Tischmanieren? Mein Kind muss nicht am Tisch sitzen

Tischmanieren selbstbestimmt Essen

Hunger und Durst sind Bedürfnisse. Der zuverlässigste Hunger und das sicherste Sättigungsgefühl sind solche, die frei von Manipulation sind, die von Innen, wortwörtlich aus dem Bauch heraus kommen. Heute möchte ich dir einen Einblick in unsere vier Wände geben und dich einladen, dich mit uns an den Esstisch zu setzen. Oder darunter. Oder auf die Couch. Tischmanieren gibt es bei uns nämlich keine. Zumindest keine, die für ein gerade einmal anderthalbjähriges Kind gelten müssten anerzogen werden müssen.

Mit den Fingern essen ausdrüclich erlaubt!

Während Nana anfangs kaum Interesse daran hatte mit den Fingern die Breischüssel zu untersuchen, genoss sie es später, festes Essen mit den Händen zu fühlen. Pulen, Matschen, Schmieren, Zerdrücken. Vor allem unbekannte Lebensmittel wurden erkundet, bevor sie im Mund landeten.

Besonders intensiv wurden oft auch die Flugfähigkeiten untersucht. Was runterfiel hob ich ihr ggf. wieder auf. Warf sie viel, auffällig spielerisch, zunehmend unruhig, fragte ich nach, ob sie satt sei. Bejahte sie auf die ein oder andere Weise, zeigte ich ihr eine andere Möglichkeit, mir ihr satt sein mitzuteilen: Ich zeigte ihr, dass sie den Teller vorschieben konnte. Nach einer Weile übernahm sie diese Anregung. Anderes flog aus Neugier, manchmal Frust. Kleinere Portionen verhinderten den Frust bei MIR und endloses Bodenwischen nach dem Essen.

Essen mit den Fingern ist eine sinnige und lehrreiche Erfahrung für Kinder. Temperaturen spüren, Unterschiede in der Haptik wahrnehmen. Niemals würde ich auf die Idee kommen, meinem Kind das wegzunehmen, weil ›mit Essen spielen‹ irgendwie in unserer Gesellschaft nicht tolerierbar ist. Dabei ist Spielen doch Lernen!

Ich halte btw absolut nicht viel von Verschwendung. Aber dafür hat ein (Klein)Kind einfach überhaupt keinen Weitblick. Eine ethische Debatte kann und will ich nicht zum Fundament für Konflikte mit meiner Tochter nehmen. Das mit Frischkäse gemalte Kunstwerk auf der Tischplatte ist schnell beseitigt. Und nach ein paar Mal ausgiebigem Probieren, hat sie erfahrungsgemäß genug damit geforscht.

Lernen ist Nachahmen und Forschen – Tischmanieren kommen später

Nanas Kinderbesteck lag beim Essen immer nebendran. Anfangs unberührt, während ich sie machen ließ, selber aß, und meiner Tochter ab und zu anbot, ihr eine Nudel auf ihre Gabel zu piksen. Irgendwann wurde das Besteck interessanter. Manchmal forderte sie mich auf, ihr zu helfen. Beim Frühstück bestreicht Nana inzwischen ihr Brötchen selbst mit Butter. Dass das Buttermesser immer am Tisch liegen bleibt, sie nicht damit aufsteht, ist eine unserer wenigen Tischregeln.

Am Tisch, auf dem Boden, beim Spielen: Wo isst Du am liebsten?

Ungefähr bis zu dem Zeitpunkt, als Nana frei laufen lernte, saß sie gerne in ihrem Hochstuhl. Dann wurde die Welt um sie herum größer. Zwar wollte meine Tochter zu Hauptmahlzeiten immer noch in ihren Stuhl gehoben werden, nach ein paar Bissen wurde sie aber ungeduldig. Wir hoben sie raus und ließen sie laufen. Zwang am Tisch sitzen zu bleiben, gibt es hier für NIEMAND. Auch ist das Essen nicht beendet, wenn du dir bei mir die Beine vertreten willst, statt sitzen zu bleiben.

