Entspanntes Familienleben: Wie Erziehungsfreiheit uns Druck nimmt

Entspanntes Familienleben: Wie Erziehungsfreiheit uns Druck nimmt

Manchmal, wenn ich sage, dass ich mein Kind (das Kind nicht die Situation!) nicht anstrengend finde, auch wenn sie ihren eigenen Kopf durchsetzen will, dann werde ich nicht so richtig ernst genommen, habe ich das Gefühl. Als wenn ein Kleinkind und ein entspanntes Familienleben, nicht wirklich zusammenpassen. Dabei sollte es das doch!

Versteht mich nicht falsch, Elternsein kann enorm stressen, tut es auch, immer wieder, finde ich auch. Aber Stress ist nicht die Grundstimmung.

Tatsächlich ist es so, dass unser Alltag derzeit überwiegend entspannt verläuft: wenig Wutanfälle, wenig Motzen. Wenig Tränen. Und fast täglich stimmt Nana zum Abendritual ihr Liedchen an: »Heute war schöner Tag«.

Die kaputte Familienstimmung – und wie wir es anders machen können

Quälgeister, Terrorkinder, Wutanfälle und ständige Kämpfe.

Mit der eigenen Einstellung zum Kind, steht und fällt der Alltag. Eltern, die ihr Kind _permanent_ als Quälgeist betrachtet, nicht mehr weiter wissen (!) und ihrem Kind dafür verzweifelt (!) die Schuld zuschieben, KÖNNEN überhaupt nicht mehr entspannt das Familienleben bestreiten. Da ist ihnen auch kein (!) Vorwurf zu machen. Es ist ein verdammter Teufelskreis.

Ich meine NICHT, einzelne Momente, die immer mal wieder aufkommen, wo wir als Eltern mal tiefer durchatmen müssen, auch manchmal rummotzen. Die Momente habe ich auch.

HIER kannst du mehr übers Meckern, Motzen, Konflikte und Lösungsversuche lesen.

Darum geht es mir nicht.

Es geht mir um die grundlegende Familienstimmung. 

„NIE macht mein Kind was ich sage. IMMER trotzt er*sie. Es macht mir gar keinen Spaß mehr, rauszugehen.“ Sowas. Oder so ähnlich. Da geht es dann nicht mehr um den ganz normalen Mama*Papastress, sondern um eine kaputte Familienstimmung. Kein Wunder, wenn das Kind AUCH nicht mehr kann.

Keine Anklage. Wenn es passiert, braucht es Hilfe, statt einen erhobenen Zeigefinger! zB bei einer guten Bindungsorientierten Beratungsstelle -Nur mache ich mir in letzter Zeit Gedanken, wie MEINE Erfahrungen, vielleicht Eltern, die in so einem Kreislauf gefangen sind, etwas helfen können. Vielleicht kann es eine Lösung sein, Erziehung loszulassen? Druck erzeugt Gegendruck. Das gilt schließlich nicht nur für Kinder, sondern auch für uns Eltern: Erwartungen, Befürchtungen, Schuld und Druck.

Dinge, die wir loslassen lernen können.

Mit Kinderaugen Sehen

Natürlich. Erstmal kommt es auf das Kind an.

Nana ist durchaus wild, voller Ideen und zappelig, aber für ihr Alter auch schon ziemlich verständig und ausgeglichen. Das ist natürlich Glück.

Viel wichtiger kommt es aber auf uns, unsere Einstellung an: Ich bin geduldig, wenn es um mein Kind geht. Vielleicht liegt meine Geduld daran, dass ich immerzu versuche, mein Kind zu verstehen und Situationen mit ihren Augen zu sehen. – Gerade auch dann, wenn es nicht nach meinen Vorstellungen läuft.

Zum Beispiel hat meine Tochter das Spucken für sich entdeckt. Das ist einerseits prima, weil es dem Zähneputzen mit anschließendem Ausspucken nochmal einen neuen Ansporn gibt, andererseits wahnsinnig lästig. So richtig begeistert bin ich davon nicht. Ich sage ihr, dass ich das nicht mag, verweise sie darauf, z.B. in die Badewanne zu spucken. Manchmal klappt das. Aber das Spucken ist noch neu, aufregend. Ich könnte schimpfen. Ich könnte drohen. Manchmal schnaube ich nur etwas genervter. Oft belasse ich es aber bei dem Hinweis, dass ich das nicht mag.

