Wir basteln eine Uhr! Kinder in ihren Interessen fördern

Uhr basteln Titelbild[Werbung | Beitrag mit Affiliatelinks]

Wer meine Instagramstorie verfolgt, der weiß, dass Nana sich bereits unheimlich für Zahlen und Buchstaben interessiert, und jeden Tag dazulernt. Sie saugt neue Informationen nur so auf, hinterfragt sie und will mehr darüber wissen. Aktuell will sie unbedingt die Uhr lernen. So kam es vor Kurzem dazu, dass sie eine Uhr basteln wollte.

Lernen mit Begeisterung

Die Uhr lernen ist mit zweieinhalb Jahren zwar ziemlich ambitioniert, aber natürlich unterstützen wir ihr Interesse.

Lernen ist eines dieser Themen, das immer wieder unter Eltern aufkommt. Etwas das passiert, eigentlich ganz von alleine, aber immer besonders viel Aufmerksamkeit bekommt. Die absurde Befürchtung, dass ein Kind etwas gar nicht lernt, falsch lernt, oder zu langsam, oder manchmal auch irgendwie zu schnell. Kinder und ihre Fähigkeiten werden vergleichen: Das fängt schon auf dem Spielplatz an und endet in der Schule. Viele Themen werden dorthin ausgelagert. Oft höre ich, „Das lernen sie in der Schule“. Damit wird Schule (und manchmal auch schon der Kindergarten) zu einem zentralen Lernort gemacht, um Kindern vom Fachwissen bis zum Sozialverhalten alles Mögliche beizubringen. Ein wichtiger Lern- und Lebensort, der die Schule vermutlich für viele Kinder auch wirklich ist, aber gar nicht sein müsste. Ich befürworte die FREIlerner Bewegung, auch wenn ich weiß, dass wir diesen Weg vermutlich selber nicht einschlagen werden. Wenn ich meine Tochter aber beobachte, wie ihr Köpfchen arbeitet und versteht und aktuell jeden Tag so viel dazulernt, einfach weil sie sich selber für die Dinge BEGEISTERT, trauere ich unserer freien Lernzeit aber schon manchmal etwas nach.

Lernen passiert aus und mit Begeisterung. Nicht aus Zwang. Nicht unter Druck. Nicht nach Lehrplan.

Was wir so mit der vielen kindergartenfreien Zeit anfangen, werde ich manchmal gefragt: Na wir spielen, wir entdecken und lernen aus dem Leben: Wir sprechen über die Bäume, über Tiere, zählen Autos im Vorbeigehen, und lernen zum Beispiel die Uhr.

„Mama, wie viel Uhr ist das?“

Medien sind gar nicht so ein Teufelszeug. Sie geben auch Lernimpulse: Angefangen hat nämlich alles mit einer Folge einer Kinderserie, in der es um die Uhr geht. Mehrfach hat Nana die Folge gesehen, und irgendwann angefangen mich zu fragen, wie viel Uhr es ist, oder wie viele Stunden es noch dauert, bis Papa von der Arbeit nach Hause kommt. In der besagten Folge gibt es auch eine Art Bewegungstanz zur Uhrzeit, den Nana seitdem immer mal wieder nachahmt, so gut sie es kann. Sie bittet mich oft, meine Arme passend zur Uhrzeit zu bewegen. Ohne medialen Impulsgeber, wären wir darauf nicht gekommen.

Schon seit einer Weile besitzt Nana ein Uhrenholzpuzzle von Trendhaus*, das sie prompt wieder öfter herauskramt. Die Zahlen kennt sie inzwischen und kann die Uhr problemlos zusammensetzen. Auf dem Flohmarkt fanden wir vor Kurzem noch eine Lernuhr von Hess*. Als Nana sie entdeckte, wollte sie sie sofort haben und beschäftigte sich die erste Zeit täglich intensiv damit. Sie fragte und wir redeten: Über die Minuten und die Stunden und den Tag, den großen und den kleinen Zeiger. Ich stellte übrigens fest, dass die Uhrzeit, dieses völlig selbstverständliche mitlaufende Ding, echt schwierig zu erklären ist. Aktuell steht die Lernuhr bei ihrer Spielzeugküche, und Nana zeigt mir darauf, „wie lange ihr Essen kochen muss“.