Nudeln mit Sauce konnte N sich von nun an Gabelweise auf Mamas Schoß abholen. Alles was nicht schmierte, stellte ich meiner Tochter auf Griffhöhe, sobald sie keine GEDULD mehr hatte, mit uns am Tisch zu sitzen. N spielt beim Essen, läuft herum und kommt wieder. Und manchmal machen wir ein Picknick auf dem Wohnzimmerboden.

So ist das bis heute.

Der Hochstuhl ist inzwischen weg. Überwiegend sitzt N mit uns am Esstisch auf einem normalen Stuhl; klettert dort alleine rauf und wieder runter, läuft eine Runde um den Tisch und setzt sich dann wieder hin -oder macht es sich mit ihrem restlichen Frühstücksbrötchen auf der Couch (im selben Raum!) gemütlich. Selten verlässt sie das Wohnzimmer. Wenn, ist das in Ordnung. Ich bitte sie dann nur, dass sie die Nudeln bei uns lässt, damit keine Lebensmittel unauffindbar in der Wohnung verteilt werden.

Zugegeben, wenn ich das hier so aufschreibe, klingt das ziemlich chaotisch. Von außen betrachtet, gerade aus einer erziehenden Perspektive, ist es das vermutlich auch.

Aber ich empfinde es in situ nicht als Chaos. ICH empfinde unsere Esssituation entspannt, ungezwungen, fröhlich, lebhaft. Es stört MICH nicht.

Mir fehlt auch nicht dieses Wir-Gefühl bei den Mahlzeiten gemeinsam am Tisch, von dem andere schwärmen. Im Gegenteil: Wenn mein Kind vom Tisch zur Couch rennt, ihrem Teddy ein Stück Gurke anbietet, zurückgelaufen kommt und auf meinen Schoß will, um sich von dort aus ein zweites Stück Gurke zu stibitzen, dann fühle ich mich mehr mit meinem Kind verbunden, als es ein starres Essen am Tisch jemals möglich machen könnte. Weil ich nämlich nicht GEGEN mein Kind arbeite. Ich dränge ihr keine Konventionen auf. Ich zwinge sie nicht gegen ihren Bewegungs- und Spieldrang zu handeln, um MICH glücklich zu machen, nur damit ANDERE uns für eine Bilderbuchmusterfamilie halten können.

Ich nehme sie an, wie sie ist und isst.

Tischmanieren Loslassen, Kind sein zulassen

Ich habe außerdem die Erfahrung gemacht, dass mein Kind besser isst, seit sie entscheiden kann, wann sie aufsteht und sich (wieder) setzt: Manchmal isst sie zwei Bissen, steht auf und spielt erst noch etwas. Dann kommt sie nach zehn Minuten wieder, nachdem sie ihrem dringenden Spieltrieb ungestört nachgehen konnte, setzt sich wieder zu uns und isst fast den ganzen Teller auf.

Hätte ich in derselben Situation darauf bestanden, dass sie zuerst isst, hätte sie vermutlich nur noch zwei weitere Happen heruntergewürgt, wäre dann spielen gegangen, während ich ihr Essen ›konsequent‹ abgeräumt hätte. Ihr anschließendes Quengeln aus Hunger hätte ich ignoriert oder bekämpfen müssen, denn sie hatte ja vorher Essen können. Ich bezweifle das das besser ist.

Ich weiß nicht, warum Eltern glauben, es sei verheerend für jegliche Zukunftsaussichten, dem Kind den Bewegungsdrang JETZT nachzugeben. Dahinter steckt wohl der Glaube, der Hunger des Kindes müsste das größere Bedürfnis sein.  Schätzt es das falsch ein, gibt es eben nichts mehr. Als Strafe. Als Lehre. Das ist gemein!