Statt zu schimpfen, habe ich mich vor ein paar Tagen zu ihr gehockt und sie gefragt, was am Spucken eigentlich spannend für sie ist. Sie antwortete »Das ist lustig.« Es ist ein Spiel. Es ist spannend. Es ist Fühlen. sogar Lernen.

1) Meine Tochter will mich NICHT verärgern. Sie hat etwas entdeckt, was ihr Spaß macht. Sie will mich NICHT damit provozieren. 2) Anders als ich, sieht sie in ihrer Spucke überhaupt nichts Ekelhaftes, sondern eine klasse Entdeckung! 3) Es ist ihr gerade wichtig. – Will ich dagegen sein?

Ich habe entschieden, nicht zu Kämpfen. Ähnlich wie beim Hauen und Beißen, über das ich HIER bereits schrieb, sage ich, -deutlich aber gewaltfrei- was mich stört, schütze gegebenenfalls, was ich schützenswert erachte, zeige Alternativen und mache ansonsten keine große Sache daraus.

Bei meinem Mann, den das Spucken deutlich mehr stört als mich, und der erwartet, dass sie aufhört, beobachte ich übrigens, dass Nana viel mehr spuckt, als bei mir. Die Gegenreaktion stachelt sie eher an, weiterzumachen, als aufzuhören. In solchen Dingen zeigt sich mir immer wieder:

Druck erzeugt Gegendruck.

(Versuchte) Erziehung erzeugt kindliche Gegenwehr.

Ich bin ehrlich froh, über jeden Teil Erziehung, den ich loslassen kann: Je entspannter wir in Situationen hineingehen, desto entspannter nehmen wir sie auch wahr. (Achtung: Das heißt NICHT, dass entspannte Eltern, entspannte Kinder haben, SONDERN, dass nur wir entspannt(er) reagieren).

Entspanntes Familienleben

Mein Schlüssel für ein entspanntes Familienleben? Ich gehe nicht (von vornherein) in den Kampfmodus. Ich erwarte keinen Gehorsam, denn ich sehe in Nana kein erziehungsbedürftiges Projekt, sondern ein kleines Mädchen, das gerade ihre beste Version von sich ist. Alles was sie tut, tut sie aus einem Grund, der FÜR SIE gerade von absoluter Bedeutung ist.

Spielen wollen. Aufmerksamkeit bekommen. SIND Grund genug.

Ich kann nur mutmaßen, dass mein Verständnis von ihrem Kindsein dazu beiträgt, dass wir hier wenige wirklich arg eskalierende Konflikte haben.

Jedenfalls reagiert Nana auf Erziehung, die manchmal doch durchkommt, auf der anderen Seite sehr stark. DAS sind die Momente, in denen es dann doch wirklich anstrengend ist, in denen sie wütet und sich wehrt, gegen die Erziehung, gegen mich. Und ich zurück meckere. Wenn ich mir nun vorstelle, ich würde IMMER erziehen, ganz selbstverständlich, dann stelle ich mir das tatsächlich auf Dauer kräfteraubend vor. Für uns alle!

Aus dem Kampf aussteigen – Entspanntes Familienleben zulassen

Ein anderes Beispiel. Nana sagt im Moment häufig, dass sie etwas vergessen hat und nochmal zurück muss. Als das die ersten Male passiert ist, bin ich zwar erst geduldig mit zurück spaziert, beim zweiten Mal umkehren wollen, meldete sich aber die Erziehung in mir. Ich ERWARTETE, dass Nana mit mir mitkam, ohne Widerworte, ohne nochmal umdrehen. Ohne dieses Grinsen. Egal, ob wir die Zeit dazu hatten. Egal, ob es eigentlich nichts ausmachte, noch etwas zu trödeln. Ich rief sie also zu mir, der Ton wurde härter. Ich kriegte gerade so die Kurve, nicht zu drohen, und sagte nur wieder, dass sie kommen soll. Sie kam dann auch, aber weinend und nur, weil Papa schon alleine vorgegangen war.

Wir kamen irgendwie zuhause an, aber es fühlte sich nicht gut an. Es war anstrengend gewesen und in meinem Kopf formte sich der beängstigende Gedanke, dass es so wieder und wieder passieren würde. Ich fragte mich, ob ich sie dann hochnehmen und weinend wegtragen oder doch drohen würde. ICH stresste mich, und zwar, weil ICH erwartete.

Und dann passierte es tatsächlich wieder.