* *

Es wird noch eine ganze Weile dauern, bis Nana wirklich etwas mit der Uhrzeit anfangen kann, das weiß ich. Das Thema ist noch ziemlich abstrakt. Wir beschäftigen uns trotzdem derzeit sehr intensiv damit. Ich schiebe das Thema nicht auf einen späteren Zeitpunkt.

Denn: Es ist gerade ihr Interessen. Gerade jetzt begeistert sie sich dafür.

Interessen Förden ohne Druck

Wir setzen uns hin, drehen an den Zeigern und überlegen, welche Uhrzeit sie uns zeigen. Beim freien Lernen geht es für mich um den Prozess, um das Lernen aus eigenem Antrieb, weniger um das korrekte Ergebnis. Das kommt beizeiten dann von alleine. Der Weg dorthin ist viel spannender. Nana dafür verschiedene (!) Materialien zur Verfügung zu stellen, ihr Interesse zu fördern, indem ich sie einfach in Berührung bringe mit den Informationen und gemeinsam mit ihr die Dinge neu erkunde, betrachte ich dabei ganz klar als meine Aufgabe. Das passiert alles ganz zwanglos, eingebunden in den Alltag.

Ich finde Förderung wichtig. Ich finde aber auch, dass diese Förderung vom Kind ausgehend gesteuert sein soll. Meine Tochter gibt die Impulse, ich greife auf und überlege mir (oder wir überlegen gemeinsam!), wie wir die Themen angehen können. Und am wichtigsten: Meine Tochter setzt auch immer das Stopp. Ich merke ziemlich genau, wenn es ihr zu viel wird, oder sie keine Lust mehr hat, dann hören wir einfach wieder auf.

Nana interessiert sich phasenweise immer mal wieder für neue Dinge, und andere geraten wieder in den Hintergrund.

So hat sie zum Beispiel im Moment auch wieder eine intensive Bastephase, will schneiden und kleben. — Vor ein paar Tagen kam Nana dann auch auf die Idee, eine Uhr zu basteln.

Eine Uhr basteln: Schnelle und Einfache Anleitung für die Kleinsten

Ihr braucht:

Bastelschere (für Kleinkinder kann ich DIESE SCHERE* empfehlen) | Bastelkleber (zum Beispiel DIESEN*) | bunte Pappbögen | Eine Musterklammer | Buntstifte | Teller und Schüssel oder Ähnliches in zwei Größen als Zeichenschablonen | ggf. gespitzter Bleistift und Knete.

Uhr basteln Material

Wir basteln eine Uhr – Material

Zuerst einigen wir uns auf die Farben, die die Uhr haben soll.

Mit den runden Schablonen (Wir haben eine Plastikschüssel und einen Plastikteller genommen, die ineinander passen) können ein großer und ein kleiner Kreis auf je einen bunten Pappbogen gezeichnet und ausgeschnitten werden. Nana hat das gleich auch versucht und einen eigenen Kreis gemalt, den ich ihr natürlich ebenfalls ausgeschnitten habe. Wenn ich Teile ausschneide, lege ich Nana immer auch eine Schere und Papier zum selber schneiden bereit. Meistens beschäftigt sie sich damit, wenn sie gerade nicht helfen kann. Schneidet sie Schnipsel, kleben wir die hinterher einfach noch irgendwo mit drauf.

Uhr basteln Kreise malenUhr basteln

Als nächstes wird der kleiner Kreis mittig auf den großen Kreis geklebt. Mit dem Bastelkleber, den wir benutzen (s.o.) kann Nana das schon fast alleine.

Aus zwei weiteren Farben schneiden ich nun die Zeiger aus. Da unsere Pappe relativ dünn ist, nehme ich die Bögen doppelt. Nana klebt die zwei Hälften der Zeiger anschließend zusammen.

Uhr basteln Zeiger

Auf dem äußeren Rahmen der Uhr schreiben wir nun die Zahlen. Oben schreibe ich die Zwölf hin. Daneben die Eins, und dann frage ich Nana, ob sie weiter zählen will, was sie auch sofort tut. Sie schaut mir genau zu, wie ich die Zahlen auf die Uhr schreibe. Eine Blume soll ich anschließend bitte auch noch auf die Uhr malen. — Auf ihrem ausgeschnittenen Kreis ergänzen wir das Ziffernblatt ebenfalls, dann malt Nana Zeiger auf.