Wir erwarten eine Denkweise von Kleinkindern, die sie überhaupt nicht leisten können. Die Abwägung erst zu Essen, OBWOHL das Bedürfnis nach Spiel gerade überwiegt, um den Hunger, der vielleicht noch gar nicht präsent ist, VORSORGLICH zu stillen, ist eine nahezu unmögliche Denkleistung, die ich meiner Tochter (noch) nicht zumute. Sie kann spielen, sie kann sich bewegen, sie kann essen. Nacheinander oder gleichzeitig. Sie kann die Prioritäten nach ihren eigenen, eigenständig wahrgenommenen Bedürfnissen richten.

Die Befürchtung, dass mein Kind niemals am Tisch sitzen und ordentlich essen wird, teile ich nicht. Beim Geschäftsessen in vielen Jahren wird sie wohl kaum mit dem Steak oder dem Salst in der Hand um den Tisch herum laufen.

Meine Tochter ist anderthalb, herrschaftszeiten, sie wird noch viele Erfahrungen sammeln, viele Essgewohnheiten beobachten, und vor allem wird sie lernen ihr Hungergefühl vorausschauend zu stillen und Bedürfnisse logisch abzuwägen. Bis dahin ist es aber noch ein langer Weg, (den ich nicht durch Erziehung formen will). Alles in ihrem Tempo. Durch Beobachtung, Nachahmung und wachsendem Verständnis für die Dinge unserer Welt.

Auswärts Essen: Traust du dich ins Restaurant oder bestellst du schon?

N beweist mir ständig, dass sie sich anpassen kann, wenn eine Situation es erfordert. Dass sie in der Lage ist zuhause und „woanders“ zu unterscheiden. Jetzt schon mit anderthalb. Dazu braucht es keine erzieherische Formung und vorsorgliche Belehrungen: Beobachten reicht völlig aus, um alles das zu lernen.

Ein Kind lernt. Immer. Ein Kind ist durchaus in der Lage, wenn es gelassen wird, Situationen durch Beobachtung voneinander unterscheiden zu lernen. 

Bei Oma und Opa sitzt meine Tochter beispielsweise noch im Hochstuhl, sie wirft dort auch weniger Essen herunter. Es gibt dort nämlich einen Hund. Sie läuft zwar herum, holt sich nochmal einen Bissen von Omas Gabel ab, kommt aber dort nicht auf die Idee, mit ihrer Schüssel auf dem Boden zu essen. Es kommt natürlich auf die Gesamtsituation an, das Gefühl von Vertrautheit, die Stimmungen.

Auch Restaurantbesuche sind kein Problem.

Ich lasse Nana sich in einem abgesteckten Rahmen relativ frei bewegen, sie ist nicht gezwungen, sitzen zu bleiben. Ich halte sie aber dazu an, nicht mit ihrem Essen umherzulaufen und (natürlich) nah bei uns zu bleiben, damit sie weder Kellner noch Gäste stört, an keine anderen Tische geht, keine Stühle umherschiebt, oder was du dir sonst für Szenarien eines VERzogenen Kindes vorstellst. Bittet man uns, dass unser Kind doch bitte am Tisch sitzen soll, würde ich das klar an meine Tochter weitergeben, ihren Frust Begleiten (der gehört dazu) – Verantwortung tragen.

Wo soziale Interaktion passiert, entstehen Regeln. Darüber kann ich mich nicht hinwegsetzen. Will ich auch gar nicht. Es kommt immer nur darauf an, WIE wir unseren Kindern diese Regeln vermitteln. Ich verfalle nicht in Panik, wenn Zwergnase im Restaurant vom Tisch aufstehen will, vielleicht stört es niemanden? Und wenn doch, dann kann ich das meinem Kind erklären. Authentisch in einer konkreten Situation, statt vorsorglich.