Wir gingen also nochmal zurück und als wir wieder los wollten, fragte ich diesmal gleich, ob noch etwas fehlte, kündigte an, nicht nochmal zurück kommen zu wollen. Auf halbem Weg wollte Nana natürlich dennoch »was holen«. Sie stiefelte einfach los, und in mir brodelte der anerzogene Impuls, MICH ihr gegenüber durchzusetzen. Das ist er, der Moment zu Atmen, inne zu halten, stoppen.

Ich fragte mich, WARUM ich wütend bin, was ich mir von einem Kampf versprach. Ich ließ los und wandte mich meinem Kind wieder zu.

Ich fragte Nana, was sie noch vergessen hatte. Sie überlegte: »Das und Das und Das.« »Du willst noch nicht nach hause gehen«, schlussfolgerte ich. »Ich will nicht mehr zurück laufen, aber du kannst dich hier noch umschauen. Ich warte, bis du fertig bist?« Ich setzte mich auf den Boden. Nana zog ein paar Blätter von einer Hecke und pflückte Blumen von der Wiese , schließlich kam sie zufrieden mit ihren Fundstücken zurück. Die Zeit nutzte ich, um meine Emails am Handy zu überprüfen. Schließlich konnten wir den Rest des Weges nach Hause laufen, diesmal ganz ohne ein Gefühl von Anstrengung und Frust.

Ich bin aus dem Kampf ausgestiegen.

Wohlgemerkt: OHNE dabei meinen Wunsch, nicht mehr zurückzugehen, zu übergehen. Wir sind nicht zurück, ich bin gar nicht erst mit ihr mitgelaufen, sondern habe sie laufen und Erkunden lassen. ( An einer befahrenen Straße wäre das nicht auf dieselbe Art möglich!)

Bindungsorientierte Lösungen für Konflikte sind nicht universell, sie sind immer individuell und situativ.

In einer anderen Situation, hätte ich Nana vielleicht doch hochgenommen und dabei ihre Wut und ihren Frust begleitet. Wie ich reagiere hat dann einen notwendigen Grund.

Don t change a running System – aber verändere, was nicht gut tut! Wenn ich fühle, dass eine Situation mich im Nachhinein bedrückt, ist das für mich ein deutliches Warnsignal, dass ein Eingriff mehr Übergriff als Notwendigkeit war. Und dann überlege ich mir bessere Lösungen. Manchmal finden sich solche Lösungen schnell, manchmal dauert das. Oft bringt es schon Entspannung, auf dem Weg zu sein, eine Lösung zu suchen.

Nur du bist deines Glückes Schmied

Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir viele Situationen entspannter angehen, weil wir durch unsere erziehungsfreie Haltung weniger bis keine Erwartungen an ein »funktionierendes Kind« haben, als erziehende Eltern. Am Esstisch ermahnen wir nicht, weil nicht mit dem Essen gespielt werden dürfe und sitzen geblieben werden solle. Es gibt auch keine Diskussionen, weil sie vor dem Essen kein Bonbon dürfte. Usw. Viele typische Konflikte finden einfach gar nicht statt.

Es ist übrigens nicht so, dass ich damit NUR meinem Kind den Druck nehme (was ein geiles Leben) : Ich nehme den Druck auch mir.

entspanntes familienleben | Pin Unverbogen Kind Sein

Entspanntes Familienleben heißt nicht, dass wir NIE Konflikte hätten oder mein Kind NIE schreit. So ist das nicht. Es kommt alleine darauf an, WIE WIR damit umgehen! Dadurch wie wir unserem Familienleben und unserem Kind gegenüber eingestellt sind.

Ich empfinde mein Kind (!) nicht als anstrengend. (Situationen, die wir im Familienalltag durchleben, durchaus)

In dem Sprichwort »Jeder ist seines Glückes Schmied« liegt für mich Wahres: ICH -und NUR ICH- bin verantwortlich für mein Empfinden, für meinen Umgang mit Situationen, meine Reaktionen. Ich kann mich entscheiden, ob ich kämpfe, ob ich mich zusätzlich (!) stresse – oder ob ich annehme und offen für Lösungen werde. Ob ich Gehorsam erwarte oder Kompromisse suche und bereit bin, dafür auch MEINE Erwartungen herunterzuschrauben. Ob ich Druck ausübe oder aus dem Kampf aussteige.

Es kann nicht die Verantwortung eines Kleinkindes sein, den Familienfrieden zu gewährleisten. Ein entspanntes Familienleben steht und fällt mit den Reaktionen und Emotionen der Eltern, NICHT mit denen des Kindes.