Uhr basteln Ziffernblatt

Fehlen nur noch die Löcher in der Mitte des Kreises und an den beiden ausgeschnittenen Zeigern, um die Teile zusammen zu klammern. Da wir die Pappbögen doppelt genommen haben, funktioniert der alte Bleistift und Knete Trick nicht, den ich noch von früher kenne. Ich nehme eine spitze Schere zur Hilfe, zeige Nana aber trotzdem an einem einfachen Pappbogen noch, wie das mit der Knete funktioniert: Kneteball unter das Papier legen und den gespitzten Bleistift durchdrücken. Natürlich macht ihr das einen großen Spaß, und sie durchlöchert erst noch ein paar Mal den grünen Pappboden, bevor wir weiter machen.

Solche kleinen Impulse finde ich wichtig. Ich lasse Nana immer nebenbei eigene Bastelprojekte durchführen, wir brauchen nicht streng nach Anleitung vorgehen oder uns nur auf die eine Sache konzentrieren. Sie lernt sehr viel mehr, wenn sie eigenes entdeckt.

Mit der Musterklammer fügen wir die Teile der Uhr zum Schluss zusammen. Ich helfe Nana beim Durchstecken etwas, hinten klappt sie die Klammer alleine um, und freut sich über ihre fertige Uhr. Darauf zeige ich ihr nun immer, wann Papa nach Hause kommen wird.

Uhr basteln fertige Uhr

Fertig! Einfach und Schnell gemacht

Wenn wir unsere Kinder sehen, dann werden wir viele kleine und große Dinge entdecken für die sie sich begeistern. Ich finde es spannend und wichtig, genau da anzuknüpfen.

Was haben eure Kinder zuletzt intensiv lernen wollen? Wofür interessieren sie sich gerade? — Wenn wir uns diese Fragen viel öfter stellen würden als jene, was sie denn gerade lernen und können MÜSSTEN, würde Lernen und allen viel mehr Freude machen. Xx Fiona

 

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Uhr basteln einfache Anleitung für die Kleinsten + Gedanken zur Förderung von Kindern | Unverbogen Kind SeinMehr Bastelideen habe ich für dich auf Pinterest gesammelt.

2 Kommentare

  • Annie

    Hallo Fiona!
    Wir handhaben das ähnlich wie Ihr. Unsere älteste ist jetzt 4J7M und ist ganz scharf auf schreiben und lesen. Wir gehen ihrem Interesse nach und unterstützen sie darin, die Fähigkeiten zu erwerben, die sie aus eigenem Antrieb ansteuert. Ein etwas mulmiges Gefühl habe ich dabei schon, weil sie regulär erst in zwei Jahren eingeschult wird und ich ab und zu schon Bedenken habe, dass ihr die Schule dann langweilig sein könnte oder sie den Anschluss verliert weil sie denkt, sie kann das schon und dann nicht mehr aufpasst.
    Wir haben uns auch schon mit freien Schulen beschäftigt, allerdings sind die leider zu weit weg und außerdem finanziell am Ende nicht tragbar, da wir drei Kinder haben (bzw haben werden, das dritte hat Stichtag im November) und das natürlich auch berücksichtigt werden will.
    Aber am Ende ist einfach die Begeisterung und das Leuchten in ihren Augen, wenn sie feststellt, dass andere Leute das, was sie geschrieben hat, lesen können ohne zu raten, mir so unendlich viel mehr wert. Wir werden die Interessen unserer Kinder weiter begleiten und die Zukunft auf uns zukommen lassen. Am Ende kommt es ja sowieso anders… 😊
    Liebe Grüße und weiterhin viel Spaß auf Eurem Weg!
    Annie

    • Hallo Annie. Ich danke dir. Die Überlegungen zur freien Schule machen wir uns auch, und haben da ähnliche finanzielle Bedenken. Mal sehen, wie sich das entwickelt. Zum frühen Lesen/Schreiben kann ich dir nur meine persönliche Erfahrung schenken: Ich habe selber vor der Schule schon lesen und schreiben können, und hatte nie Anschlussschwierigkeiten oder Langeweile. Eine Weile hatte ich einfach einen guten Vorsprung. Alles Gute auch für euren Weg. Grüße, Fiona

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