Aber soll ich dir etwas verraten? Angeeckt sind wir noch nie. Gewertschätzt worden hingegen schon mehrfach, nämlich dafür, dass wir so entspannt mit unsere Tochter umgehen, denn ›das würde man ja heute kaum mehr erleben‹.

Erzwungene Manieren: Vom Probieren sollen und Aufessen müssen

Zuletzt möchte ich noch einen Punkt anreißen, den ich im nächsten Teil vertiefe: Ich lese oft in Elterngruppen davon, dass Eltern erwarten, dass ihr Kind ›mindestens probiert‹, besser noch dass ›es aufisst, wenigstens die halbe Portion isst‹. WARUM? Steckt dort wirklich die Angst hinter, das Kind könnte zu wenig Essen, einen Mangel leiden? In manchen Fällen mag die Sorge berechtigt sein, wenngleich ich nicht glaube, dass gerade dann ZWANG der richtige Weg wäre. In vielen anderen Fällen ist es aber am Ende nur eine subtile MACHT Ausübung!

Mein Kind braucht nichts probieren. Ich esse auch manche Dinge nicht, die andere mögen.

Aufessen muss Nana auch nicht, denn niemand außer ihr selber kann ihren Hunger einschätzen. Ich finde es fatal, ein Kind zum Aufessen zu zwingen,  ihm*ihr auch nur einen Löffel mehr aufzuzwingen, als das Kind von sich auch essen WILL. Wenn du dein Kind lockst oder bedrohst, noch drei Happen dies und einen Löffel jenes zu essen, für die Oma oder für schönes Wetter, obwohl es verweigert, dann vermittelst du deinem Kind damit nur, dass sein*ihr eigenes Hungergefühl, sein*ihr e i g e n e s Empfinden des e i g e n e n Bedürfnisse, FALSCH ist.

Du bringst deinem Kind bei, sein*ihr Bedürfnis FÜR DICH (regelmäßig) zu übergehen. Das eigene Körpergefühl verschwindet , die Fähigkeit das eigene Bedürfnis abzuschätzen. Im schlimmsten Fall fördert Zwang auf lange Sicht Essstörungen: Essen (oder nicht Essen) wird dann zum Mittel, um etwas Anderes zu erreichen (Anderen Gefallen, Glücksgefühle, schön (parallel zu „groß und stark“) werden), anstatt zu Essen, um das eigene Hungergefühl zu sättigen.

Ich habe Vertrauen in meine Tochter, dass sie ihren Bedarf an Essen entdecken kann.

Ich fühle mich wohl damit, Essen in unserer Familie in einen verbundenen, verständnisvollen, freien Rahmen zu betten, der meinem Kind Selbstständigkeit, Selbsterfahrung und positiven Freiraum gibt.

Essen, als eines unserer Grundbedürfnisse, sollte nicht in Zusammenhang mit Zwang, Angst und Erwartungen gebracht werden. Wir sollten unseren Kindern hier ermöglichen, sich selbst kennenzulernen und sich in Konventionen und Tischmanieren in eigenem Tempo hineinzufinden. Wie ist es bei euch?

|Fiona

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12 Kommentare

  1. Witzig, das ist bei uns sehr ähnlich wie bei Euch! Meine Jungs sind 5 und knapp 9.
    Hier wird auch manchmal auf dem Boden gegessen oder mit dem Brot umher gelaufen. Ich habe damit kein Problem. viele finden das sicher befremdlich . Für uns ist das Alltag und als chaotisch empfinde ich uns gar nicht, wir leben nicht anders als andere , nur eben sehr unkonventionell oder wie ich es empfinde: unkompliziert und oft improvisativ! In diesem Sinne:guten Appetit😊👍

  2. Huhu…mein Sohn ist im Mai ein Jahr alt geworden und findet den Hochstuhl auch immer weniger spannend 😉
    Jetzt ist es so, dass er erst auf den Schoß möchte, dann AUF den TISCH! Heute haben wir mal getestet, was er machen würde…er hat sich pudelwohl gefühlt und überall mal genascht. Heut ging das recht einfach, weil wir Eltern allein mit ihm waren…Normalerweise sitzen aber noch zwei Schwestern mit am Tisch und dann wirds chaotisch 😀 Also was tun? Er will eigentlich bei jeder Mahlzeit auf den Tisch, aber uns ist das zu krass!

