„Ich Will Aber! “ Zugewandt bleiben beim Wutanfall

 

Zugwandt bleiben beim Wutanfall | Unverbogen Kind Sein Ihr kennt das: Beim Ballspielen auf der Wiese – vorsorglich mit drei Bällen für drei Kinder – ist die Welt noch ziemlich in Ordnung. Kurz darauf kommt es bei einem Kind zum Wutanfall. Du und die befreundeten Eltern schauen sich an. In den Augen verschiedene Gefühle. Verständnis. Ratlosigkeit. Ärger. Manchmal wissen wir nicht weiter, wenn die Kleinen wüten.

Wir wollen an diesem sonnigen Nachmittag mit unseren Freunden gerade zum Spielplatz aufbrechen, als Nana auf die Idee kommt, für den Weg ihr Laufrad aus dem Keller zu holen.

Ich ahne, dass das Laufrad zum Konflikt führen wird, aber Nana will das Rad unbedingt. Der Konflikt kommt natürlich. E. will auch Laufrad fahren. Klar. Nur gibt es kein Zweites. Nana bietet ihm zwar an, am Spielplatz ihres zu nehmen, aber das will er gar nicht. Er will ein eigenes Laufrad und zusammen mit meiner Tochter damit rumdüsen. Und zwar sofort!

Wir sitzen die Situation eine Weile aus. E. kniet auf dem Boden und schreit. Reden hilft nicht. Er tut mir leid. Die Sache läuft blöd für ihn.

Nana und ihr Laufrad

Wenn das Rad zum Konflikt wird

Eine richtige Lösung findet sich nicht. Bis Nana, die inzwischen schon ein paar Mal hin und her gefahren ist, und die Situation aufmerksam beobachtet, sich bereit erklärt, ohne Laufrad zum Spielplatz zu gehen. E. will vorher dann doch auch noch schnell eine Runde damit drehen, danach stelle ich es zurück in den Keller, und wir brechen gemeinsam auf.

Andere Situation.

Nana kuschelt neben mir auf der Couch, wir haben gerade ihre Schlafhose angezogen, plötzlich springt sie auf: „Ich will ein Eis!“ Das Problem: Wir haben kein Eis.

Eine Alternative mag sie nicht. Wir sollen ein Eis kaufen gehen, sagt sie. Aber es ist schon Abend, sie müde, ich müde, wir sind erst vor einer halben Stunde nach Hause gekommen und ich will wirklich nicht nochmal für ein Eis los. Ich verneine also, habe Verständnis für ihren Wunsch, aber erkläre ihr, warum wir jetzt kein Eis kaufen werden – Aber: ich erreiche sie gar nicht damit. Wütend haut mein Kind nach mir. Ich bemühe mich, ruhig zu bleiben, biete ihr an, sie in den Arm zu nehmen und nach etwas anderem zu Naschen zu schauen. Nach einigen Minuten wüten, mehreren „Ich will aber ein Eis!“ und Wuttränen, fragt Nana nach einem Joghurt. Den hole ich ihr, und wir machen es uns wieder gemütlich.

JA zum Wutanfall: Jedes Gefühl ist wichtig!

Zwei Dinge sind mir wichtig.

1) Ich schaffe es nicht, meinem Kind JEDEN Wunsch zu erfüllen, und das ist auch gar nicht nötig. Ich achte natürlich darauf, ihre Bedürfnisse (Hunger, Schlaf, Nähe, Spiel) immer gut zu decken, sie hierin auch selbstbestimmenzulassen [Über Selbstbestimmung], aber den Wunsch nach einem Eis KANN und WILL ich ihr nicht zu jedem Zeitpunkt erfüllen.

Ich sehe mein Kind. Ich finde am Tag zahlreiche Lösungen für Konflikte.

Abe manchmal will auch ich einfach etwas nicht. Dann verneine ich.

Deshalb brauche ich mich nicht schlecht fühlen. Beim Verzicht auf Erziehung geht es schließlich NICHT darum, selber zurückzustecken, um meinem Kind eine genial frustbefreite Kindheit zu schaffen. Frust und Wut gehören dazu! Es sind wichtige Gefühle.

Ich nehme also die Wut meines Kindes an, und helfe ihr damit umzugehen, statt ihr ihren Gefühlsausbruch abzuERziehen.

