 und im Herbst kommt Baby 3,also ist für alle klar das ich Zuhause bin. Zudem bin ich Erzieherin und dadurch verstehen die meisten auch das wir Kitafrei leben und ich unsere Kinder selbst betreue. Ich finde es toll das du auf dein Herz /Bauch gefühl vertraust.

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