    1. Hallo. Erstmal finde ich es wundervoll, dass ihr probiert habt,was passiert. Nämlich ein entspanntes Essen. Zur Situation mit den Geschwistern: da wäre meine erste Frage, wie groß ist der Tisch? 🙂 und dann: wie alt sind die Schwestern, ist zu befürchten, dass sie alle auf den Tisch klettern und was wäre dann? Ist das auszuhalten? Würden sie ein Nein akzeptieren? Es ist zumindest zu vermuten, dass es nicht über Jahre beim auf dem Tisch sitzen bleiben würde. Wäre vielleicht ein Bodenpicknick eine Alternative? Oder ließe sich darauf einigen lediglich eine Mahlzeit am Tag auf dem Tisch zu verbringen? Du siehst, EINE Lösung gibt es nicht. Nur Impulse, und ihr werdet für euch den idealen Weg finden. Viele Grüße, Fiona xX

  3. Hallo! Danke für deinen Artikel. Mit vielem stimme ich total überein, insb was das Probieren (obgleich ich die Kinder schon ermuntere) u Aufessen u Nachtisch angeht.
    Ich persönlich möchte aber schon, dass am Tisch gegessen wird (Ausnahme: Nachmittagssnack insb wenn Spielbesuch da ist). Ich finde es so einfach gemütlicher. Außerdem möchte ich nicht für alle zu unterschiedlichen Zeiten das jeweilige Wunschessen zubereiten.
    Wer fertig ist, geht Händewaschen u spielen. Oder kommt zurück. Daran, dass wir Eltern noch sitzen wollen, arbeiten wir derzeit 😉
    Unterwegs funktioniert es insb bei unserem Sohn (3,5 Jahre) leider nicht gut. Er steht sofort auf, sobald er fertig ist, und erkundet den Raum (was seinem Naturell u Bewegungsdrang auch sehr entspricht). ABER dann muss immer einer mit. Fest abgesteckte Räume respektiert er nicht. Er rennt Kellnern in die Füße, allein an den Strand, nimmt Sachen vom Buffet, geht in die Küche, total aus unserem Blickfeld usw.
    Teils geht es da um Sicherheit (Strand), teils um klare Verbote (Restaurantküche). Irgendwelche Ideen? Unsere einzige ist, nur noch so wenig wie nötig essen zu gehen.
    Viele Grüße
    Katrin

    1. Hallo Katrin. Die Antwort ist vermutlich unbefriedigend: Ja, ich würde tatsächlich diese auswärts-essen Situation wenn möglich einfach vermeiden. Manchmal ist Vermeidung die FÜR ALLE nämlich stressfreieste Variante. Und es kommen wieder andere Zeiten! Ansonsten wäre eine Möglichkeit, Spielzeug/Malsachen/Tablet oä mitzunehmen – aber ich vermute, diese Idee hattet ihr schon selber. Viele Grüße, Fiona Xx

  4. Liebe Fiona, lieben Dank für deinen tollen Blog. Mein Söhnchen ist erst dreieinhalb Monate alt – doch liebe ich es schon jetzt alte Muster in meinem Hirn zu entdecken und umzukrempeln. Ist das Leben mit Kind entdecken doch wie sich noch einmal komplett neu erfinden – liebevoller, echter, authentischer, freier, bedürfnisorientierter, sinnvoller, friedvoller, durchdachter. Es ist wunderschön – ich fühle mich darin durch deine Worte unterstützt. Schon der Artikel über das Thema Höflichkeit (der Erste den ich von dir las, dieser hier ist der Zweite) stieß über Tage viele Reflektionen in mir an. Es kommt Stöpselchen dann zu gegebener Zeit zugute. DANKE!!