Manchmal ist ein Wutanfall schwierig zu ertragen, besonders wenn wir selber Auslöser für die Wut sind. – Ich weiß, ich kann den Wutanfall stoppen, indem ich mich entscheide, doch zur Eisdiele zur marschieren. Manchmal bin ich auch bereit dazu. Dann kann ich ihren Wunsch, vielleicht seufzend, ABER mit einem guten Gefühl erfüllen. An anderen Tagen will ich aber nicht, und an denen ist es besser, bei einem NEIN zu bleiben.

Ohne Erziehung Leben und trotzdem NEIN sagen. HIER mehr darüber lesen.

Wir müssen auch auf uns achten. Ich glaube, das ist sehr wichtig und wird von vielen Eltern vernachlässigt – unabhängig davon, ob erziehende oder nicht erziehende Eltern.

Mein Bedürfnis nach Ruhe zu übergehen, um loszustiefeln und meinem Kind ein Eis zu holen, würde an manchen Tagen in einem Desaster enden: Ich genervt, denn eigentlich WILL ich ja gar nicht mehr los, würde auf dem Weg mindestens drei Mal die Fassung verlieren, weil ich ERWARTE, dass das Kind wenigstens ohne Trödeln mitläuft, überhaupt selber läuft, oder mir das Eis nicht in die Jeans schmiert. Das KANN nicht gut gehen. Sobald ich also empfinde, dass es nicht besser wird, wenn ich mein Nein aufhebe – weil ich das total gegen meinen Willen tun würde – ist es besser, klar bei diesem Nein zu bleiben!

Wer Ja sagt, soll Ja meinen. Wer Nein sagt, soll Nein meinen.

Was ich aber auch weiß: Solche Situationen sind blöd für mein Kind. Sie ist meiner Macht ausgeliefert.

2) Die Gefühle, die unsere Kinder empfinden, sind niemals falsch, und es wäre unhaltbar, sie ihnen klein- oder auszureden. Frust, Wut und Traurigkeit sollen gefühlt und ohne Bedenken ausgedrückt werden. Wenn ich also eine Entscheidung treffe, die mein Kind wütend macht, ist es NICHT meine Aufgabe ihr diese Wut abzuERziehen, sondern Verantwortung dafür zu tragen. Das kann ich tun, indem ich für mein Kind da bin, zugewandt bleibe und Verständnis für sie habe. Es ist nicht verkehrt, Wut zu empfinden. Ich kann ihr eventuell geeignete Wege vermitteln, diese Wut auszudrücken – Aber ich kann ihr unmöglich mitteilen, dass ihre Wut nicht angemessen ist, was ich automatisch tun würde, würde ich von ihr zB. verlangen, „mit dem Theater aufzuhören“.

Mit Kinderaugen sehen: Von Banalitäten, Katastrophen und Ohnmacht

Es ist also okay, dass ich meine Bedürfnisse, ebenso wie ihre, wahre, abwäge und zum Eiskaufen Nein sage. Es ist aber genauso okay, dass das meine Tochter wütend macht, und sie dieser Wut mit ihren kleinkindlichen Mitteln und ihrem Temperament Ausdruck verleiht. – Auch dann, wenn ICH den Grund für die Wut als Banalität empfinde. Die Sache ist nämlich die: Wie bei vielem ist auch hier die Wahrnehmung meines Kindes anders.

Unverbogen Kind Sein Zitat #Erwartungen #kleinkind #erziehungsfreiFÜR MICH ist der unerfüllte Wunsch nach Eis eine Kleinigkeit. Und es ist FÜR MICH logisch, dass ich kein zweites Laufrad hervorzaubern kann, wenn nun mal keines da ist. ICH bin froh, dass meine Tochter anbietet sich abzuwechseln, und kann nicht verstehen, warum das ältere Kind diese Idee nicht dankend annimmt. Aber: Ich betrachte die Situation eben auch nur von außen! Ich bin nicht emotional involviert. Und: ICH habe eben auch schon gelernt, mit Enttäuschungen umzugehen, wenn ich mir einen Wunsch nicht gleich erfüllen kann.

Meine Tochter und E. haben diese Impulskontrolle noch überhaupt nicht voll entwickelt. Die Enttäuschung überrollt sie.

Weitere Gedanken zu kindlichem Frust und Frustbegleitung findest du HIER.

Und dann muss da noch dieses wahnsinnige Gefühl von Ohnmacht sein.