Also entscheide ich mich für eine gesunde Portion »was soll’s«, etwas Humor, Trödelzeit, Unperfektheit und Vertrauen in mein Kind. Und stecke ich mir lieber selber vorm Mittag schulterzuckend noch ein Bonbon in den Mund, dass meine Tochter mir mitbringt, als sie ihres zufrieden verputzt, statt es ihr aus Prinzip zu verbieten, und in einen unentspannten Ringkampf zu steigen, der am Ende für uns beide nicht gut ausgehen kann.

| Fiona

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11 Comments

  1. Danke für diesen tollen Artikel. Ich habe zwei Kinder und finde mich sehr oft in Situationen wieder, in denen ich etwas sage oder tue, das ich eigentlich blöd finde 🙁 dein Artikel hilft mir, manches lockerer zu sehen.

    Eine Frage bleibt aber: wie ist es, wenn Mama und Papa Dinge unterschiedlich sehen: um das „Spuck“ Thema aufzugreifen….
    Deine Tochter spuckt auf den Boden. Papa sagt „nicht spucken“ oder reagiert in diese Richtung. Was tust du? Sagst du nichts? Gehst du aus der Situation? Mein Mann sagt oft, ich würde ihm in den Rücken fallen, wenn ich Dinge, die er verbietet, trotzdem erlaube…. das ist ein ziemliches Dilemma… mich würde sehr interessiere , wie du damit umgehst.

    Liebe Grüße, Kathrin

    • Hallo Kathrin. ich freue mich, wenn mein Beitrag dir hilft. Zu deiner Frage: Das ist tatsächlich gar nicht so einfach zu beantworten. Mein Mann und ich sehen nicht alles gleich. Ich versuche es so zu halten, seine Beziehung zu unserer Tochter nicht zu bewerten. Klappt nicht immer. Manchmal gibt es dann auch etwas Knatsch. Meistens schaue ich erstmal, wie Nana es aufnimmt, wenn wir verschiedener Meinung sind und versuche dann eine Lösung zu finden. Bei kleineren Dingen ist es schon okay, dass das Kind sieht, Mama und Papa haben andere Einstellungen, finde ich. Bei langfristigen Themen, die häufiger zu Konflikten führen, sprechen wir aber schon darüber, worauf wir uns als Weg einigen können und treten dann mit dieser Lösung unserer Tochter entgegen. Reicht das als Antwort für den Moment? Du kannst mir gerne schreiben, wenn du mehr Input brauchst. Liebe Grüße, Fiona Xx

  2. Danke für den Blogeintrag! Ich habe mir für unseren Wusel fest vorgenommen, entspannt und locker und ohne erhobenen Zeigefinger zu agieren. Jetzt ist er erst (schon) 13 Monate und mir ist doch manchmal das Entspannte abhanden gekommen 😔 Man muss dazu sagen, er war ein Schreibaby und ist immer noch recht anspruchsvoll und ein schlechter Schläfer. Da fällt es wirklich schwer immer leicht und entspannt durch den Alltag zu gehen.
    Ich frage mich wirklich ernsthaft, wie das gut funktioniert. Besonders in Situationen, im denen man einfach etwas machen MUSS. Termine einhalten, Zähne putzen, nicht mit Kackapopo auf den Teppich setzen… in solchen Situationen kann ich mir den Mund fusselig erklären und begleiten und noch so sehr versuchen, meine körperliche Überlegenheit nicht auszuspielen, aber oft kommen wir dann an den Punkt, wo alles wir dann wirklich los müssen oder die Zähne zumindest alle zwei Tage mal geputzt werden müssen. Wie geht ihr mit solchen Situationen um, in denen das Kind wirklich nie kooperieren will, weil es zB Zähneputzen ganz furchtbar findet???
    Liebe Grüße,
    Lisa

    • Hallo Lisa. Erstmal: Es ist großartig, dass du einen entspannten Weg gehen willst. Immer einfach ist das aber eben gar nicht. Ich glaube gerade immer dann, wenn die Kinder sich krass entwickeln, wird es wieder noch ein Stück herausfordernder -und gerade mit 13 Monaten auf dem Sprung zwischen Baby und Kleinkind ist das ziemlich anstrengend. Oft fehlt da einfach auch noch die sprachliche Verständigung, was mit einem älteren Kind dann oft schon entspannter funktioniert. Atme durch. Mach dich nicht fertig, wenn es mal nicht läuft. Das passiert uns allen. Perfektionismus ist ein Stolperstein auf diesem Weg, wenn du mich fragst. Manchmal, wenn wir keine Alternative finden, die das Kind und seinen Willen integrieren, dann bleibt uns nur, die Emotionen auszuhalten (nicht kleinzureden!), auf Augenhöhe zu begleiten und für die elterliche Entscheidung klar zu stehen. Übers Zähneputzen habe ich hier auf dem Blog auch schon geschrieben. Wir haben in dem Fall tatsächlich einfach mal pausiert und unser Kind alleine das Zähneputzen entdecken lassen. Heute ist Zähneputzen kein Problem mehr -sie versteht mittlerweile aber einfach auch worum es dabei geht. Ganz anders eben als ein U2 Jähriges Kind. Der Schlüssel: Selbst Ruhe bewahren und Abwägen: Ist MIR etwas so wichtig durchzusetzen, dass ich den Frust meines Kindes ohne schlechtes Gewissen aushalten kann? Wenn ja, wird es wichtig genug sein. Alles Gute, Fiona Xx