  5. Hallo das klingt toll!
    Ich bin allein mit meiner Tochter und habe auch nicht wirklich jemanden bei mir, mit dem ich mich austauschen kann. Dein Artikel fand mich in dem Moment, wo ich ihn dringend brauchte, weil ich am (Ver)Zweifeln war/ bin. Meine Kleine isst seit ihrem ersten Geburtstag „endlich“ zu fast allen Mahlzeiten feste Nahrung. Leider verweigert die die regelmäßig, schmeißt sie auf den Boden, spuckt sie aus… Ich habe sie dann verzweifelt und sauer zu ihrem Essen auf den Boden gesetzt und siehe da, sie hat gespielt und gegessen… Es ist schön, dass das funktioniert, dich gleichzeitig spult das Hirn ab „Was denken die anderen? Die denken sicher, ich bin keine gute Mutter…“ Was wird sie in der Krippe machen? Dort wollte sie in letzter Zeit auch nicht essen. Wie macht ihr das? Ich habe jetzt ein Waffeleisen mit Tieren besorgt. Sie liebt die Waffeln . (Ich übrigens auch.) In der Krippe sehen sie aber „kalte“ Waffeln nicht als Mittagsmahl an…. Ich würde das aber wirklich gern testen, weil ich für die selbst kochen will.
    Ok, das waren jetzt zu viele Informationen, schätze ich. Ich war nur glücklich, deinen Blog gefunden zu haben!
    Danke! Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

    1. Hallo. Ich freue mich, dass mein Text dir in einer schwierigen Phase helfen konnte, etwas durchzuatmen- Vielleicht hilft es dir auch, zu wissen, dass es irgendwann besser wird mit dem werfen und matschen. Und das von ganz alleine. Diese Entdecker und Verweigerer Phasen sind einfach anstrengend. Schön, dass du nach Lösungen suchst, damit umzugehen. Zu der Schwierigkeit mit dem Essen woanders: Andere Orte, andere Umstände. Ich bin mir sicher, dass Kinder damit zurecht kommen. Meine Tochter geht nicht in den Kindergarten, explizit zu dem Problem mit der Akzeptanz dort kann ich also nichts sagen. Ich würde aber wohl versuchen die Einrichtung von den Waffeln zu überzeugen, wenn sie die doch mag. Viele Grüße Xx

  6. Liebe Fiona,
    das liest sich überhaupt nicht chaotisch, sondern überaus harmonisch. Ich bin hier mit unserer Situation noch nicht so ganz zufrieden, was aber v.a. am Mann liegt, der es mehr so mit am Tisch sitzen und essen hat ?
    Aber der Lütte ist auch keiner, der einfach so aufsteht und dann spielen geht. Sehr beeindruckend finde ich, dass Zwergnase das so handhabt. Niemals würde er alleine sich irgendwo beschäftigen, ich muss immer mit, deshalb komme ich selten zum Essen, das ist der andere Punkt, der mich tatsächlich, so ehrlich muss ich sein, stört.
    Ich hoffe, wir werden in Bälde da etwas ganz Neues für uns schaffen.
    Liebste Grüße
    Lea

    1. Hallo Lea,
      Ganz bestimmt findet ihr eine Lösung für euch. Manchmal braucht es Kreativität und Geduld, um verschiedene Bedürfnisse zusammenzubringen. Vielleicht könntet ihr ja ein paar Spielsachen an den Tisch holen? Dann könntest du essen und dein Kind spielen. Dass unsere Tochter sich schon gut mal alleine beschäftigt, ist da wirklich von Vorteil. Wobei ich auch manchmal mit muss, so ist es nicht.
      Liebe Grüße, Fiona

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