Mein Kind kann ja überhaupt nichts daran verändern, wenn ich nicht mitmache. Sie kann nicht alleine losziehen und ihr Eis kaufen gehen.

Ich höre sehr oft Eltern, die meinen, ihre Kinder „müssten doch jetzt ENDLICH mal kapieren, dass es nicht geht, und aufhören zu schreien“. Ich glaube, der Gedanke ist falsch.

Ich glaube, an einem gewissen Punkt, mal früher, mal später, verstehen die Kinder sehr gut, dass etwas gerade nicht geht. Sie verstehen vielleicht noch nicht, WARUM – Aber zumindest sehen sie ein, dass es gerade so ist und sie nichts daran verändern können. Die Kinder schreien dann irgendwann gar nicht mehr, um ihren Wunsch doch noch durchzuboxen, sondern aus Vergeblichkeit. Sie schreien oder hauen oder weinen ihre Gefühle heraus, um in ihrer Not gesehen und aufgefangen zu werden. – Was ein Kind dann am Allerwenigsten braucht, sind weitere Demütigungen („Die Leute gucken alle schon“), und Androhungen („Wenn du nicht aufhörst, dann gibt es morgen auch kein Eis“).

Was ein Kind braucht, wenn es in Not ist, ist Zuwendung.

Erste Hilfe beim Wutanfall: Vier Tipps im Umgang mit kindlicher Wut

Da haben wir ihn also: Den Wutanfall, vor dem sich Eltern fürchten.

Es gibt kein zweites Laufrad. E. ist am Boden zerstört. „Ich will aber auch Laufrad fahren!“ Er schreit. Er bettelt. Er setzt sich auf den Boden und es geht erstmal gar nichts mehr.

Umso hilfloser unsere Kinder werden, umso hilfloser werden wir Eltern meistens auch. Das Schlimmste, was passieren kann, ist jetzt in einen Kampf zu geraten.

Aber was kannst du tun, wenn dein Kind wütend ist?

_Sprich mit deinem Kind über seine Wut!

Nana ist sprachlich ziemlich weit. Als sie noch nicht bzw. wenig sprechen konnte, habe ich ihre Gefühle für sie verbalisiert. Das mache ich teilweise immer noch, wenn sie sehr stark wütet, und ich erstmal einen Zugang zu ihr finden will. Mittlerweile schafft meine Tochter es aber, mir ihre Gefühle auch selbst mitzuteilen und darüber mal mehr, mal weniger zu reden. Ich frage also nach, wie sie sich fühlt oder was sie gerade wütend macht. Indem ich mit meiner Tochter über ihr Fühlen spreche, signalisiere ich ihr zwei Dinge: „ich sehe deine Not“, und „ich nehme deine Gefühle und deine Wahrnehmung ernst“. Ich zeige Verständnis, und helfe gleichzeitig auch mir selbst, mir über IHRE Sichtweise klar zu werden, anstatt ihren Wutanfall etwa als eine Manipulation zu bewerten.

Ich setze mich als zu Nana und stelle mit ihr zusammen fest, dass sie „nur ein bisschen traurig und so doll wütend“ ist, weil wir kein Eis da haben und ich auch keins kaufen will.

Kleine Kinder wollen nicht manipulieren. Kinder wollen sich ausdrücken und gesehen werden.

Was ich hier so banal in wenige Worte fasse, ist vermutlich einer der bedeutendsten Perspektivwechsel gegenüber unseren Kindern, der am besten gelingt, wenn wir mit ihnen sprechen und ihre Sicht kennenlernen. Denn: Wenn wir aufhören Kinder als tyrannische Egoisten wahrzunehmen, die uns mit ihrem Wutanfall um den Finger wickeln wollen, sondern begreifen, dass sie ihre Gefühle ausdrücken, begegnen wir ihnen als Verbündete.

Dann können wir den Wutanfall AUSHALTEN.

_Halte die Wut deines Kindes aus!

Ganz wichtig ist es mir, nicht einfach von Nana zu verlangen, dass sie wieder Ruhe gibt. Versteht mich nicht falsch, natürlich wünsche ich mir auch, dass sie sich beruhigt (!), aber eben nicht, weil ICH genervt von ihrem Verhalten bin, sondern weil SIE tatsächlich zur Ruhe kommt, und mit sich, mit ihren Gefühlen oder der Situation wieder umgehen kann.