  3. Ich finde die Herangehensweise prinzipiell bzw theoretisch wirklich schön und lobenswert und Respekt wem das gelingt! Aber erstens lässt sich das Ganze wesentlich einfacher umsetzen bei einem Kind und zweitens gibt es einfach gewisse Situationen, bei denen ich überzeugt bin, dass jegliches Verständnis bzw Ruhe bewahren falsch sind und man definitiv durchgreifen muss!
    Das Sprichwort in Bezug auf Kinder : Hast du eins, hast du keins. Hast du zwei, weißt du erst, was es bedeutet Kinder zu haben! trifft definitiv zu 100% zu.
    Und diese gewissen Situationen, die ich meine sind z.B. grad auf das Spucken zum Beispiel bezogen:
    Wie reagierst du, wenn sie nicht auf deine Hose dann mal spuckt sondern zb auf die deiner Oma? Sagst dann auch, oh das war jetzt aber interessant für dich gel Nana?! Ich würde in Grund und Boden versinken vor Scham !
    Ich finde man muss nicht immer den Kampf suchen, aber hin und wieder geht es nicht anders!

    • Hallo. Danke für deine Rückmeldung. Ich muss gestehen, ich empfinde es immer sehr anmaßend zu behaupten, „ein Kind sei kein Kind“, und damit Eltern quasi die Kompetenz abzusprechen Situationen im Umgang mit Kindern einschätzen zu können. Familienleben fängt gewöhnlich mit dem ersten Kind an und schon bei diesem entscheiden wir uns für einen Weg im Umgang mit ihnen. Zudem verbringen wir unseren Alltag seit einiger Zeit täglich mit engen Freunden und deren zwei Kindern. Das Vertrauensverhältnis ist familiär und ja, ich bzw. wir gehen mit allen drei Kindern auf diese Weise um. — Zu deinem Einwand mit dem Spucken: Natürlich – wie ich es immer wieder betone – schütze ich die persönlichen Grenzen Dritter (was für mich gilt, gilt natürlich nicht für andere) und greife schützend ein, würde die Oma bespuckt werden. Das geht ohne Machtkampf, stattdessen mit Klarheit und zugewandter Kommunikation (Stichwort GFK). Ein Kampf ist nie nötig. MMn ist er lediglich Ausdruck von Hilflosigkeit. PS: Wir haben die Spuckphase mittlerweile hinter uns gelassen, ganz ohne Kämpfe. Viele Grüße und alles Gute, Fiona Xx

  4. Vielen Dank für diesen tollen Beitrag.
    Lange schon überlege ich mir, wie ich es stressfreien mit meinen 2 Jungs angehen kann.
    Werde es ab sofort so ausprobieren.

  5. Schon lange überlege ich, wie ich meinen beiden Jungs mehr auf Augenhöhe begegnen kann.
    Dein Beitrag hat mir sehr geholfen.
    Danke ?

  6. Ich finde deine einleitenden Worte (wiedermal) sehr sehr toll!!!
    Wir Mamis urteilen oft so schnell und am härtesten meist über uns selbst. Dann Blogbeiträge ohne Zeigefinger zu lesen tut gut ☺
    Alles Liebe

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Fiona Lewald ist Mutter von zwei Töchtern. Auf Unverbogen Kind Sein schreibt sie seit 2017 über  die Chancen eines Bindungsorientierten Familienlebens und den Versuch, Erziehung zu überwinden.
 

„Ich schreibe für ein Familienleben, in dem Miteinander mehr zählt als Gehorsam, und die Bedürfnisse  jedes Einzelnen wichtig sind. So helfen wir unseren Kindern heute, ihren Platz als Erwachsene zu finden, SO WIE SIE SIND – Statt sie zu verbiegen.“

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