Jede Mama sollte ein Mütterteam haben!

Mütterteams_GastbeitragGastbeitrag| Text und Bild von Sophie Mikosch

Vielleicht kennst du als Mutter die Situation, dass dich eine Freundin mit Kind besucht und ihr im Wohnzimmer sitzt und euch unterhaltet, während die Kinder spielen. Irgendwann kommen dann die Kinder und schleppen Bücher an, die deine Freundin mit ihnen anschauen soll, oder Puzzles, die sie ihr zeigen wollen.
Während deine Freundin von den Kindern in Beschlag genommen wird, bekommst du kribbelige Füße und denkst: „Wäre es wohl okay, wenn ich kurz nebenan die Wäsche aufhängen würde, oder ist das jetzt unhöflich?“
Vielleicht sagst du auch: „Ich geh mal eben zur Toilette“, und genießt es, zum ersten Mal an diesem Tag alleine das sonst gar nicht so Stille Örtchen aufzusuchen.
Oder du räumst das Kaffeegeschirr ab und bleibst eine Weile am Küchentisch sitzen, um ganz in Ruhe in einer Zeitschrift zu schmökern, die schon seit Tagen ungelesen auf dem Tisch liegt.

Als Mutter freut man sich doch fast immer über ein paar Minuten geschenkte Zeit oder?
Als selbstbetreuende Mama, die ihre Kinder den ganzen Tag um sich hat, erst recht.
Also was ich in 30Minuten alleine alles erledigt kriege, wozu ich mit Kindern den ganzen Tag nicht komme!
Und genau hier setzt das Mütterteam an, von dem ich in diesem Artikel erzählen möchte.

Die Idee ist ganz einfach: Zwei oder mehrere befreundete Mütter finden sich zu einem Mütterteam zusammen. Das heißt, sie treffen sich regelmäßig abwechselnd bei einer der Mütter zu Hause. Die Kinder werden natürlich mitgebracht.
Der Unterschied zum üblichen Kaffeeklatsch und den Kindern beim Spielen zuschauen ist nun aber: Jeweils die Mutter, bei der sich getroffen wird, hat dann ein paar Stunden Zeit für sich. Außerdem (ganz wichtig!) räumt sie weder ihre Wohnung vorher auf, noch putzt sie, backt einen Kuchen oder spielt Gastgeberin.
Natürlich kann sie ihre freie Zeit dann für den Haushalt nutzen, aber besser noch: Alle packen gemeinsam mit an. Vielleicht reicht es ja, wenn eine Mama nach den Kindern schaut, während die andere die Spülmaschine ausräumt, sodass die glückliche Gastgeberin während dieser Zeit ein Schaumbad nehmen oder in Ruhe eine Runde Yoga machen kann.
Denn in der Tat würde ich persönlich dir empfehlen, diese wertvolle Zeit nicht für den Haushalt zu nutzen, sondern wirklich für dich. Lies ein schönes Buch, meditiere, lege auf dem Sofa die Füße hoch oder tu irgendetwas anderes, was dir gut tut. Genieße die Zeit!
Und dann kannst du anschließend wieder ganz entspannt und erholt auf deine Kinder eingehen.

Ich selbst treffe mich nun seit ca. 10Monaten zum Mütterteam mit einer Freundin. Meine Kinder sind 4,5 und 2,5 Jahre alt und leben kindergartenfrei. Als ich zum ersten Mal von Mütterteams gelesen habe, war ich direkt von der Vorstellung begeistert. Und das Konzept hat auch in der Praxis für mich wirklich tolle Aspekte:

•Ich habe (mehr) Zeit für mich!
•Trotzdem bin ich jederzeit für meine Kinder erreichbar (gerade anfangs, als ich noch stillte, war mir das wichtig).
•Meine Kinder können mit anderen Kindern spielen.
•Sie können in vertrauter Atmosphäre eine gute Bindung zu meiner Freundin aufbauen (auch für eventuelle Notfälle gut zu wissen, dass sie zu ihr Vertrauen haben).
•Wenn ich mit meinen Kindern zu meiner Freundin gehe, freuen sie sich meinst so darüber die dortigen Spielsachen zu entdecken und sind damit so beschäftigt, dass ich mir intensiver Zeit für die zweijährige Tochter meiner Freundin nehmen kann, wenn sie es braucht.
•Das Mütterteam ist wirklich praktische Hilfe für den Alltag.

Mütterteam Gastbeitrag Unverbogen Kind Sein | MütterimpulseVielleicht gefällt dir die Idee des Mütterteams, aber du überlegst jetzt, mit wem du so ein Team aufbauen könntest? Frag doch einfach mal die Mamas, mit denen du dich sonst „nur“ zum quatschen und spielen triffst, ob sie nicht Lust darauf hätten, dass ihr euch gelegentlich zum Mütterteam verabredet. Natürlich ist es hilfreich, wenn ihr ähnliche Vorstellungen vom Umgang mit Kindern habt, sodass du deine Kinder bei ihnen gut aufgehoben weißt.

Du kannst aber auch gezielt nach neuen Kontakten für ein Mütterteam suchen. Entweder über Aushänge oder Kleinanzeigen, auf Spielplätzen, in Eltern-Kind-Kursen oder Krabbelgruppen, über Facebookgruppen (Such mal nach „Mütterteams“!) oder über sogenannte Vernetzungs-Landkarten.

Auf meiner Website Mütterimpulse (Link unten) biete ich zum Beispiel die Öko-Mama Landkarte an, auf der sich jede Mama eintragen lassen kann, die Kontakt mit Gleichgesinnten sucht. Außerdem finden jetzt den Sommer über Vernetzungs-Picknicks in verschiedenen Städten statt.

Bisher habe ich auf jeden Fall noch keine Mama getroffen, die die Idee des Mütterteams doof fand, daher trau dich ruhig, andere Mütter darauf anzusprechen!

Ich wünsche dir viel Erfolg beim Vernetzen und bin mir sicher, dass das Mütterteam auch für dein Leben eine enorme Bereicherung werden kann.

Deine Sophie

Mütterimpulse_Logo_GastautorbeiUnverbogenAuf meiner Website www.muetterimpulse.de begleite und unterstütze ich Mütter dabei, ihren eigenen alternativen Weg, abseits der Norm, zu gehen. Die Blogthemen sind unter anderem natürliche Schwangerschaft und Geburt, bindungsorientierte Elternschaft, Achtsamkeit und Selbstbetreuung. Wie der Familienalltag ohne Kindergarten zufrieden und glücklich gelebt und organisiert werden kann, darüber habe ich ein Praxis-Buch geschrieben (das im Herbst auch als Taschenbuch erscheinen wird). Mehr über mein Buch erfährst du HIER. Außerdem setze ich mich für die Vernetzung von Gleichgesinnten ein. Mehrmals pro Jahr organisiere ich Familien-Gemeinschaftsurlaube und lokale Treffen.

Ein Kommentar

  • Das hätte ich früher wirklich gut gebrauchen können – war aber leider selbst zu sehr im Hamsterrad und Glaubenssätzen gefangen. Jetzt kommen meine Kinder bald in die Schule und ich genieße die Familienzeit, aber auch die Treffen mit anderen Müttern zu sehr, um in der Zeit arbeiten zu wollen 😉

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