Dabei helfe ich ihr, indem ich mit ihr spreche und DA BIN.

Statt sie zu ermahnen, biete ich ihr eine Umarmung an. Statt zu verlangen, dass sie gehorcht und still ist, sitze ich bei ihr, rede oder schweige ganz oft auch erstmal. Nicht ignorant, sondern MITfühlend. Wenn sie nach mir haut, was selten passiert, aber an und an vorkommt, wehre ich ihr Hauen behutsam mit dem Arm oder den Handflächen ab.

HIER erfährst du, was du tun kannst, wenn dein Kind dich haut oder beißt.

Ganz oft pflichte ich Nana bei. JA, es ist blöd! Es ist total ungerecht FÜR SIE! Dadurch ändert sich zwar nichts an der blöden Situation, aber an meiner Einstellung zu ihrer Wut. Und genau das, merken Kinder ihren Eltern eben auch an. Werden sie verstanden oder nicht?

_Findet gemeinsam eine Lösung!

Wenn Nana sich beruhigt, gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder es ist alles wieder okay, sie akzeptiert die Situation und flitzt dann manchmal auch einfach wieder los zum Spielen; Oder sie ist mit der Situation weiterhin nicht zufrieden. Wir versuchen dann, eine Lösung zu finden. Erfahrungsgemäß ist Nana, wenn sie die Wut schon heraus gelassen hat, kooperativer bzw. einsichtiger für Lösungsvorschläge, als unmittelbar vor dem Wutanfall. In der Situation mit dem Eis findet sie am Ende sogar selbst eine Lösung und will stattdessen einen Joghurt. Oft frage ich meine Tochter, wenn ihre Wut abklingt, erstmal, was sie als Nächstes gerne tun möchte, bzw. was wir (anderes) tun können, damit es ihr wieder besser geht. Ganz oft antwortet sie übrigens: „Ich will jetzt kuscheln.“

Nicht immer finden sich gute Lösungen.

Als E. unbedingt ein zweites Laufrad haben will, schaffen wir es nicht eine Lösung zu finden, die er akzeptieren kann. Uns bleibt keine andere Möglichkeit als die Situation auszusitzen. Das kann ganz schön zermürbend sein. Aber es ist eben auch eine Sache des Respekts vor den Gefühlen des Kindes, diese ernst zu nehmen, statt auf Bestrafungen, Androhungen oder Ähnliches zurückzugreifen, um zu flüchten.

Vermutlich gibt es an diesem Nachmittag einfach keine gute Lösung MIT dem Laufrad. Das einzige, was mir noch einfällt: Das Laufrad zuhause lassen. Ich schlage Nana vor noch ein Bisschen im Hof weiter zu fahren und dann das Laufrad wegzubringen. Sie stimmt zu. Ohne das Laufrad entspannt sich die Situation schnell wieder.

Es ist okay, dass meine Tochter „zurückgesteckt“ hat. Es war in Ordnung für sie, ihr Laufrad zuhause zu lassen. Sie war in diesem Moment eben kooperativer, und es wäre Unsinn gewesen von E. Kooperation zu verlangen, die er gerade gar nicht leisten konnte.

Zugwandt bleiben beim Wutanfall | Unverbogen Kind Sein #wutanfall #lebenmitkind #familienleben #erziehungsfrei #beziehungvorerziehung

Ich bin mir sicher, wenn wir bereit sind, Situationen die Möglichkeit zu geben, sich zu entwickeln, ohne selber starr auf eine Erwartung fixiert zu sein (zB. „E. muss einsehen, dass es nicht anders geht und sich zusammenreißen“), wird es immer zu irgendeinem Kompromiss kommen. Jedenfalls haben wir noch keinen Wutanfall Stunden ausharren müssen. An irgendeinem Punkt löst sich der Konflikt auf. Alles was es braucht, ist Geduld.

_Bewahre Ruhe für dich und dein Kind!

Das Wichtigste bei alledem ist mMn die eigene Gefühlswelt. Ehrlich, es bringt rein gar nichts, sich vom Wutanfall des Kindes selber reizen zu lassen. Druck erzeugt Gegendruck – Das gilt auf beiden Seiten und doch sind eben wir Eltern es, die es in der Hand haben diesen Kreislauf zu durchbrechen. Mein Kind kann das nicht. ICH muss also ruhig bleiben.

Im Grunde haben wir verloren, sobald ich mich dazu hinreißen lasse, selber wütend durch Nanas Wut zu werden. Manchmal passiert das. Dann schaukeln wir uns hoch und höher, und geben in solchen Momenten sicher kein Paradebeispiel einer bindungsorientierten Lebensweise ab. Was ich daraus lerne? Dass es uns nicht hilft, wenn ich mich mitreißen lasse.

Ein wütendes Kind ist das eine. Ein wütendes Kind UND wütende Eltern das andere. Es bringt nicht. Echt nicht. Niemandem.

Auf dem erziehungsfreien Weg ist Ruhe bewahren und die eigene Wut nicht das Ruder übernehmen lassen, ein großer Schritt. Wir können dafür verschiedene Strategien entwickeln: Bewusst Atmen zum Beispiel. Versuch es doch mal: Bevor du beim nächsten Wutanfall deines Kindes reagierst, atme ganz bewusst ein und aus und sammle dich nochmal. Nimm die einen kleinen Moment darüber nachzudenken, WIE du reagieren willst.

_Wutanfälle sind anstrengend, besonders wenn ein Kind dazu neigt häufiger oder intensivere Wutanfälle zu haben. Eltern sind keine Maschinen und an manchen Tagen liegen die Nerven einfach blank. Dann schaukeln wir uns hoch und blaffen uns an. Das passiert uns allen. Wichtig ist, dass es nicht NORMALITÄT wird, sondern wir uns bewusst machen, wie wir unseren Kindern begegnen, wenn sie uns am meisten brauchen. Abgewandt oder Zugewandt? Sehen wir unser Kind, oder nur uns und unsere eigene Wut?

Manchmal können wir Wutanfälle abwenden, indem wir Stresssituationen auflösen oder Alternativen finden – Oft können wir die Wut unserer Kinder aber nur aushalten und ihnen dabei zugewandt begegnen. Ich vertraue darauf, dass wir immer wieder einen Weg aus der Wut finden werden. Miteinander auf Augenhöhe, statt Gegeneinander in einem Ringkampf, indem es am Ende überhaupt nicht mehr um die Situation geht, die zur Wut geführt hat, sondern eigentlich nur noch darum, wer lauter schreit und die meiste Macht hat.

Dabei ist der, der die meiste Macht hat, auch der, der die Verantwortung trägt. Zum Beispiel dafür, die Gefühle des anderen ernst zu nehmen und Konflikte gewaltfrei zu lösen. Xx Fiona

2 Kommentare

  • Nadja Grieger

    Hallo Fiona,

    wie gehe ich mit Wutanfällen unter Zeitdruck um? Z.B. wenn mein Mann meine Tochter morgens zum Kindergarten bringen will und sie dringend los müssen, damit er pünktlich zur Arbeit kommt?

    Viele Grüße
    Nadja

    • Hallo Nadja- Solche Situationen sind immer schwierig. Kommen wir in Zeitdruck ist das Nervenkostüm dünn. Zunächst würde ich versuchen es gar nicht erst zum Zeitdruck kommen zu lassen und für bekannte stressigere Situationen mehr Zeit einzuplanen. Dann würde ich schauen, wie ich Konfliktpunkte reduzieren kann. Kommt es typischerweise zum Wutanfall beim Anziehen, würde ich versuchen die Situation zu verändern zB am Abend vorher Klamotten raussuchen oder zB das Oberteil für den nächsten Tag schon zum Schlafen anziehen. Je nach „Problem“ eben. Ich denke gerade bei Morgenroutinen und Ähnlichem hilft vorbeugen am meisten. Seid ihr am Morgen zu zweit? Dann könnte vielleicht -wenn es zum Wutanfall kommt- einer die Wut begleiten und der andere alles vorbereiten, so dass, sobald die Wut abklingt, schnell in die letzten Klamotten geschlüpft, eventuell auf dem Weg gefrühstückt werden kann oder zB. das Auto schon aus der Garage gefahren ist. Im Zweifel würde ich wohl mein wütendes Kind hochnehmen und so losgehen (Natürlich immer in Kommunikation bleiben!), sofern das Kind das zulässt. Hilft dir etwas davon? Wenn du mehr Input brauchst, kannst du mir gerne per Email die Situation genauer schildern. Viele Grüße, Fiona xX

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.